Bohrlöcher verschließen

Nach einem Umzug, finden sich in der neuen Wohnung häufig noch Bohrlöcher des Vormieters. Bilder, Haken, Wanduhren und Fernseher müssen schließlich irgendwie an die Wand. Allerdings werden die Löcher an bestimmten Stellen nicht mehr benötigt und würden unschön auf einer sonst einwandfreien Wand aussehen. Mit der folgenden Anleitung können Sie Bohrlöcher mit wenig Aufwand selbst stopfen.

Bohrlöcher Schritt für Schritt entfernen

Große Bohrlöcher und sonstige Beschädigungen sollten vor dem Tapezieren versiegelt werden © Sergey Ryzhov_Fotolia.com

Große Bohrlöcher und sonstige Beschädigungen sollten vor dem Tapezieren versiegelt werden © Sergey Ryzhov_Fotolia.com

Zum Verschließen von Bohrlöchern muss ein neuer Füllstoff in die Löcher gelangen: Spachtelmasse aus dem Baumarkt sollte für dieses Unterfangen das Mittel der Wahl sein, da diese kostengünstig erhältlich ist. Ist Ihre Wand tapeziert, können Sie nicht einfach Spachtelmasse verwenden und müssten die Tapete eigentlich abreißen, den Putz ausbessern und erneut tapezieren. Alles andere wäre Pfuscharbeit.

Wägen Sie stets ab, ob dieser Arbeitsaufwand im Verhältnis zur Anzahl und Größe der Löcher steht. Es gibt nämlich auch Tricks, wie Sie Bohrlöcher von tapezierten Wänden verschwinden lassen, ohne den Wandbelag komplett entfernen zu müssen. Folgendes Werkzeug und Material wird zum herkömmlichen Verschließen von Bohrlöchern im Putz ohne Tapete benötigt:

  • Spachtelmasse
  • Spachtel
  • Mischbecher
  • Kneifzange
  • Kombizange
  • Staubsauger
  • Schleifpapier
  • (Tiefengrund)
  1. Entfernen Sie zunächst alle Nägel, Schrauben und Dübel aus der Wand. Nutzen Sie dafür wahlweise eine Kneif- oder Kombizange. Wenn Sie Dübel ohne Schrauben nicht zu fassen bekommen mit der Kombizange, schrauben Sie einfach eine andere Schraube so tief wie nötig in den Putz hinein. Anschließend können Sie dann ruckartig mit einer kreisenden Bewegung an der Schraube ziehen.
  2. Säubern Sie im zweiten Schritt alle Bohrlöcher von Staub und abgebröckeltem Putz. Verwenden Sie dafür am besten einen Staubsauger und setzen diesen direkt an das Dübelloch an. Es ist sehr wichtig diese Verschmutzungen zu entfernen, da die Spachtelmasse, die in und um die Bohrlöcher verteilt wird, haften muss: Ein geeigneter Untergrund sollte deswegen geschaffen werden.
  3. Sollten Sie einen Putz auf Gipsbasis haben, empfiehlt sich das Auftragen von sogenanntem Tiefengrund. Mit dieser Grundierung sollten alle stark saugfähigen Untergründe vorbehandelt werden, damit der Spachtelmasse keine Feuchtigkeit entzogen wird und diese ordnungsgemäß trocknen kann.
  4. Nun muss die Spachtelmasse angerührt werden. Füllen Sie dazu gemäß der Herstellerangaben Spachtelpulver und Wasser in den Mischbecher – am besten zuerst das Wasser und danach das Pulver, um Klumpenbildung zu vermeiden. Rühren Sie so lange bis die Masse eine feste, formbare Konsistenz hat und keinerlei unvermischtes Pulver ersichtlich ist.
  5. Beginnen Sie daraufhin mit dem Verspachteln. Nehmen Sie sich den Spachtel zur Hand und bedecken Sie die Kanten mit der Spachtelmasse. Pressen Sie die Spachtelmasse dann zügig in die Bohrlöcher, da diese schnell trocknet. Die Spachtelmasse muss so tief wie möglich in die Bausubstanz gelangen – es dürfen keine Hohlräume entstehen. Deswegen sollten Sie den Vorgang pro Bohrloch zwei- bis dreimal wiederholen und beim ersten Auftragen tief in die Löcher drücken. Mit dem letzten Spachtelschwung sollten Sie eine glatte Oberfläche hinterlassen.
  6. Warten Sie nun bis der neue Füllstoff komplett durchgetrocknet ist. Kleine Dübellöcher sind erfahrungsgemäß bereits nach 30 bis 60 Minuten trocken. Große Bohrlöcher sollten hingegen je nach Größe der Fläche und Volumen des Lochs deutlich länger trocknen. Genauere Informationen zur Trockenzeit der Spachtelmasse, sind der Verpackung zu entnehmen.
  7. Schleifen Sie abschließend über die getrockneten Stellen, um diese weiter zu begradigen. Ansonsten ist das Vorhaben an dieser Stelle erledigt und Sie können mit dem Tapezieren fortfahren.

Auch wenn die Anleitung recht lang wirkt, ist das Zuspachteln eines Lochs nicht sehr aufwendig – es gibt lediglich viel zu beachten. Wie Sie die Spachtelmasse anrühren und auftragen, können Sie dem folgenden Video nochmals bebildert entnehmen:

Bohrlöcher stopfen ohne Raufasertapete zu entfernen

Bohrlöcher in der Wand, die durch eine Raufasertapete gehen, können problemlos mit Watte und Wandfarbe gestopft werden. Entfernen Sie dafür zunächst alle Nägel, Schrauben und Dübel, die noch in der Wand stecken. Vorsicht: Reißen Sie mit einer Zange kontrolliert an Schrauben und Dübeln, da Sie ansonsten große Tapetenstücke versehentlich beschädigen können.

Stopfen Sie genügend Watte in das Dübelloch. Bearbeiten Sie das Loch und einen kleinen erweiterten Radius mit einem Pinsel und der Wandfarbe. Die farbige Watte sollte sich sehr gut in die Struktur der Raufasertapete einfügen.

Instant-Spachtelmasse aus der Tube

Wer keine Lust hat Spachtelmasse selbst anzurühren, kann auch auf bereits fertigen Füllstoff zurückgreifen. Dieser besteht oft aus Dispersions-Kunstharz und eignet sich gut für alle mineralischen Oberflächen (Zement-, Beton-, Kalk- und Gipsputz). Sowohl im Außen- als auch im Innenbereich kann diese Fertig-Spachtelmasse problemlos eingesetzt werden. Allerdings ist diese meistens teurer als Spachtelmasse in Pulverform.

Bohrlöcher mit Zahnpasta oder Kaugummi verschließen?

Gerade wenn es schnell gehen muss, greifen viele Mieter zu alternativen Möglichkeiten, um Dübellöcher zu verschließen. Ersatz für Spachtelmasse wie beispielsweise Zahnpasta oder Kaugummi ist jedoch nicht zu empfehlen, da die Verwendung unhygienisch ist und die Stoffe nicht sehr beständig sind. Vor allem bei Kaugummis besteht erhöhte Schimmelgefahr, da es sich bei der Kaumasse eigentlich um ein Nahrungsmittel handelt. Kaugummis und Zahnpasta trocknen zudem stark nach einigen Monaten und werden porös, sodass schnell etwas von der Füllmasse abbröckeln kann. So wäre das Problem folglich nicht langfristig behoben.