Boutique eröffnen – Was muss beachtet werden?

Viele Menschen träumen von der Selbstständigkeit, schwärmen davon, wie es wäre, sein eigener Chef zu sein und mit der Geschäftsidee erfolgreich zu werden. Gerade bei modebewussten Frauen kann der Wunsch danach aufkommen, sich mit einem eigenen Laden selbstständig zu machen und eine Boutique zu eröffnen. Wird der Traum schon lang gehegt und ist der Wille da, das Wagnis einzugehen, dann sollte der Wunsch auf jeden Fall in die Tat umgesetzt werden! Allerdings sind einige Dinge zu beachten, wenn man sein eigenes Bekleidungsgeschäft eröffnen möchte.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um eine Modeboutique eröffnen zu können?

Berufliche Vorkenntnis

Wer eine Modeboutique eröffnet, macht sich im Einzelhandel selbstständig. Da kann es gewiss nicht schaden, bereits eine Ausbildung oder ein Studium mit Handelsbezug absolviert zu haben und idealerweise auch schon in diesem Bereich gearbeitet zu haben.
Eine Ladeneröffnung kommt aber auch für Quereinsteiger in Frage. Wer noch kein betriebswirtschaftliches Grundwissen besitzt, sollte vor der Unternehmensgründung dementsprechende Kurse belegen oder sich das Wissen autodidaktisch aneignen. Manche örtliche Wirtschaftsförderungen bieten sogenannte Gründercoachings an, bei denen die wichtigsten Aspekte eines solchen Vorhabens erläutert und die potentiell Selbstständigen gut vorbereitet werden.

Neben dem fachlichen Wissen sollten aber auch einige persönliche Voraussetzungen gegeben sein. So sollte man durchaus diszipliniert und risikobereit sein. Gerade die ersten drei Jahre gelten als die härtesten und vor allem in der Mode entscheidet sich die Haltbarkeit einer Boutique erst ab dem dritten Jahr. Deshalb sollte man also auch einiges an Durchhaltevermögen mitbringen. Wenn man darüber hinaus über ein gutes Zahlenverständnis verfügt, in wirtschaftlichen Zusammenhängen denken kann, sich von kleinen Rückschlägen nicht entmutigen lässt und ein feines Gespür für die neusten Trends und die Bedürfnisse der Kunden besitzt, bringt man gute Voraussetzungen für die Eröffnung einer Boutique mit.

Grundsätzliches – Marktanalyse, Zielgruppenfindung, Konzeptfindung

Zunächst sollte ein Konzept erstellt werden, in dem festgehalten wird, wie der Laden selbst und das Angebot des Geschäftes ausgerichtet sein sollen. Also muss sich die potentielle Gründerin folgende Fragen stellen:

  • Welche Zielgruppe will ich ansprechen?
  • Welches Angebot möchte ich bieten?
  • Welches Preissegment möchte ich bedienen?
  • Was soll meinen Laden im Gegensatz zu anderen auszeichnen?

Wenn klar ist, welche Vorstellungen man hat, sollte anschließend eine Marktanalyse am Wunschort der Niederlassung erfolgen. Dafür sollte man sich zunächst ganz praktisch einmal die örtlichen Einkaufsmöglichkeiten anschauen: Wie viele Boutiquen und Bekleidungsgeschäfte gibt es schon? Welches Angebot ist dort vorhanden? Welche Zielgruppen werden abgedeckt? Welches Preissegment wird bedient? Aus diesen Beobachtungen ergeben sich meist schon erste Korrekturen an dem eigenen Konzept – oder die Beobachtung, dass man mit dem Geplanten voll ins Schwarze trifft! Dies alles sollte unbedingt schriftlich festgehalten werden, damit wichtige Aspekte nicht verloren gehen.

Finanzielle Voraussetzungen – Welches Kapital brauche ich und welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich eine Boutique eröffne?

Eigenkapital

Sind das eigene Konzept definiert und die Marktanalyse durchgeführt, ist eine Auseinandersetzung mit den finanziellen Dingen unbedingt notwendig. Auch hier müssen einige Fragen geklärt werden:

  • Ist Eigenkapital vorhanden? Wenn ja, wieviel?
  • Wie viel des Eigenkapitals soll in das Startkapital für die Boutique fließen?
  • Welche Fördermöglichkeiten können in Anspruch genommen werden?

Eine Gründung ohne Eigenkapital ist sicherlich möglich, allerdings sehr risikobehaftet. Wer am Ende nicht finanziell kollabieren möchte, ist auf der sicheren Seite, wenn er für die Selbstständigkeit gespart hat oder auf Gespartes zurückgreifen kann. Als beginnender Selbstständiger einen Kredit zu bekommen, ist meist recht schwierig. Die speziellen Kredite für Selbstständige bekommt man meist erst nach einem Jahr erfolgreicher Geschäftstätigkeit.
Unabhängig von der Hausbank gibt es noch andere Möglichkeiten, für den Geschäftsbeginn gefördert zu werden. Sich um solch eine Förderung zu bemühen, ist meist ein kluger Schachzug, denn so muss nicht das komplette Eigenkapital investiert werden. Das nicht investierte Eigenkapital kann somit als Reserve für die ersten Monate dienen.

Fördermöglichkeiten

Wer auf Förderungen für die Ladeneröffnung zurückgreifen möchte, sollte sich im Vorfeld der bei zuständigen Industrie- und Handelskammer, der Arbeitsagentur, einem Förderinstitut oder bei einem Gründungszentrum beraten lassen. Hierbei kann eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten aufgetan werden.
Die für eine Modeboutique wohl empfehlenswerteste Gründerfinanzierung ist das Gründerkredit – Startgeld von der KfW. Mit einem Höchstbetrag von 100.000 Euro fördert die KfW gerade kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern. Durch den zur Verfügung gestellten Kreditrahmen kann alles finanziert werden, was bei der Eröffnung einer Modeboutique anfällt – Miete oder Kauf der Ladenräume, Innenausstattung, Wareneinkauf, Kauf der Betriebsmittel. Der Kredit, für den kein Eigenkapital notwendig ist, wird über die Hausbank beantragt.
Wer das Bekleidungsgeschäft aus der Arbeitslosigkeit heraus eröffnen möchte, kann von der Agentur für Arbeit gefördert werden. Empfänger von Arbeitslosengeld I erhalten auf Antrag einen Gründungszuschuss, der die Höhe des bisher monatlich gezahlten Arbeitslosengeldes und eine Pauschale von 300 Euro für die soziale Absicherung umfasst. Dieser wird sechs Monate lang ausgezahlt, die 300 Euro Pauschale kann anschließend für weitere neun Monate beantragt werden. Voraussetzung für diesen Gründungszuschuss ist, dass der Antragsteller mindestens einen Tag arbeitslos gemeldet war und noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld I hat.
Empfänger von Arbeitslosengeld II können zusätzlich zum Arbeitslosengeld für die Gründung ein Einstiegsgeld erhalten. Hierfür gibt es allerdings keinen Rechtsanspruch, die Zusage des Einstiegsgeldes liegt im Ermessen des zuständigen Jobcenters.

Kosten für den Laden und die Einrichtung

Wer eine Boutique eröffnen möchte, braucht zu allererst einmal Räumlichkeiten. Hierfür müssen Ladenräume angemietet oder gekauft werden. Je zentraler diese Ladenräume liegen, desto höher ist meistens auch der Miet- bzw. Kaufpreis. Diese Kosten müssen als monatliche Fixkosten auf jeden Fall fest eingeplant werden. Genauso muss der Laden auch mit Strom und – bei Bedarf für die Personalküche – mit Wasser versorgt werden. Auch das sind feste Fixkosten, die in keinem Kostenplan fehlen dürfen. Vor der Eröffnung des Ladens müssen meist noch Renovierungsarbeiten gemacht werden, damit das Ambiente des Ladens dem gewünschten Konzept entspricht. Je nach Umfang der Arbeiten müssen Kosten für den Boden, die Wandgestaltung und Fenster- bzw. Türlackierungen gerechnet werden. Sind die Ladenräume fertig renoviert, müssen sie eingerichtet werden. Folgende Elemente dürfen auf keinen Fall fehlen:

  • Lampen mit gutem Licht
  • Umkleidekabinen
  • Spiegel
  • Kassentresen
  • Kleiderständer
  • Regale
  • Schaufensterpuppen
  • Einen PC mit Kassensoftware
  • evtl. eine Ausstattung für den Personalraum

Je nachdem, wo die oben genannten Dinge gekauft werden, können die Anschaffungen verhältnismäßig günstig getätigt werden. Allerdings sollte man zwei Dinge nicht vergessen: Zum einen sollte nicht an der Qualität gespart werden. Dinge von minderer Qualität, die dann mehrfach angeschafft werden müssen, sind im Endeffekt dann doch teurer. Zum anderen summieren sich die einzelnen Posten, so günstig sie auch sein mögen, zu einer größeren Summe. Das darf bei der Kostenkalkulation und der Anschaffung nicht übersehen werden.
Bei der Einrichtung des Ladens kommt es allerdings nicht nur auf die Notwendigkeiten, sondern auch auf die Dekoration an. Deshalb ist es wichtig, diesen Posten ebenfalls in die Finanzkalkulation mit aufzunehmen. Denkbar sind hier Wandbilder, Lichtschläuche, Schneiderpuppen, Modellpuppen und nach Belieben Streu-Deko für das Schaufenster.

Einkauf der Waren

Wenn die Boutique fertig eingerichtet ist, fehlt immer noch das Wichtigste: Die Waren. Für den Einkauf sollten im besten Fall Verträge mit größeren Lieferanten geschlossen werden, die bestimmte, auf den individuellen Bedarf zugeschnittene Konditionen beinhalten. Dieser Wareneinkauf macht den größten und wichtigsten Teil der Finanzkalkulation aus und damit wohl auch den schwierigsten – schließlich müssen Preise und Qualität verglichen werden, Verkaufspreise errechnet und daraus eine Umsatzschätzung erstellt werden. Auch ist dieser Posten zugleich durchlaufender und fixer Punkt in der Bilanz. Schließlich muss immer Kleidung auf Vorrat gehalten werden, gleichzeitig müssen vergriffene Stücke nachbestellt werden. Welche Teile sich als Kassenschlager und welche eher als Ladenhüter entpuppen, ist im Vorfeld schlecht vorherzusagen.

Personalgehälter

Auch wenn die Gründerin zunächst allein in ihrem Laden arbeitet – ein Gehalt sollte sie sich schon zahlen. Dieses muss kalkuliert, festgelegt und in die Kostenkalkulation aufgenommen werden. Außerdem muss auch der eigene Krankenversicherungsschutz in das Personalgehalt eingerechnet werden. Wenn der Laden gut läuft, kann es passieren, dass mehr Personal gebraucht wird. Es kann also nicht schaden, bereits zu Beginn einmal durchzurechnen, welche Kosten zusätzliches Personal verursacht.

Behördliche Erlaubnisse – Gewerbeschein & Co.

Wer Waren auf Rechnung verkaufen und dabei einen Gewinn erzielen will, handelt gewerblich und braucht dafür einen Schein – den Gewerbeschein. Dieser wird von dem Amt für Gewerbe der zuständigen Gemeindeverwaltung ausgestellt. Hierbei muss angegeben werden, wer das Gewerbe ausüben möchte, welche Tätigkeit innerhalb dieses Gewerbes ausgeübt werden soll und an welchem Ort. In diesem Zuge gibt der zuständige Sachbearbeiter Auskunft darüber, ob eine Abnahme der Ladenräume durch das Bauamt notwendig ist.
Nach der Gewerbeanmeldung teilt das Gewerbeamt dem Finanzamt mit, dass ein Gewerbe angemeldet worden ist. Das Finanzamt kommt daraufhin auf den Betreffenden zu und bittet denjenigen, seinen Gewinn für die kommenden 12 Monate zu schätzen. Hieran errechnet das Finanzamt dann, ob eventuell auch die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG in Frage kommt. Diese greift, wenn der Umsatz für ein Geschäftsjahr unter 17 500 Euro bleibt.

Notwendige Schritte, um die geplante Modeboutique zu eröffnen

Räumlichkeiten finden

Für den Erfolg des Ladens ist die Lage seiner Räumlichkeiten entscheidend. Natürlich ist die Ladenmiete in einem Randbezirk günstiger als mitten in der Fußgängerzone, allerdings garantiert die Lage in der Fußgängerzone mehr Laufkundschaft als der Randbezirk. In einem Kompromiss zwischen Lage und Miete sollte die Tendenz also eher zur Lage gehen. Idealerweise sollte man sich vor der endgültigen Wahl des Objektes ein wenig Zeit nehmen, die derzeitige Situation um das Objekt zu studieren. Neben einer kleinen Erhebung, wie viele Läden mit ähnlichem Konzept drum herum liegen, bietet es sich auch ein, ein paar Stunden in einer unauffälligen Ecke zu verbringen und nachzuvollziehen, wie viele Menschen an dem Laden vorbei kommen. Es sollte analysiert werden, zu welchen Zeiten mehr oder weniger los ist, ob es über den Tag hinweg gewisse Stoßzeiten gibt, zu denen besonders viele mögliche Kunden an dem Laden vorbei laufen, wie das Laufpublikum bezüglich Alter, Geschlecht und (optisch ersichtlichem) sozialen Status zusammengesetzt ist und welche Schaufenster in der Nachbarschaft bevorzugt betrachtet werden. So kann das Konzept für die eigene Boutique optimal auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.
Wer ein gutes Gespür für Stadtentwicklung hat, kann auch überlegen, welches Stadtviertel sich demnächst im Aufwind befindet und dort nach einem Laden suchen. Im Falle einer Aufwertung des Stadtviertels hätte die eigene Boutique durchaus einen Vorteil. Allerdings erfordert dieses Vorgehen Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen, denn niemand kann garantieren, dass das gewählte Stadtviertel sich wirklich wie gewünscht entwickelt und zudem weiß auch niemand, wann dies der Fall ist. Diese Variante der Standortwahl ist also in der Tat eher für Risikofreude geeignet.

Lieferantenverträge abschließen

Wenn klar ist, welcher Stil in der Boutique angeboten werden soll, sollte man sich frühzeitig auf die Suche nach Lieferanten begeben. Für eine erste Orientierung ist sicherlich eine Suche im Internet hilfreich. Durch bestimmte Foren kann man mit anderen Boutique-Besitzern Kontakt aufnehmen und sich Tipps und Erfahrungsberichte besorgen. Hat man sich für einen bestimmten Lieferanten entschieden, kann per Mail oder per Telefon Kontakt aufgenommen werden. Viele Lieferanten haben auch spezielle Vertreter, die mit Kollektionskatalogen und Probestücken direkt zu den Boutique-Besitzern kommen. Mit diesen werden meist auch die Lieferkonditionen verhandelt. Wenn möglich, empfiehlt sich auch ein Besuch beim Textilhersteller direkt, um sich einen Überblick über Produktionsweisen und andere Gegebenheiten vor Ort zu machen. So kann man auf kritische Fragen der Kunden kompetent und gezielt eingehen.

Innenausstattung der Boutique planen

Neben der Lage ist auch die Innenausstattung für den Laden entscheidend, schließlich sollen die Kunden sich wohlfühlen und einen guten Eindruck von der Boutique gewinnen. Wichtig sind hierbei folgende Aspekte:

  • klare und übersichtliche Aufteilung
  • gute Passierbarkeit der Gänge
  • Ordnung in Regalen und Kleiderständern sowie im ganzen Laden
  • helles, angenehmes Licht
  • frische, unaufdringliche Farben
  • ein zielgruppengerechtes Ambiente
  • ansprechende Schaufenstergestaltung

Gerade das zielgruppengerechte Ambiente spielt eine große Rolle. In einer Boutique für Frauen in den besten Jahren ist eine Untermalung mit aufdringlichem Techno wohl eher unpassend, genauso wie Schlagermusik im Hintergrund bei der Zielgruppe in den 20ern fehl am Platze wäre. Auch die Wahl des Dekorationsstils ist hierbei zu berücksichtigen. Business-Fashion macht sich gut in einer Design-Boutique, während die Einrichtung bei einem Angebot von Vintage-Kleidung auch gern rustikal-verspielt sein darf. Demnach sollte wohl vor der Wahl der Einrichtung klar sein, welcher Fashion-Stil verkauft werden soll. Ratsam ist immer, im Laden und den Schaufenstern auf Modepuppen Kombinationen aus verschiedenen Kleidungsstücken zu zeigen, um den Kundinnen eine Entscheidungshilfe zu geben und einen weiteren Anreiz zum Kauf zu setzen.

Werbekampagne planen

Zur Eröffnung der eigenen Boutique gehört auch eine gute Werbekampagne, schließlich muss der Laden bekannt gemacht werden, um Kundschaft zu bekommen. Hierbei ist es wichtig, sich vorher Gedanken zu machen, welche Werbemittel einem zur Verfügung stehen. Im Grunde stehen einem zwei Wege offen, die man parallel zueinander oder einzeln beschreiten kann: Online- oder Offline-Werbung. Zur Onlinewerbung zählen eine gut aufgebaute, informative Website zum Laden, möglicherweise eine Facebook-Seite sowie Beiträge in thematisch passenden Foren. Bei den Forenbeiträgen sollte allerdings keine direkte Werbung gemacht, sondern mehr durch Fachwissen gepunktet werden. So verhindert man die Löschung durch den Forenbetreiber. Erwähnt man den Laden im eigenen Profil, kann es allerdings gut sein, dass interessierte Forenmitglieder durch die fundierten Beiträge auf den Laden aufmerksam werden.
Im Offline-Werbebereich stehen einem alle klassischen Werbeformen zur Verfügung: Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, gedruckte Flyer, die verteilt und ausgelegt werden, Plakate, wohlmöglich aus der Druck des Boutique-Logos auf T-Shirts oder Stoffbeutel. Ein weiteres Werbemittel sind auch Eröffnungsangebote, die beispielsweise auf die ersten zwei Wochen nach Eröffnung begrenzt sind.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Mund-zu-Mund-Propaganda. Kurz vor der Eröffnung sollte Freunden und Bekannten von dem Projekt erzählt werden, mit der Bitte, den Laden im jeweiligen Umfeld bekannt zu machen. Auch Einladungen zur Eröffnung, die an einen ausgewählten Kreis verteilt werden, bewirken, dass die Leute über den Laden sprechen. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass viele weitere Bekannte und Freunde zur Eröffnung mitbringen. Eine weitere Idee in diesem Zusammenhang ist es, besondere Coupons anzubieten, die nur am Tag der Eröffnung gültig sind. Dieser Begrenzungsfaktor macht potentielle Kunden umso neugieriger.

Modelabel gründen

Im Zusammenhang mit der eigenen Boutique kann auch die Überlegung entstehen, wirklich etwas ganz Eigenes verkaufen zu wollen und ein Modelabel zu gründen. Wenn man bereits eine gutlaufende Boutique besitzt, ist es einfacher, die Marke bekannt zu machen. Wer noch am Anfang steht, muss erst einige Hürden nehmen.

Voraussetzungen für das eigene Label

Wer mit einem eigenen Modelabel erfolgreich sein möchte, muss vor allem Kreativität, Talent und Durchhaltevermögen mitbringen. Auch wenn die Kleidung von einer externen Firma angefertigt werden soll, ist es gut, wenn ein gewisses Grundwissen in Schneiderei sowie Stoff- und Farbenlehre vorhanden ist. Schließlich muss beim Designen der Entwürfe schon berücksichtig werden, welche Stoffe und Farben harmonieren oder eben auch nicht zusammen passen. Natürlich können auch Quereinsteiger ihr eigenes Modelabel gründen, aber ein passendes Studium oder eine Ausbildung in dem Bereich sichern gegen viele Anfangsschwierigkeiten ab.
Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Auseinandersetzung mit dem Markenrecht. Zunächst müssen die vorhandenen Eintragungen beim Deutschen Patent- und Markenamt überprüft werden, um eine zu große Ähnlichkeit zu einer bereits bestehenden Marke auszuschließen. Im schlimmsten Fall kann eine Klage ins Haus stehen! Dann muss das eigene Label beim Patent- und Markenamt eingetragen werden, damit die Entwürfe geschützt sind und nicht einfach von Dritten kopiert werden dürfen. Wer sich absichern will, beauftragt einen Patentanwalt mit diesen Aufgaben, denn die Markenlandschaft ist groß und Fehler durch einen Laien deshalb kaum vermeidbar.

Das eigene Modelabel bekannt machen – Networking ist wichtig!

Neben Stoff- und Farbenlehre sollte auch ein gewisser Grundstock an Wissen in BWL und im PR-Bereich vorhanden sein. Schließlich müssen auch die wirtschaftlichen Faktoren von Beginn an berücksichtigt werden und es muss ein Werbekonzept entwickelt werden, mit dem die Marke bekannt gemacht wird. Mit der Gründung eines Modelabels ist der Name des Labels eben noch nichts wert, wenn man nicht sowieso schon berühmt ist. Deshalb muss das Image der Marke von vorneherein aufgebaut werden. Zu diesem Zweck ist das Networking gut und wichtig. Wer bereits mit den richtigen Leuten zusammengearbeitet hat oder diese auf anderem Wege kennengelernt hat, macht sich den Eintritt in die Welt der Modedesigner um einiges einfacher. Solch ein Networking kann auf Fachtagungen, Messen, Fashion Weeks, anderen Modeschauen oder bei After-Show-Partys betrieben werden. Durch zustanden gekommene Kontakte mit bereits erfolgreichen Designern wäre es denkbar, dass diese mit einer Sonderkollektion für die eigene Marke werben und damit ein breites Zielpublikum auf das neue Label aufmerksam machen.

Das Label konzipieren und finanzieren – Wie kann das Modelabel gefördert werden?

Genauso wie bei der Eröffnung einer Boutique muss auch für das eigene Modelabel ein Konzept entworfen werden. Die Frage danach, wo man mit dem Label hin will, ist genauso wichtig wie eine Bedarfsanalyse, um die potentielle Zielgruppe auszumachen. Die Zielgruppe sollte dabei nicht nur auf Alter und Figur hin analysiert und gewählt werden, sondern auch auf die Aspekte Kaufkraft und soziales Umfeld. Wenn diese Kriterien beachtet werden, kann die Zielgruppe sehr genau definiert werden und damit ein Platz am breiten Markt gesichert werden, der auch die gewünschten Erfolge bringt.
Auch für die Gründung eines eigenen Labels kann die oben erläuterte KfW-Gründerförderung in Anspruch genommen werden. Diese erleichtert finanziell die Erstproduktion der eigenen Kollektion. Es sollte auf keinen Fall an der Qualität gespart werden! Hat der Kunde das erste Stück der Kollektion in der Hand und ist von der Verarbeitung überzeugt, kauft er eher auch ein zweites und drittes Stück, als wenn das erste Stück schon aussieht, als ob es die Waschmaschine nicht überlebt. Bei der Produktion sollte zudem überlegt werden, ob sich eine Eigenleistung im Gegensatz zu einer externen Produktion wirklich rechnet, denn auch die eigene Arbeitszeit ist ein Kostenfaktor, der in die Kalkulation gehört.

Freundschaftsdienste für den Anfang – das Label lebt vom Gespräch darüber!

Gerade bei der Werbekampagne kann in der Anfangszeit auf Freundschaftsdienste zurückgegriffen werden, um das schmale Budget nicht unnötig zu belasten. Hierbei sollten aber nur wirklich zuverlässige Freunde angefragt werden, nichts ist ärgerlicher, als unnötige Verzögerungen, weil Absprachen nicht eingehalten werden. Denkbar wäre beispielsweise ein Freundschaftsdienst bei der Erstellung von Produktfotos. Mit einem schönen Model aus dem Freundeskreis und jemandem mit fotografischem Talent kann der erste Kollektionskatalog nicht nur günstig, sondern auch optisch ansprechend gelingen. Ebenso können Freunde und Bekannte Flyer verteilen, in sozialen Netzwerken für die Marke werben und im jeweiligen Umfeld die Werbetrommel rühren. Auch hier gilt es, die Mund-zu-Mund-Propaganda nicht zu unterschätzen! Eine schicke, gut durchdachte Internetseite kann darüber hinaus Werbung für die eigene Marke machen.
Die Gründung eines eigenen Modelabels erfordert Durchhaltevermögen. Die Marke bekannt zu machen, die Kollektion auf dem Markt erfolgreich zu verkaufen und damit Potential und Kapital für weitere Kollektionen zu gewinnen und sich auf Dauer am Markt zu etablieren, funktioniert nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess, der mehrere Jahre dauern kann. Wer sich schnell entmutigen lässt, sollte also lieber schauen, ob er nicht bei einem bereits erfolgreichen Designer angestellt werden kann. Wenn man allerdings mit Rückschlägen gut umgehen kann, steht der Verwirklichung dieses Traums nichts im Wege!
Wer sich in der Theorie fundiert mit der Gründung eines Labels auseinander setzen möchte, dem sei folgendes Buch zu empfehlen: Wie gründe ich ein Modelabel – Grundlagen und Insidertipps:

Auf knapp 200 Seiten erläutert der Autor alle wichtigen Aspekte zur Gründung eines Modelabels, fundiert, aber für den Einsteiger verständlich. Damit kann der Schritt in die Welt der Designer gelingen!