Bügeln von Hand: Praktische Tipps und Anleitungen

Bügeln von Hand: Praktische Tipps und Anleitungen 7. August 2013

Bügeln-von-HandViele Tätigkeiten und Dinge sind für uns heute so selbstverständlich wie das Atmen. Früher sah die Situation völlig anders aus. Wäsche waschen und trocknen war mühselige Handarbeit, heute übernehmen diese beiden Aufgaben Waschmaschine und Trockner. Das Telefonieren ohne Kabel beziehungsweise an jedem Ort der Welt war ebenfalls nicht selbstverständlich. Und dann gibt es noch das Bügeln: Auch das war früher nicht so einfach wie heute. Heute erleichtern moderne Bügeleisen Verbrauchern die Arbeit. Auf praktische Tipps und Anleitungen, die es in diesem Artikel gibt, kann dennoch niemand verzichten.

Bügeln früher und heute

Die ersten Bügeleisen gab es bereits im 15. Jahrhundert. Sie waren im Grunde nichts weiter als eine schwere Metallplatte mit einem Griff. Von Funktionen wie dem automatischen Vorheizen und anderen Extras wagten die Menschen damals, nicht einmal zu träumen. Das Bügeleisen wurde auf einer heißen Ofenplatte erhitzt, bevor es zum Bügeln genutzt werden konnte. Der gesamte Arbeitsvorgang war umständlich und es gab viele Dinge, die schief gehen konnten. War das Metall nicht heiß genug, konnte man die Kleidung nicht glatt bügeln. Wurde es dagegen zu warm, brannte es direkt durch die Kleidung.

Beginnend mit dem 17. Jahrhundert wurde bis in das 19. Jahrhundert ein neues System benutzt: Es wurden hohle Plätteisen aus Messing gefertigt, die auf ihrer Rückseite eine Klappe zum Verschließen besaßen. Über diesen Zugang wurde eine im Feuer erhitzte Eisenplatte in den Hohlraum eingeführt, welche die Sohle erhitzte. Im späten 19. Jahrhundert gab es Kohle-Bügeleisen, die dieselbe Funktion wie ihre Vorgänger besaßen, statt Eisenplatten allerdings glühende Briketts oder Kohlen nutzten.

Dank der Elektrifizierung des Haushalts werden Bügeleisen bis heute elektrisch beheizt. Diese Bügeleisen nutzen ein Thermostat mit Drehrad. Bis in die 1960er Jahre wurde das Gehäuse aus Bakelit (auf Phenolharz basierender Kunststoff), später ABS-Kunststoff, gefertigt. Diese Varianten bereiten keine Umstände und lassen sich leicht verwenden. Verbraucher können heute aus drei Arten wählen:

  1. Normales Bügeleisen: Erhältlich in kleinen und großen Maßen. Entscheidend ist die Leistung und wie schnell es warm wird. Die Temperatur lässt sich individuell einstellen und eine Lichtanzeige gibt an, ob die gewünschte Temperatur noch verfügbar ist.
  2. Dampfbügeleisen: Erleichtert dank Wasserdampf das Bügeln, da es Falten und Knitter leichter beseitigt. Der Austritt des Dampfes kann individuell eingestellt werden, jedoch ist diese Funktion nicht bei allen Gewebearten effektiv.
  3. Dampfbügelstationen: Sie lohnen sich für ein großes Wäscheaufkommen. Der Dampf zum Bügeln wird in einer separaten Station erzeugt um gelangt über einen Schlauch zum Bügeleisen. Dadurch sind diese Geräte ausdauernder und leistungsfähiger als herkömmliche Dampfbügeleisen während das Bügeleisen selbst leichter und ergonomischer ist.

Arbeitsanleitung zum Bügeln


Eines vorweg: Bügeln ist eine Arbeit, die mit viel Zeit und Sorgfalt verbunden ist. Das bedeutet aber nicht, dass Bügeln anstrengend sein muss. Grundsätzlich machen die meisten Menschen den Fehler, im Stehen zu bügeln. Das belastet den Rücken und sorgt natürlich für Rückenschmerzen. Mit den nachfolgenden Tipps können Verbraucher die Arbeit rationell und fachgerecht durchführen.

4 grundlegende Tipps

  1. Wer die Wäsche vor dem Bügeln trocknet, der erspart sich viel Arbeit. Trikot- und Frotteewäsche muss nur noch zusammengelegt werden.
  2. Das spätere Bügeln lässt sich erleichtern, indem die Wäsche entsprechend vorbereitet wird:
    • eingerollte Kanten ausstreifen
    • fadengerades Aufhängen
    • Hemden auf Bügel aufhängen
  3. Ausschließlich bügelfeuchte und nicht schranktrockene Wäsche bügeln.
  4. Im Sitzen bügeln erleichtert die Arbeit (für den Rücken).

Arbeitsmittel

Wer noch kein Bügeleisen besitzt, sondern eines kaufen möchte, der muss sich an mehreren Kriterien orientieren: Wie groß ist der Haushalt sowie die Wäschemenge und welche Wäscheart wird gebügelt? Für enge Bügelstellen wie Kräuselnähte und Rüschen eignen sich Reglerbügeleisen besonders gut. Dampfbügeleisen ersparen Verbrauchern das in vielen Fällen das Einsprengen und sind für das Aufdämpfen von Oberbekleidung empfehlenswert. Für Großfamilien mit viel zu bügelnder Wäsche eignen sich dagegen Dampfbügelstationen. Welches Produkt Ihre Wünsche erfüllt, erfahren Sie im Dampfbügeleisen-Vergleich auf buegeleisentest.com.

Neben dem Bügeleisen benötigt man zusätzlich folgende Arbeitsmittel:

  • höheverstellbares und stabiles Bügelbrett
  • Ärmelbrett
  • Hocker, um den Wäschekorb abzustellen
  • Wäscheständer zum Ablegen oder Abdünsten gebügelter Wäsche
  • höhenverstellbarer Stuhl mit Rückenlehne
  • Hosen- und Kleiderbügel
  • mit Wasser gefüllte Schale und Schwamm (nur für Bügeleisen ohne Sprühdüse)
  • feuchtes Tuch zum Dämpfen (entfällt für Dampfbügeleisen)

Arbeitsplatz

Rechtshänder müssen den Arbeitsplatz so anordnen, dass sie von rechts nach links arbeiten, bei Linkshändern ist es natürlich umgekehrt. Mit dieser Gestaltung sollen in erster Linie Querkreuzgriffe vermieden werden.

Das Bügeleisen wird auf dem Bügelbrett rechts abgestellt. Der Stromanschluss muss sich auf derselben Seite wie das Bügeleisen befinden, damit das Stromkabel nicht stört oder gar zur Verletzungsgefahr wird. Die Beleuchtung kommt von vorne oder links. Der Wäschekorb wird rechts neben dem Bügelbrett auf einen Hocker gestellt, damit man sie ohne sich zu bücken entnehmen kann. Links neben dem Bügelbrett steht der Wäscheständer. Hier wird die fertig gebügelte Wäsche abgelegt. Die Arbeitshöhe muss der eigenen Körpergröße angepasst sein. Grundsätzlich entlastet das Bügeln im Sitzen den Rücken. Es ist aber empfehlenswert, von Zeit zu Zeit aufzustehen – besonders bei großen Teilen, da sich der Aktionsradius vergrößert und dadurch Vorteile entstehen. Im Stehen kann man auch mehr Kraft und Druck ausüben, was bei einigen Kleidungsstücken notwendig ist.

Arbeitsablauf

Wie zuvor erwähnt, ist die Vorbereitung der Wäsche eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Bügelerlebnis. Sehr trockenes Gewebe aus Baumwolle und Leinen muss eingesprengt werden. Als Nächstes muss man den Wäschesprenger oder Sprüher mit warmem Wasser füllen. Das Einsprengen erfordert etwas Erfahrung, die Wäsche darf weder zu trocken noch zu nass sein. Nun die Kanten glatt streichen, die Wäschestücke in Form ziehen und auf Stapeln zusammenlegen. Doppelte Teile wie Kragen, Bündchen oder Nähte werden immer nach innen gefaltet. Wer die Wäsche in feuchtem Zustand von der Leine oder aus dem Trockner nimmt, der erspart sich das Einsprengen.

Vor dem Bügeln müssen Verbraucher noch kontrollieren, ob die Sohle des Bügeleisens sauber ist, um Verschmutzungen der Textilien zu vermeiden. Für die Verwendung eines Dampfbügeleisens entkalktes oder destilliertes Wasser nutzen. Vor dem Einschalten des Bügeleisens muss man die Wäsche noch nach Bügeltemperaturen sortieren und stapeln. Beim Bügeln wird immer mit der temperaturempfindlichsten Wäsche begonnen:

  • 80 bis 105 °C für Chemiefasern wie Polyester, Polyacryl, Polyamid
  • 130 bis 165 °C für Seide, Wolle, Mischgewebe, Viskose
  • 165 bis 220 °C für Leinen und Baumwolle

Für Textilien mit Mischgewebe wird die Bügeltemperatur immer dem empfindlichsten Faserteil angepasst.

8 unverzichtbare Bügelregeln

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen wurden, kann das Bügeln beginnen. Passend dazu geben wir abschließend noch acht unverzichtbare Bügelregeln, die Ihnen die Arbeit erleichtern:

  1. Ähnliche Wäschestücke hintereinander bügeln, da durch die Fließbandarbeit Zeit und Kraft gespart wird.
  2. Doppelte Teile wie Kragen, Taschen, Manschetten und Knopfleisten von links und anschließend von rechts bügeln.
  3. Abstehende Teile wie Kragen, Ärmel, Träger und Bänder vor großen Bereichen Bügeln. So lassen sich Knitter auf bereits gebügelten Flächen vermeiden.
  4. Grundsätzlich wird auf der rechten Stoffseite gebügelt. Der dadurch entstehende Glanz ist in einigen Fällen ungewünscht, außer bei T-Shirts mit Aufdruck.
  5. Vom Weiten ins Enge Bügeln, so bekommt man auch enge Partien schön glatt.
  6. Monogramme, Stickereien und Spitzen von rechts, dann von links bügeln. So erscheinen die Muster plastischer.
  7. Wäsche sollte immer komplett trocken gebügelt werden (Wolle ausgenommen). Ansonsten riskiert man, dass sie beim Nachtrocknen erneut knittert.
  8. Gebügelte Stücke werden zunächst auf einer Ablage deponiert, Hosen, Röcke, Hemden und Blusen dagegen sofort aufgehängt, da sie sonst zerknittern.

 

Artikelbild: © Dieter Schütz / pixelio.de