Dampfbremse

Begriff der Dampfbremse

Unter dem Begriff Dampfbremse versteht man in der Bautechnik eine Pappe oder Folie, die das Entstehen von Tauwasser innerhalb von Bauteilen aus dem Bereich der Wärmedämmung verhindern bzw. wesentlich verhindern soll. Dampfbremsen haben somit die Aufgabe, die Bildung von Wasserdampf und ein Fließen der Innenraumluft auf ein Minimum einzuschränken. Dabei soll durch Wasserbremsen der entstehende Wasserdampf nicht gänzlich unterbunden werden, wie es bei der sogenannten Dampfsperre der Fall ist. Dampfbremsen haben somit den Vorteil, dass etwaiges eingedrungenes Wasser der daraus resultierende Wasserdampf wieder verdunsten kann. Dieser Vorgang ist bei einer Dampfsperre aber nicht möglich.

Der gesetzliche Hintergrund

Gemäß den Bestimmungen der Verordnung zum Energie sparen (EnEV) sind Dampfbremsen in Deutschland vorgeschrieben. Diese Verordnung findet sich im deutschen Wirtschaftsverwaltungsrecht wieder und ist im Wesentlichen für die Dächer von Bürogebäuden, Wohngebäuden und von Betriebsgebäuden hin ausgerichtet, die über normale Innentemperaturen verfügen. Der Gesetzgeber geht dabei von einer durchschnittlichen Innentemperatur von 19 Grad Celsius und von einer mehr als vier Monate dauernden Heizperiode aus. Darunter fallen also alle Gebäude, die vorrangig für das Wohnen vorgesehen sind.

Dampfbremse: Dachdecker auf dem Dach
Dampfbremse – © Horst Schmidt – Fotolia.com

Die zweite Kategorie sind jene Objekte, die durchschnittlich 12 bis 19 Grad Celsius aufweisen und ebenfalls mehr als vier Monate beheizt werden. Hier sind aber noch alle raumluft- und heizungstechnischen Gegebenheiten der Gebäude mit einzubeziehen. Grundsätzlich werden mit den Inhalten der EnEV allen verantwortlichen Errichtern dieser Gebäude standardisierte Anforderungen vorgeschrieben, die den allgemeinen Energieverbrauch durch bautechnische Maßnahmen einschränken sollen. Zusätzlich finden sich in dieser Verordnung noch spezifische Regelungen, inwieweit Dampfbremsen bei Neubauten bzw. bei bereits bestehender Baumasse verwendet werden müssen. Ausgenommen von der EnEV, und somit auch die Verwendung von Dampfbremsen, sind Gebäude, die unter den Denkmalschutz fallen und den von der jeweiligen Landesbehörde vorgeschriebenen Anforderungen entsprechen. Des Weiteren sind unter anderem auch bei Gebäuden für die Tierhaltung, bei sich unter der Erde befindlichen Bauten, bei Gewächshäusern, bei ständig auf- und abzubauenden Hallen und Zelten und bei ständig offenzulassenden Betriebsobjekten keine Dampfbremsen gesetzlich vorgeschrieben.

Die Materialien einer Dampfbremse

Bei den Dampfbremsen wird im Allgemeinen unter normalen bzw. einfachen und sogenannten „intelligenten“ Dampfbremsen unterschieden. Der zweite Unterschied liegt im sogenannten sd-Wert, der die diffusionsäquivalente Dicke der Luftschicht zum Ausdruck bringt. Zur Erläuterung hat eine Dampfbremse, die den sd-Wert 1 hat, für ein H²O-Wasserdampf-Molekül denselben Wasserdiffusionswiderstand, wie eine Luftschicht von einem Meter. Einfacher ausgedrückt ist eine Dampfbremse mit einem hohen sd-Wert weitaus dichter, als eine Dampfbremse, die mit einem niedrigen sd-Wert ausgezeichnet ist. Von der Bauweise her handelt es sich bei den meisten einfachen Dampfbremsen um Produkte, die wie eine dicke Folie aussehen und aus Plastik hergestellt werden.

Eine intelligente Dampfbremse hingegen besteht aus Polyamid, das auch bei Folien für die Lebensmittelindustrie seine nützliche Anwendung findet. Aufgrund der positiven Eigenschaften des Polyamides haben aus diesem Grundstoff hergestellte Dampfbremsen die Fähigkeit, sich an die jeweils herrschenden Witterungsverhältnisse, speziell bei der Durchlässigkeit von Wasserdampf, anzupassen und diesen Dampf zu absorbieren. Dies basiert auf dem chemischen Vorgang, dass je höher die Umgebungsfeuchte, desto mehr H²O-Wasserdampf-Moleküle durch Dampfbremse aus Polyamid aufgenommen werden.

Die Vorteile und Nachteile einer Dampfbremse

Neben ihren Grundfunktionen als Wärmedämmung und der Verhinderung von zu hoher Luftfeuchtigkeit hat eine Dachbremse vor allem in der Verlegung einen großen Vorteil. Vom Gewicht her ist sie leicht und damit durch ein einfaches Abrollverfahren rasch zu verlegen. Zudem verfügen Dampfbremsen über eine hohe Elastizität und über eine gute Haftung auf saugfähigen Unterlagen. Diese Folien verbessern auch das Klima im Raum, da sie für den nötigen Austausch der Luftfeuchtigkeit sorgen. Das bedeutet auch, dass eine vorhandene hohe Luftfeuchtigkeit durch eine Dampfbremse vermieden wird und in weiterer Folge am Dachboden kein Saunaeffekt auftritt. Zudem sorgen sie auch für eine oft notwendige moderate Luftdichte, die durch eine Dampfsperre nicht gegeben ist. Den doch überwiegenden Vorteilen von Dampfbremsen stehen eigentlich nur wenige Nachteile gegenüber. Da Dampfbremsen im Innenbereich verlegt werden, kann es zu gewissen Einschränkungen der Wohnfläche kommen. Der größte Nachteil entsteht aber dann, wenn eine Dampfbremse mit einem falschen sd-Wert gewählt wird. Dadurch sind Probleme mit dem Raumklima vorprogrammiert, die nur schwer wieder reparabel sind. Grundsätzlich hängt der richtige sd-Wert von der Konsistenz und dem Diffusionsverhalten der äußeren Bauteile ab. Zudem kann es bei einer unsachgemäß durchgeführten Verlegung oder schon durch kleinste Beschädigungen der Folie dazu führen, dass die Wirkung der Dampfbremse sowohl am Flachdach, als auch am Steildach wesentlich eingeschränkt wird.

Das Verlegen einer Dampfbremse

In der Regel werden Dampfbremsen im Inneren, also auf der beheizten Seite eines Dachbodens verlegt. Zu Beginn der Montage sind die Bahnen der Folie überlappend an den Sparren der Dachkonstruktion zu befestigen. Dabei sollte die Überlappung mindestens fünf bis zehn Zentimeter betragen.

Dafür eignet sich am besten ein Tacker, wobei alle zehn Zentimeter ein Befestigungspunkt gelegt werden sollte. Danach sind die Überlappungsbereich der einzelnen Folien mit einem Klebeband wasserdicht abzukleben.

Wo Dampfbremsen erhältlich sind

Grundsätzlich sind Dampfbremsen von den verschiedenen Herstellern in jedem gut sortierten Baumarkt erhältlich. Ein bekannter Hersteller von Dampfbremsen ist unter anderem die Firma Bauder, die Dampfbremsen in den unterschiedlichsten Ausführungen und sd-Werten am Baustoffmarkt europa- und weltweit vertreibt. Zudem gibt es im Internet noch zahlreiche Anbieter von Dampfbremsen, die ihre Produkte online zum Kauf anbieten.