Durchlauferhitzer oder Boiler – Was ist besser?

Fließendes Warmwasser ist längst kein Luxus mehr. Jeder Haushalt verfügt über eine Anlage zur Warmwasserbereitung, doch gibt es unterschiedliche Techniken, warmes Wasser zu erzeugen. Haushalte, die nicht an die zentrale Warmwasserversorgung angeschlossen sind, benötigen einen Boiler oder Durchlauferhitzer. In Zeiten hoher Energiekosten stellt sich die Frage, welches der beiden Hausgeräte effizienter mit der benötigten Energie umgeht und ob für den Verbraucher eine Kostenersparnis möglich ist, denn Energiesparen im Haushalt sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Durchlauferhitzer: Günstiger Platzsparer oder langsamer Wassererhitzer?

Durchlauferhitzer erwärmen das Wasser, wie es der Name beschreibt, während des Durchlaufs. Dazu senkt das Gerät den Wasserdruck und verringert die Menge des zu erhitzenden Wassers. Da mit einem Durchlauferhitzer jederzeit und in unbegrenzter Menge warmes Wasser zur Verfügung steht, empfiehlt er sich vor allem in Räumen, in denen Sie viel warmes Wasser verbrauchen.

Bild: panthermedia.net | Anna Leopolder
Bild: panthermedia.net | Anna Leopolder

Elektrische Durchlauferhitzer leiten das Wasser durch Rohre, die in ihrem Inneren Heizschlangen haben. Sie werden an das dreiphasige Drehstromnetz angeschlossen wie ein Elektroherd, weshalb nur ein Fachmann die Installation vornehmen sollte.

Kleindurchlauferhitzer arbeiten mit einem Anschlusswert (Stromentnahme) von 3,5 bis 6,5 Kilowattstunden und sind für Einzelzapfstellen und kleinere Mengen Warmwassers konzipiert. Größere Geräte, die warmes Wasser, zum Beispiel für eine ganze Etage, bereitstellen, haben einen Anschlusswert von 18 bis 33 Kilowattstunden. Generell gilt: je höher der Anschlusswert, desto mehr warmes Wasser wird in kürzerer Zeit bereitgestellt.
Bei einem Durchlauferhitzer mit elektronischer Regelung lässt sich die gewünschte Temperatur am Gerät einstellen. Die Zumischung von kaltem Wasser entfällt und die Effizienz wird dadurch erhöht. Elektronisch geregelte Durchlauferhitzer verbrauchen durchschnittlich 20 Prozent weniger Strom als solche ohne elektronische Steuerung. Problematisch bei der Warmwasserbereitung mit Strom ist die geringe Effizienz des Stroms. Da seine Herstellung generell einen Energieverlust von etwa 75 Prozent der eingesetzten Energie (Kohle, Öl) verursacht, liegen die Kosten für eine Kilowattstunde Strom bei rund 20 Cent. Bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 150 Kilowattstunden im Jahr ergeben sich Kosten von rund 30 Euro.

Bei älteren Geräten kann es vorkommen, dass eine konstante Temperatur nicht gewährleistet wird. Dies ist gerade bei Tätigkeiten wie Duschen unangenehm, da das Wasser innerhalb von Sekunden kochend heiß oder eiskalt werden kann. Generell sollten Verbraucher aber auch den Vorteil sehen, dass bei Durchlauferhitzern das Wasser immer frisch bezogen wird und nicht wie bei Boilern auch über einen längeren Zeitraum schon im Speicher gelagert wurde. Vor der Montage muss ein Fachmann überprüfen, ob ein Anschluss des Durchlauferhitzers überhaupt möglich ist, da dieser bei der Wassererwärmung recht viel Strom benötigt.

Gasdurchlauferhitzer sparen Geld

Durchlauferhitzer gibt es auch mit Gasbetrieb. Besonders preiswert ist dabei die Warmwasserbereitung mittels einer Gastherme. Der geringe Energieverlust des Gases senkt den Preis für die Kilowattstunde auf neun Cent. Es ergeben sich jährliche Betriebskosten von etwa 13,50 Euro (150 Kilowattstunden). Bei der Standortfrage ist zu beachten, dass gasbetriebene Durchlauferhitzer größer sind als ihre elektrischen Pendants und nicht eben schnell selber mit dem Akkuschrauber angebracht werden können. Hier muss der Fachmann „ausrücken“, zumal gerade Privatleute von den Anschlüssen besser die Finger lassen sollten.

Boiler: Unwirtschaftlicher Energiefresser oder schneller Warmwasser-Lieferant?

Boiler erwärmen Wasser während eines langen Zeitraums auf bis zu 100 Grad Celsius und halten es durch ständige Erhitzung und mittels Dämmverfahren warm. So wird erwärmtes Wasser dauerhaft bevorratet. Bei dem Warmwasserspeicher wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden: dem Hängespeicher, dem Kleinspeicher und dem Unter-Tisch-Speicher.

Diese Technik benötigt wesentlich mehr Strom als ein Durchlauferhitzer, da das Wasser permanent erhitzt wird, damit der Nutzer direkt nach dem Öffnen des Wasserhahns mit gleichmäßig warmem Wasser versorgt wird und nicht erst auf eine Aufbereitung warten muss. Kleine Wasserspeicher werden häufig elektrisch betrieben; größere Modelle auch mit Gas. Ein Fühlrohr, das für die Temperatursteuerung zuständig ist, befindet sich direkt neben einem Schalter, mit dem der Nutzer die Temperatur einstellen kann. Temperatursensor und Heizelement sind in einem Gefäß aus Kupfer oder Kunststoff untergebracht. Bei Druckboilern ist das Gefäß aus Edelstahlblech. In dieses Gefäß fließt kaltes Leitungswasser hinein, welches anschließend dann auf die gewünschte Temperatur erhitzt wird.

Vorzugsweise für die Versorgung an Waschbecken werden elektrisch beheizte Warmwasserspeicher mit einer Mindestmenge von fünf Litern Wasserinhalt benutzt. Diese werden dann benötigt, wenn keine zentrale Warmwasserversorgung vorhanden ist oder die Zentralheizung zu weit von dem Raum entfernt ist, in dem ein Warmwasseranschluss gebraucht wird. Auch wenn zu weit verzweigte oder nur kaum genutzte Wasserleitungen vorhanden sind, empfehlen Experten die Nutzung eines Warmwasserspeichers, da diese Umstände nicht nur energetisch unpraktisch, sondern auch hygienisch problematisch sind.
Der durchschnittliche Jahresverbrauch eines Boilers liegt bei mindestens 500 Kilowattstunden. Mehrpersonenhaushalte müssen mit einem Verbrauch von 600 bis 800 Kilowattstunden rechnen. Daraus ergeben sich Jahreskosten von mindestens 100 Euro. Der Boiler übersteigt so die Kosten eines Durchlauferhitzers enorm, da dieser das Wasser nur bei Bedarf auf die benötigte Temperatur erhitzt. Ein weiterer Nachteil des Boilers ist, dass hohe Wartezeiten entstehen können, wenn der Speicher leer ist. Füllt der Nutzer beispielsweise seine Badewanne mit warmem Wasser, so muss er gegebenenfalls eine Weile warten, bis der Boiler wieder ausreichend Wasser zum Geschirrspülen erwärmt hat. Damit dies nicht passiert, sollten Sie – sofern möglich – einen Boiler mit ausreichend Speicherplatz installieren lassen. Als Faustregel gilt: 50 bis 60 Liter pro Person. Bei einem Vier-Personen-Haushalt muss der Boiler demnach 200 bis 250 Liter Wasser speichern können. Größere Speicher mit bis zu mehreren Tausend Litern Speicherplatz werden hauptsächlich für Mehrfamilienhäuser genutzt.

Die ideale Warmwassertemperatur liegt zwischen 55 und 60 Grad Celsius. Diese reicht aus, um genügend Nutzwasser zur Verfügung zu haben und trotzdem die Strahlungsverluste des Boilers in Grenzen zu halten, um Strom zu sparen.

Fazit – Durchlauferhitzer effizienter

Auch wenn der Strombedarf eines Durchlauferhitzers im Moment der Warmwasserbereitung erheblich höher ist als der eines Boilers, ist der Stromverbrauch im Jahresdurchschnitt niedriger. Der stetige Stromverbrauch eines Boilers über den ganzen Tag begründet diese Tatsache. Als Alternative würden sich Solaranlagen für warmes Wasser anbieten. Diese sind in der Anschaffung zwar erheblich teurer, decken auf längere Sicht die Anschaffungskosten jedoch wieder und produzieren ab dem Zeitpunkt an nahezu kostenlosen Strom für Warmwasser.