Fliesen legen leicht gemacht – Anleitung mit Video

Werkzeug und Material: Zahnspachtel, Gummiwischer, Glättkelle, Schwammbrett, Fliesenbrechzange, kleiner Spitz- oder Gummihammer sowie ein Fliesenkreuz, Fliesenschneidemaschine, Bohrmaschine oder eine Fliesenlochzange, Fliesenspachtelmasse, Kleber und Tiefgrund. Beim Kleber und der Fliesenspachtelmasse sind flexible Fertigmischungen zu empfehlen, die erkennbar sind am rautenförmigen „Flex“-Logo, die nur noch nach Herstellerangaben mit Wasser angerührt werden müssen. Der jeweilige Verbrauch des Klebers, der Spachtelmasse und des Tiefgrunds ist auf den Verpackungen angegeben. Es muss also nur die Quadratmeterzahl der zu fliesenden Fläche mit den Verbrauchsangaben des Herstellers verglichen werden.

Berechnung der benötigten Fliesen: Es ist von großer Wichtigkeit genügend Fliesen zu erwerben, so dass eine Reserve vorhanden ist. Zur Berechnung der Fliesenmenge dient deshalb folgende Faustformel: Quadratmeterzahl der zu fliesenden Fläche zuzüglich fünf Prozent Verschnitt plus fünf Prozent Reserve.

Fliesen legen am Boden

Vorweg ein kleiner Tipp: auch Fliesen beeinflussen die optische Raumwirkung. Dabei lassen große Bodenfliesen kleine Räume größer wirken, das verdanken Sie den Fugen. Für kleine Räume sollte man also größere Fliesenformate von beispielsweise 30 x 30 cm verwenden. Bei großen Räumen muss darauf nicht geachtet werden. Kleine Fliesen reduzieren übrigens allzu lange Fluchten, wenn diese nicht gewünscht sind.

In dem Video von Hornbach finden Sie die unten ausgeführten Schritte, wie man richtig Fliesen legt und anschließend verfugt. Wenn Sie nur an der Anleitung zum Thema „Fliesen legen“ interessiert sind , spielen Sie das Video ab der 3:00 Minute ab.

1. Untergrund vorbereiten

Hierbei werden Risse und schadhafte Stellen mit einer Spachtelmasse verspachtelt, bis der Untergrund glatt ist. Jetzt wird mit Tiefengrund grundiert, danach muss der Boden mindestens drei bis fünf Stunden trocknen.

2. Raummitte finden

Es wird parallel zu den Seitenwänden die Raummitte ermittelt mit Hilfe des Spannens einer Richtschnur. Bevor dann mit dem Fliesenlegen begonnen wird, sollte eine lose Musterreihe gelegt werden, so dass man einen Eindruck von der Wirkung der Farbkombinationen und der Gradlinigkeit bekommt.

3. Erste Fliesenreihe

Zunächst wird anschließend die erste Fliesenreihe entlang der Wand verlegt. Als Beginn empfiehlt sich die Richtschnur und dort dann entweder mit einer Fliesenfuge oder der Fliesenmitte. Die zu verfliesende Fläche sollte symmetrisch aufgeteilt werden, d. h. Fliesenteilstücke werden rechts und links gleichmäßig angesetzt. Zum Schneiden von Fliesen wird entweder eine Fliesenschneidemaschine genutzt oder die Fliese wird an der gewünschten Stelle erst angeritzt und dann über einer geraden Kante oder mit einer Fliesenbrechzange abgebrochen.

4. Mischung des Fliesenklebers

Wichtig hierbei ist, immer nur so viel Kleber zumischen, wie in ca.30 Minuten verarbeitet werden kann. Dann wird der Fliesenkleber mit einer Glättkelle gleichmäßig dick aufgetragen und mit einem Zahnspachtel durchgekämmt. Übrigens dicke Fliesen erfordern eine grobe und dünne Fliesen eine feinere Zahnung des Spachtels.

5. Fliesen ins Kleberbett schieben

Dafür muss eine Fliese zunächst an die benachbarte Fliese oder die Wand gesetzt und danach ins Kleberbett von der Wand oder Fliese weggedrückt werden. Die Fugen bleiben mit dieser Methode weitgehend frei von Kleber. Es sollten Fliesenkreuze benutzt werden, um einen gleichmäßigen Abstand der Fliesen zu gewährleisten. Die Fliesenkreuze werden im Übrigen nicht wieder entfernt und später mit verfugt. Danach erfolgt das Andrücken der Fliese und das leichte Anklopfen mit einem Gummihammer. Dann wird die erste Fliesenreihe fertiggestellt.

6.  Schnur ziehen

Dies tut man, um einen geraden Fugenverlauf zu erzielen. Dazu wird die äußerste rechte und linke Fliese der zweiten Reihe gelegt und dazwischen eine Schnur gespannt. An dieser Schnur können die Fliesen der zweiten Reihe nun exakt ausrichtet werden. Mit allen weiteren Reihen wird genauso verfahren.

Fliesen legen an der Wand

Es macht kaum einen Unterschied, Fliesen an der Wand zu legen oder am Boden. Wichtig ist der Einkauf, der an oberer Stelle unter dem Punkt Was muss eine Fliese aushalten? beschrieben wurde. Hinzu kommt lediglich bei den Wandfliesen, dass alle Leitungen und Armaturen im Raum vermessen werden müssen. Für den benötigten Platz mitten in einer Fliese trennen Sie die Fliese durch die Löcher hindurch und brechen die Aussparung in der gewünschten Größe vorsichtig Stück für Stück heraus. Diese Verfahrensweise gilt auch für das Legen der Fliesen am Boden, wenn zum Beispiel eine Rohrdurchführung für Heizungsrohre geschaffen werden muss.

Zum Abschluss muss verfugt werden

Für verschiedene Arten von Fliesen gibt es unterschiedliche Fugenbreiten. Bei Feinkeramik bis 15 cm Seitenlänge sind es 2 Millimeter, bei Feinkeramik über 15 cm Seitenlänge sind es 2-8 Millimeter und bei Bodenklinker und Grobkeramik sind es 4-10 Millimeter. Das Verfugen erfolgt in drei Arbeitsschritten, rund fünf Stunden nach dem Legen der Fliesen. Dafür wird im 1. Schritt der Fugenmörtel nach Herstellerangaben mit Wasser eingeschlämmt. Im 2. Schritt wird die dickflüssige Fugenmasse nun diagonal zum Fugenverlauf mit einem Gummiwischer so dick aufgetragen, bis die Fliesenoberkante gut eingeschlämmt ist. Es wird empfohlen mehrmals über die Fläche zu wischen, damit die Fugenmasse in alle Hohlräume, auch unter die Fliesen, sickern kann. Alle Fugen müssen gleichmäßig bis zur Fliesenoberkante mit Mörtel gefüllt werden. Im 3. und letzten Schritt wird mit dem Gummiwischer die überschüssige Masse abgezogen und die Reste am besten gleich mit einem feuchten Schwamm entfernt. Unter folgendem Link finden Sie mehr Informationenals auch ein Video zum Thema „Fugen„.

Warum Fliesen?

Fliesen haben sowohl am Boden als auch an der Wand erhebliche Vorteile gegenüber anderen Belägen. Sie sind wasserfest, unempfindlich gegen Fettspritzer und besonders pflegeleicht. Fliesen sind daher bestens geeignet für Küche, Flur, Bad, WC, Hauswirtschaftsraum und Keller. Aber auch andere Wohnbereiche können selbstverständlich mit Fliesen auslegt werden, insbesondere bei einer Fußbodenheizung ist ein Fliesenbelag ideal, da er die Wärme direkt an den Raum abgibt.

In der Entscheidung über Design, Farbe, Material und Oberflächenbeschaffenheit Ihrer gewünschten Fliesen sind Sie natürlich vollkommen frei. Der Markt gibt beinahe unendlich viele Varianten her, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Sie müssen lediglich darauf achten, dass Ihre favorisierten Fliesen auch tatsächlich für den angedachten Einsatzort geeignet sind. Fliesen an den Wänden müssen weniger Belastungen aushalten als Ihre Pendants am Boden, daher sind die Abriebfestigkeit und die Widerstandsfähigkeit gegen Verkratzen von entscheidender Bedeutung. Unsere Fliesen haben wir auf fliesenrabatte.de gekauft und können diesen Shop vorbehaltlos empfehlen. Hier finden Sie Markenfliesen zu sehr günstigen Preisen.

Was muss eine Fliese aushalten?

Fliesen sind in Abriebklassen bzw. Beanspruchungsgruppen eingeteilt. Diese helfen bei der Ermittlung des geeigneten Einsatzortes. Grundsätzlich sind Fliesen extrem widerstandsfähig, aber Bodenfliesen müssen dennoch auf Grund ihrer stärkeren Beanspruchung in einer anderen Abriebklasse gekauft werden, der Verschleiß ist eindeutig höher. Durch die DIN- und EURO-Normen sind mehrere Gruppen festgelegt: von 1 bis 5 für sehr leichte bis sehr starke Beanspruchung. Abriebklasse oder Beanspruchungsgruppe 1 beispielsweise würde man allenfalls an der Wand, etwa im Bad benutzen, da die Fliesen für den Boden zu empfindlich sind. Für den Bodenbereich empfehlen sich hingegen Fliesen der Abriebklassen 4 und 5. Die Widerstandsfähigkeit gegen Verkratzen ist ebenfalls eingeteilt und zwar in 7 Normgruppen, die von der Eignung für leichte Beanspruchung, etwa als Wandbelag, bis zur extrem starken Beanspruchung beispielsweise beim Bodenbelag reichen.