Fugen: Definition & Anleitung zum selber machen – Video

Definition

Im Bauwesen sind die Fugen beabsichtigt gewollte Spalte oder Abstände, die sich aus bautechnischen oder gestaltungsbedingten Gründen zwischen zwei Materialien bzw. Bauteilen befinden. Zur Gesamtdefinition einer Fuge gehört auch das sogenannte Fugenbild, das die Anordnung und das Aussehen von mehreren davon beschreibt, und der Fugenschnitt. Im Allgemeinen und genauer wird das Fugen-Bild durch das Aussehender verwendeten Materialien (z. B. Fliesen), durch die Farbe- und die Fugen-Art definiert. Fugenschnitte dienen hingegen zur Gestaltung von Ornamenten.

In dem von SAKRET Heimwerker TV finden Sie nützliche Informationen und Tipps, wie man richtig Fliesen legt und anschließend verfugt.

Verschiedene Arten

Im Bauwesen werden viele verschiedene Fugenarten verwendet. Einige Beispiele dafür sind die unter dem jeweiligen Fachausdruckbekannte Bauwerksfuge, Anschlussfuge, Bewegungsfuge, Raumfuge, Lichtfuge, Schattenfuge, Wartungsfuge oder die Scheinfuge. Die Bauwerksfuge wird auch Bautrennfuge genannt und kommt unter anderem bei der baulichen Trennung von Reihenhäusern vor, um diese baulich zu trennen. Anschlussfugen kommen vor, wenn zum Beispiel eine Fliese im Badezimmer mit der Duschtasse zusammentrifft. Unter einer Bewegungsfuge ist eine Fuge zu verstehen, die absichtlich zur Verhinderung von Spannungsrissen gesetzt wird. Als Beispiel kommt diese Fugenart bei Brücken und bei Laminat- bzw. Parkettböden vor.

Raumfugen haben ebenfalls den Zweck, dass sie Spannungsrisse verhindern. Am häufigsten werden sie im Straßenbau verwendet, um Betonplatten voneinander zu trennen. Sollen Bauteile mit einer unterschiedlichen Funktion, wie ein Bild mit dem Bilderrahmen, mit einem Abstand getrennt werden, kommt die Schattenfuge zum Tragen. Eine Lichtfuge befindet sich ebenfalls zwischen zwei Bauteilen und tritt als Lichtstreifen für dekorative Zwecke in Erscheinung. Dichtfugen haben den Zweck, dass sie starken biologischen, chemischen und mechanischen Belastungen widerstehen. Diese Fugenart ist nach DIN kategorisiert und muss aus Sicherheitsgründen in regelmäßigen Abständen auf ihre Dichtheit überprüft werden. Scheinfugen durchtrennen das jeweilige Bauteil nicht zur Gänze. Sie werden beim Verlegen eines Estrichs im Hausbau und bei dem Bau von Betonstraßen verwendet. Zudem kommen sie auch für architektonische Zwecke zum Einsatz, indem sie in Form von Trapezleisten vor dem Betonieren in Schalungen eingesetzt werden.

Die Wahl der richtigen Fugenmasse

Obwohl Fugen in den meisten Fällen auch einen dekorativen Zweck haben, gilt es diese trotzdem gegen das Eindringen von Wasser abzudichten. Dazu werden sie zwischen Fliesen mit einer Fugenmasse ausgefüllt, die je nach Art aus verschiedenen chemischen Verbindungen bestehen und über Kunststoffanteile verfügen.

Männliche Hand beim Fugen

Fugen – © littleny – Fotolia.com

So werden die Fugen in Sanitärräumen mit solchen Massen abgedichtet, die aus Silikon bestehen und somit elastisch bzw. dauerhaft sind. Bei Türen und Fenstern kommen meisten solche Fugenmassen zur Anwendung, die Acryl, Polyurethan beinhalten und gegen die UV-Strahlung resistent sind. Natürlich kommt es dabei auch auf die verwendeten Materialien (Steine, Platten, Fliesen, Cotto etc.) und auf die Oberfläche an, auf dem diese Baustoffe verlegt werden. Für das Verfugen von keramischen Bodenbelägen und Wänden wird zum Beispiel ein zementhaltiger Fugenmörtel verwendet, der extra fein ist und perfekt abdichtet. Eine wesentliche Rolle bei der richtigen Fugenmasse spielt zudem, ob es im Inneren oder im Außenbereich bzw. zu welchem Zweck verfugt werden soll.

Im industriellen Bereich, auf Balkonen und Terrassen, auf gewerblich genutzten Flächen, in Schwimmbecken werden ausschließlich Fugenmassen verwendet, die äußerst hart und widerstandsfähig sind. Am Markt sind aber auch spezielle Arten verfügbar, die extrem elastisch sind und z. B. für das Verfügen von Mosaiken oder Glasbausteinen verwendet werden. Einzigartig sind aber die Hybrid-Massen, die ohne ein Anrühren gleich und einfach verarbeitet können und somit den Fliesenlegern bei ihrer Arbeit viel Zeit ersparen.

Das Abdichten

Beim Verlegen von Fließen, Steingut, Betonplatten etc. entstehen unvermeidlich Fugen, die entsprechend ihrem Zweck abgedichtet oder versiegelt werden müssen. Um sie fachgerecht abzudichten gibt es mehrere Möglichkeiten. Variante 1 ist die Verwendung von Fugenmasse aus der Dose, die mit Hilfe einer Spachtel eingebracht wird. Dabei kann die überschüssige Masse nach dem Trocknen (ca. 30 Minuten oder gemäß Gebrauchsanweisung) mit einem Fetzen entfernt werden. Die zweite Möglichkeit ist der Gebrauch von Fugenmassen, die in Kartuschen erhältlich sind und mit denen mit einer Spritzpistole genauer ausgefüllt werden kann. Dann bietet sich noch die Variante mit Kartuschen an, die am Kopfende über einen Schwamm verfügen. Beim Versiegeln tritt durch den Schwamm die Fugenmasse aus und kann so eingebracht werden. Hier muss die übrige Masse nach dem Trocknen ebenfalls mit einem Tuch weggewischt werden.

Montage von Fugenbändern

Unter dem Begriff Fugenband ist ein vorkomprimiertes Dichtungsband aus Schaumstoff zu verstehen, das auf der Basis von Polyurethan hergestellt wird. Sie sind im Bauwesen auch unter der Bezeichnung Anschlagbänder oder Kompribänder bekannt und für Fugenabdichtung im Innen- und Außenbereich geeignet. Vor dem Vorlegen eines Fugenbandes muss darauf geachtet werden, dass die Fugenkante frei von Staub oder sonstigen Verunreinigungen bzw. trocken ist. Danach ist sie mit einem Voranstrich zu versehen. Nachdem der Voranstrich getrocknet und wischfest ist, kann mit dem Anbringen des Fugenbandes gemäße der Gebrauchsanweisung begonnen werden. Dabei gibt es Fugenbänder, die vor dem Anbringen mit einer Gasflamme auf der Haftseite vorgeschmolzen und anschließend an der Fugenflanke durch festes Andrücken angebracht werden.