Hochbeet anlegen – Tipps zum eigenen Anbau

Der eigene Anbau von Obst und Gemüse im Garten oder auf dem Balkon liegt mittlerweile auch bei der jüngeren Generation im Trend. Am besten gelingt der eigene Anbau in einem Hochbeet. In diesem erreichen Sie eine 5-8 Grad höhere Temperatur als im normalen Boden, wodurch das Gemüse und Obst über einen längeren Zeitraum angebaut werden kann und auch schneller wächst. Im Garten schützt ein Hochbeet Ihre Pflanzen zusätzlich vor Schnecken und anderen Schädlingen. In diesem Artikel erfahren Sie alles rund um das Thema Hochbeet und weitere Tipps zum eigenen Anbau.

Hochbeet

Welche Anforderungen sollte ein Hochbeet erfüllen?

Ein Hochbeet bietet neben den höheren Temperaturen noch weitere Vorteile:

  • bequemes Arbeiten durch Höhe
  • Mischkulturen sorgen für weniger Schädlinge
  • ertragreiche Ernte
  • Hochbeete aus Holz stellen einen echten Blickfang dar

Je nachdem, wo Sie Ihr Hochbeet aufstellen wollen, sind sie mehr oder weniger an die Gegebenheiten vor Ort gebunden. Auf Balkonen finden in der Regel nur kleinere Platz, während Ihnen im Garten fast keine Grenzen gesetzt sind. Aus welchem Material Ihr Hochbeet letztendlich besteht, ist Geschmackssache. Diese Möglichkeiten bieten Ihnen folgende Vor- und Nachteile:

Hochbeet aus Holz

Holz ist eines der beliebtesten Materialien für Hochbeete, denn es ist nicht nur sehr witterungsbeständig, es passt sich optisch so gut wie jedem Balkon oder jeder Terrasse an. Das Hochbeet sollte je nach Standort alle ein bis zwei Jahre mit einer Lasur behandelt werden, die das Holz weiterhin witterungsbeständig macht.

Hochbeet aus Metall

Ein weiteres gängiges Material für Hochbeete ist Metall. Sie sind sehr robust und günstig, denn sie können aus nur wenigen Materialien schnell selbst zusammengebaut werden. Dadurch können Sie Form und Größe ganz einfach an Ihre Gegebenheiten anpassen. Ein kleiner Nachteil ist jedoch, dass es optisch oft weniger ansprechend ist und Metall Wärme und Kälte besonders gut leitet.

Hochbeet aus Stein

Es ist ebenfalls möglich, ein Hochbeet aus Stein zu bauen. Auch dies kann optisch sehr schön aussehen, ist robust und fäulnisresistent. Allerdings ist der Aufbau nicht ganz so leicht, denn die Steine sollten mind. 50 cm in den Boden reichen. Wer in seinem Leben vorher noch nicht gemauert hat, sollte sich vorab gut informieren und ggf. Tipps vom Profi einholen.

Was kann ich in einem Hochbeet anpflanzen?

Im Prinzip können Sie alle Pflanzen in ein Hochbeet pflanzen, die in unserer Region eine realistische Chance haben gut zu wachsen. Besonders gern wird ein Hochbeet zum Anbau verschiedener Kräuter genutzt. Aber auch Erdbeeren, Salat, Tomaten oder anderes Obst und Gemüse können in einem Hochbeet angebaut werden. Folgende Punkte sollten Sie beim Bepflanzen beachten:

Der Größe nach bepflanzen

Bevor Sie die Pflanzen einpflanzen beobachten Sie den Verlauf der Sonne an dem Standort, an dem Ihr Hochbeet steht. Pflanzen die viel Sonne benötigen sollten an den Plätzen eingepflanzt werden, an denen Sie über den Tag verteilt die meiste Sonne abbekommen. Außerdem sollten Sie die Pflanzen der Größe nach sortieren, so das größere Pflanzen kleineren nicht die Sonne wegnehmen. Informationen zu Standort und Größe erhalten Sie auf den Packungen der Pflanzensamen oder auf den Pflanzentöpfen.

Pflanzen im Topf einpflanzen

Rankhilfen sorgen dafür, dass sich die Pflanze nicht zur Seite ausbreitet

Rankhilfen sorgen dafür, dass sich die Pflanze nicht zur Seite ausbreitet

Informieren Sie sich vorher über die jeweiligen Eigenschaften der Pflanzen. Minze beispielsweise ist eine Pflanze, die sich unterirdisch mit dem Wurzeln schnell ausbreiten kann. Um dies zu verhindern, empfiehlt es sich diese gleich mit dem Topf in das Hochbeet zu pflanzen. Anderenfalls sollten Sie in Ihrem Beet immer Ausschau halten, ob sich eventuell weitere Ableger in Ihrem Beet gebildet haben und diese wegschneiden. So verhindern Sie, dass sich mehrere Minze-Pflänzchen in Ihrem Beet ausbreiten.

Bepflanzen Sie nicht zu eng

Es gibt im Baumarkt viele schöne und interessante Pflanzen, da fällt die Entscheidung schnell schwer. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, wie viel Platz die ausgesuchten Pflanzen benötigen. Die Pflanzabstände sind an den Töpfen angegeben und diesen sollten Sie auch ungefähr einhalten.

Rankhilfen einsetzen

Viele Pflanzen wachsen nicht gerade nach oben, sondern breiten sich zur Seite aus. Um zu verhindern, dass sich die einzelnen Pflanzen in die Quere kommen, gibt es sogenannte Rankhilfen.

Mischkulturen pflanzen

Mischkulturen sorgen für einen natürlichen Pflanzenschutz in Ihrem Beet und schützen vor Schädlingsbefall. Informieren Sie sich vorab daher immer, welche Pflanzen zu Ihren Lieblingspflanzen einen guten Nachbar darstellen. Beispielsweise vertreibt Kerbel Ameisen und Läuse und die Kombination von Erdbeere und Petersilie mögen Schecken nicht. Kräuter zwischen verschiedenen Gemüsesorten wehren durch ihren Duft viele Schädlinge ab.

Der Beginn – So befüllen Sie Ihr Hochbeet richtig

Die verschiedenen Schichten eines Hochbeets sind der Grund für den höheren Ertrag, den Sie mit einem Hochbeet erzielen. Die Schichten werden von unten nach oben wie folgt aufgebaut:

  • Äste, Zweige, Strauchabfälle
  • Grassoden, kleine Gartenabfälle
  • Laub, Nadeln
  • ein Gemisch aus groben und feinem Kompost
  • Blumenerde

Wenn Sie Ihr Hochbeet im Garten aufstellen, sollten Sie unten ein Drahtgeflecht auslegen, um das Beet vor Wühlmäusen zu schützen. Bei einem Hochbeet auf dem Balkon ist dieser Schritt optional und muss nicht berücksichtigt werden. Da die Schichten sich mit der Zeit langsam zersetzen und die Pflanzen dem Kompost, der als natürlicher Dünger wirkt, seine Nährstoffe entziehen, sollten die Schichten ca. alle 3 Jahre ausgetauscht werden.

Hochbeet Schichten

Übersicht über die Schichten

Pflege – darauf sollten Sie achten

Die Pflege eines Hochbeetes ist relativ einfach. Während der Saison müssen Sie lediglich darauf achten, dass Sie das Hochbeet regelmäßig gießen. Ein Hochbeet speichert Wasser schlechter als andere Beete und kann daher schneller austrocknen. Gerade bei hohen Temperaturen sollten Sie das Hochbeet täglich gießen. Das Düngen des Beets ist dank des nährstoffreichen Komposts nicht nötig.

Im Laufe der Saison werden Sie beobachten können, dass der Inhalt des Hochbeets durch den einsetzenden Verrottungsprozess langsam absackt. Vor Beginn der neuen Saison sollten Sie dies auffüllen. Dafür entfernen Sie die oberste Schicht, also die Blumen- oder Muttererde und schütten neuen Kompost und danach wieder Blumenerde auf. Umgraben sollten Sie das Beet nicht, da die Schichten möglichst bestehen bleiben sollen. Circa alle 3 Jahre sollte der komplette Inhalt erneuert werden.

Zubehör für Ihr Hochbeet

Salat

Die meisten Salate benötigen zum Keimen niedrige Temperaturen

Viele Anbieter bieten zusätzliches nützliches Zubehör zu den Hochbeeten an. Ein Frühbeetaufsatz schützt die Pflanzen vor Frost, wodurch Sie sogar schon im Winter mit dem Anbau beginnen können. Gerade für Salat, der bei einer Temperatur zwischen 10-15 Grad am besten keimt, ist ein Frühbeetaufsatz sinnvoll. Wachstumsfolien, -netze oder -vliese schützen die Pflanzen vor Witterungseinflüssen und Schädlingen. Auch Rankhilfen können im Nachhinein direkt an das Hochbeet montiert werden. Dies bietet sich besonders an, wenn Sie Pflanzen die mehrere Meter hoch werden können, wie beispielsweise Tomaten, anzüchten.