Holz hacken wie ein Profi: Tipps für ein prasselndes Feuer

„Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sieht.“ Schon Albert Einstein erkannte, dass Holzhacken nicht nur eine Freizeitbeschäftigung ist. In jedem fünften deutschen Haushalt befindet sich ein Holzofen. Immer mehr Menschen Heizen mit Holz, oft auch aus wirtschaftlichen Gründen. In Zeiten in denen das Holzfällerhemd en vogue ist und Filme wie „Into the Wild“ die Flucht in die Natur romantisieren, steht das Holzhacken wieder hoch im Kurs. Um sich die kraftraubende Arbeit zu erleichtern müssen nur ein paar grundlegende Dinge beachtet werden.
Gutes Werkzeug ist das A und O und bildet die Grundlage um das Brennholz zu spalten, doch zunächst muss sich der Holzhacker entscheiden mit welcher Axt er das Holz spalten möchte.

Beil oder Axt? – So finden Sie das richtige Werkzeug 

Holz hacken für Anfänger © panthermedia.net Gabi Sieg-Ewe, Arne Trautmann
Holz hacken für Anfänger
© panthermedia.net Gabi Sieg-Ewe, Arne Trautmann

Wenn Sie sich zum ersten Mal mit dem Thema Holzhacken beschäftigen werden Sie bei Ihrer Recherche nach dem richtigen Werkzeug schnell auf die Frage stoßen: Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einer Axt und einem Beil?

Auf Bildern im Internet ist der Unterschied nicht gleich ersichtlich, aber die Axt ist größer als das Beil. Das Beil verfügt über einen kürzen Stiel und einen kleineren Kopf, wodurch das Beil leichter als eine Axt ist. Es kann im Gegensatz zu einer Axt einhändig bedient werden und kommt ebenfalls beim Holzhacken zum Einsatz. Allerdings ist dies deutlich mühseliger als das Hacken mit einer Axt und sollte deswegen nur zum Einsatz kommen, wenn Sie gelegentlich Holz hacken wollen. Der Axtkopf ist massiv und mit der richtigen Technik benötigen Sie weniger Kraft als mit einem Beil. Folgende Axtmodelle eignen sich zum Zerhacken von Brennholz:

Universalaxt für Einsteiger

Das Einstiegsmodell für Hobby-Holzfäller ist die Universalaxt. Diese fungiert oft als „Freizeitbegleiter“ und wird meist beim campen, wandern und bei der Gartenarbeit eingesetzt. Aufgrund ihrer Formgebung ist sie für die Bearbeitung von leichtem Holz optimal, dennoch raten Experten davon ab sie durchgängig bei der Spaltung von Brennholz einzusetzen.

Spaltaxt für das Ofenholz

Die Spaltaxt hat einen längeren Axtstiel als die Universalaxt. Sie hebt sich durch ihre dicke Oberseite von ihrem Vorgänger ab. Somit kann das Holz durch minimalen Kraftaufwand auseinandergetrieben werden und schont zusätzlich Muskeln und Gelenke.

Spalthammer für’s Grobe

Zur Bearbeitung von großen Holzklötzen oder rauen Oberflächen eignet sich der Spalthammer am besten. Die abgewandelte Axt besitzt einen stumpfen Winkel und kann schneller durch das Holz gleiten. Mit einem Maximalgewicht von 2,5 Kilo entspricht der Spalthammer dem Gewicht eines Vorschlaghammers. Durch die Bewegungsausführung und das Gewicht kann eine größere Menge an Energie freigesetzt werden, die es ermöglicht grobe und schwere Ofenholzstücke zu spalten. Zum Spalten von Brennholz eignet sich die Spaltaxt am besten.

Beim Kauf der Werkzeuge sollte darauf geachtet werden, dass die Äxte keine Äste aufweisen. Diese könnten dazu führen, dass der Stiel Ihrer Axt auseinanderbricht. Idealerweise werden die Äxte im Fachgeschäft erworben und vor dem Kauf ein paar Mal Probe geschwungen.

Ist der Einkauf getan und stapelt sich das Holz im Garten, kann das Holz hacken beginnen. Vorweg sollten allerdings ein paar Vorbereitungen getroffen werden. Eine effiziente Schutzausrüstung (strapazierfähige Handschuhe, Schutzbrille und stabile Arbeitsschuhe) bildet die Basis um die Spalterei ohne Wunden zu überstehen. Auch ein Hackklotz sollte stabil befestigt werden. Im Besten Fall wird die Arbeit auf die Wetterlage abgestimmt, denn Hartholz lässt sich beispielsweise an kalten Tagen einfacher spalten. Bevor wild auf den Holzklötzen herumhackt wird, sollte zunächst die Beschaffenheit des Holzes überprüft werden. Haarfeine Risse bringen Aufschluss darüber, wo die Spaltaxt angesetzt werden muss.

  • Das Holzstück wird auf einem Hackklotz positioniert. Den Untergrund bildet ein großer Baumstumpf, der idealerweise ca. 15 cm Durchmesser umfasst.
    Das Ofenholzstück sollte möglichst mittig auf dem Hackklotz positioniert werden
  • Zunächst folgt der Probedurchlauf: Holzhacken hat weniger mit reiner Kraft zu tun, sondern erfordert Geschick. Meist reicht es aus, das Holz an der richtigen Stelle zu erwischen. Jedes Ofenholzstück hat einen Hauptriss. Wird dieser getroffen, zerspringt das Stück besonders leicht. Man arbeitet mit dem Holz und nicht dagegen
  • Die Axt wird üblicherweise mit beiden Händen geführt. Die dominante Hand umfasst den Stiel der Axt kurz hinter dem Axtkopf, die andere befindet sich am Ende des Stils. Je weiter die Hände auseinanderliegen, desto leichter kann die Axt während der Bewegung kontrolliert werden. Um den Schwung zu vergrößern, müssen die Hände eng zusammenstehen.
  • Wenn das Ofenholzstück beim ersten Mal nicht sofort zersprungen ist, muss die Spalttaxt wieder aus dem Holzklotz manövriert werden. Des Öfteren löst sich die Axt erst, wenn ein wenig gedreht und gezogen wird.
  • Nützliches rund ums Holz hacken

    • Nach dem Einschlag sollte das Holz sofort gespalten werden. Die kleinen Stücke trocknen schneller und können in der nächsten Heizperiode sofort in den Ofen geschoben werden.
    • Niemals mit Stahl auf Stahl schlagen, denn das fördert Materialabsplitterung und kann Unfälle verursachen
    • Die Axt sollte nicht für andere Zwecke entfremdet werden und ist vor jedem Gebrauch zu überprüfen
    • Die Axt niemals seitlich hebeln
    • Ausschließlich Original-Ersatzstiele und Keile verwenden
    • Lagerung an trockener Luft lässt den Axtstiel austrocknen, zu feuchte Lagerung begünstigt das Aufquellen des Holzstiels und kann die Fasern beschädigen