Pflanzenbewässerung während des Urlaubs – so geht’s !

Für Sie beginnt jetzt die schönste Zeit im Jahr – der langersehnte Urlaub. Doch nicht jeder hat in dieser Zeit einen netten Nachbarn, der die Zimmer- und Balkonpflanzen gießt. Wir verraten Ihnen mit welchen Tricks Sie auch nach Ihrem Urlaub Freude an Ihren Pflanzen haben. Beachten Sie dabei bitte, dass die Tipps sich auf Temperaturen von circa 18 – 22 Grad beziehen. Wenn es während Ihrer Abwesenheit kühler oder wärmer sein sollte, passen Sie die Wasserzufuhr bitte an.  

 Urlaubsvorbereitung für Ihre Pflanzen

Die zu treffenden Vorbereitungen hängen von der Dauer Ihrer Abwesenheit ab. Fahren Sie nur wenige Tage über das Wochenende weg, genügt es, wenn Sie Ihre Pflanzen am Tag der Abreise nochmal ordentlich wässern.

Sollten Sie allerdings für einen längeren Zeitraum verreisen, können Sie Ihre Pflanzen schon ein paar Wochen vorher auf die bevorstehende Wasserreduktion vorbereiten. Hier ist es ratsam die Wasserzufuhr auf das Nötigste zu reduzieren. Dadurch kann die Pflanze dichte und lange Wurzeln bilden, die ihnen bei Ihrer Abwesenheit helfen auch an Wasser aus tieferen Erdschichten zu gelangen.

Ein bis zwei Tage vor Ihrer Abfahrt sollten Sie den Standort der Pflanzen überprüfen. Am besten geeignet sind Fensterplätze, die in Nord- oder Westrichtung gelegen sind. Hier bekommen Ihre Pflanzen genügend Licht, sind aber gleichzeitig nicht der prallen Sonne ausgesetzt. Denken Sie auch an Ihre Balkonpflanzen. Auch diese sollten vor Sonne, Wind und Starkregen geschützt werden. Stellen Sie Ihre Kästen am besten auf den Boden. Sollte dies nicht ausreichen spannen Sie noch ein Sonnensegel.

Pflanzenbewässerung auch während Ihrer Abwesenheit

Bei einer längeren Abwesenheit müssen Sie Bewässerungsmaßnahmen treffen. Falls Sie ein Pflanzenliebhaber sind, können einige der folgenden Tipps auch Ihren Bewässerungsalltag erleichtern.

  1. Verwenden Sie Tongranulat

Dieser Tipp ist generell hilfreich bei der Pflanzenpflege. Geben Sie beim umtopfen der Pflanzen eine Schicht Tongranulat in den Topfboden. Dies verhindert zum einen Staunässe durch zu häufiges gießen, zum anderen speichert das Granulat Feuchtigkeit und gibt sie nach und nach an den Pflanzenboden ab. Dadurch müssen Sie weniger gießen und Ihre Pflanzen kommen auch mehrere Tage ohne direkte Bewässerung aus.

  1. Badewanne – für Bewässerung bis zu einer Woche

Falls Sie nicht länger als eine Woche wegfahren, können Sie ihre Pflanzen in die Badewanne stellen. Diese legen Sie mit Handtüchern aus und befüllen die Badewanne je nach Pflanzengröße mit 4-6 cm kaltem Wasser. Stellen Sie dann die Pflanzen ohne Übertopf in die Badewanne.

Eine andere Möglichkeit, die sich für eine größere Pflanzenvielfalt eignet, ist die Badewanne mit Tonplatten auszulegen. Die Wanne wird dann mit Wasser befüllt bis die Platten leicht bedeckt sind. Stellen Sie die Pflanzen ohne Übertopf auf die Tonplatten. Die Tonplatten geben der Pflanze nach und nach Wasser, und verhindern gleichzeitig Staunässe. Denken Sie jedoch daran, dass im Bad häufig wenig Licht vorhanden ist, weswegen sich dieser Tipp nur für kurze Zeiträume eignet.

  1. Bewässerungskugeln – für Bewässerungen bis zu zwei Wochen
© PhotoSG_fotolia.com
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Ein weiterer Tipp ist die Verwendung von Bewässerungskugeln. Das Ende der Kugel wird in die Pflanzenerde gesteckt. Danach können Sie die Kugel mit Wasser befüllen. Die Pflanze versorgt sich dann von alleine. Vor dem Anbringen der Bewässerungskugel sollten Sie die Pflanze wässern, da Sie der Kugel sonst gleich das Wasser entzieht. Die Kugeln sind in verschiedenen Größen erhältlich.

Extratipp: Den gleichen Effekt können Sie auch mit einer Plastikflasche erzielen. Bohren Sie hierfür kleine Löcher in den Deckel. Danach können Sie die Flasche mit Wasser befüllen und Kopf über in die Blumenerde stecken. Damit die Flasche in der Erde Halt hat, stecken Sie einen Pflanzenstab oder langen Nagel durch den Deckel. Durch das Variieren der Flaschengröße, können Sie die Bewässerung steuern. Der Trick funktioniert allerdings nicht bei jeder Pflanze. Für Pflanzen mit einem stark ausgeprägten Wurzelsystem oder sehr kleinen Pflanzen ist der Flaschenhals zu dick und findet keinen Halt.

  1. Tonkegel – für Bewässerungen länger als zwei Woche

Bei längerer Abwesenheit oder starker Hitze lohnt sich die Anschaffung von Tonkegeln. Das Bewässerungsprinzip funktioniert folgendermaßen:

Als Erstes legen Sie die Tonkegel für ein paar Minuten ins Wasser, damit Sie Feuchtigkeit aufnehmen können. In der Zwischenzeit befüllen Sie einen Eimer, einen Topf oder eine Schüssel mit Wasser. Danach stecken Sie die Tonkegel in die Pflanzenerde und das Ende des mit dem Tonkegel verbunden Schlauchs in das mit Wasser befüllte Gefäß. Achten Sie darauf, dass der Wasserpegel ca. 10-20 cm unterhalb des Tonkegels liegt. Durch den entstandenen Wasserdruck versorgt sich die Pflanze selbst mit Wasser. Der Vorteil ist, dass Sie je nach Pflanzengröße ein oder mehrere Tonkegel pro Pflanze verwenden können. Anhand der Gefäßgröße lässt sich die Wasserzufuhr regulieren. Mit einem ausreichenden großen Gefäß kann die Pflanze so mehrere Wochen bewässert werden.

  1. Wasserspeicherkästen für Balkonpflanzen

Für die Balkonpflanzen sollten Sie sich einen Wasserspeicherkasten zulegen. Der Vorteil: Die Pflanze wird täglich mit dem eingespeicherten Wasser versorgt. Das ist nicht nur hilfreich, wenn Sie im Urlaub sind, sondern verhindert auch, dass Sie die Balkonpflanzen im Sommer jeden Tag gießen müssen.

Die Wasserspeicherkästen stauen das Wasser in der Außenhülle an. Dieser Speicher kann bis zu mehrere Liter aufnehmen. Je nach Modell gibt er dann das Wasser über ein Vliesstreifen oder eine Substratschicht an die Pflanze ab. Abstandshalter sorgen dafür, dass die Pflanze nicht im Wasser steht. Nachteil dieser Wasserspeicherkästen ist, dass die Pflanzen schon ein recht gutes Wurzelsystem ausgebaut haben müssen. Für junge, kleine Pflanzen ist dieses System nicht geeignet.

Bewässerung vergessen – und nun?

Sie haben einen Spontanurlaub gebucht oder haben vor lauter Vorbereitungen nicht an die Pflanzen gedacht? Keine Panik auch wenn die Pflanze sehr vertrocknet aussieht, kann die Wurzel noch aktiv sein. Mit diesen Tricks verzeiht Ihnen Ihre Pflanze nochmal:

  • Tauchen Sie die Pflanze in einen Eimer voller Wasser und lassen Sie sie so lange darin bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Nachdem abtropfen kann die Pflanze wieder in den Übertopf
  • Düngen Sie Ihre Pflanze. Eventuell bildet sie nochmal neue Triebe
  • Vermeiden Sie die pralle Sonne und bewässern Sie die Pflanze regelmäßig
  • Untersuchen Sie die Pflanze auf Schädlinge und treffen Sie bei Befall entsprechende Maßnahmen
  • Wenn nichts mehr hilft, schneiden Sie die Pflanze so weit wie möglich runter. Eventuell erholt sie sich dann nochmal