Schwimmteich anlegen – eigenes Badeparadies im Garten

Wer einen Schwimmteich anlegen möchte, benötigt vor allem zwei Dinge: Platz und ein gewisses Budget – allerdings können sich heutzutage immer mehr Deutsche ein eigenes Schwimmdomizil leisten. Was früher Luxus war, nimmt Einzug in die Gärten von Familien des Mittelstandes. Ursachen dafür sind sinkende Anschaffungskosten und die steigende Bereitschaft den Naturpool in Eigenregie anzulegen. Im Gegensatz zu Swimming Pools liegen Naturpools außerdem im Ermessen eines handwerklich begabten Laien, sodass nicht unbedingt eine teure Firma engagiert werden muss. Im folgenden Artikel wird beschrieben, wie Sie Schritt für Schritt einen Schwimmteich anlegen.

Schwimmteich anlegen – eigenes Badeparadies im Garten 6. August 2017
Schwimmteich im Garten

Selbst bauen oder Firma beauftragen?

Ein Schwimmteich, der ans Eigenheim grenzt oder an sonstiger Stelle im Garten platziert ist, lässt sich entweder mithilfe eines spezialisierten Unternehmens oder durch eigenen Einsatz umsetzen. Der Kostenfaktor nimmt beim Schwimmteichbau allerdings eine gesonderte Rolle ein, da die Preise von DIY-Schwimmteichen und Professionellen stark auseinanderklaffen. Weitere Faktoren sollten Sie bei der Entscheidung nicht außer Acht lassen. Die folgende Tabelle schafft Klarheit über die jeweiligen Vor- und Nachteile vom DIY-Schwimmteich oder professionell angelegten Naturpool:

DIY-SchwimmteichVon Firma angelegt
VorteileNachteileVorteileNachteile
Geringe (Material-) KostenSehr hoher Aufwand für SelbstbauerKaum eigener AufwandSehr teuer
Bau nach eigenen VorstellungenHandwerkliches Know-How notwendigProfessioneller Schwimmteich
ggf. Probleme mit der BaugenehmigungFachgerechter Verbau von Zusatzfunktionen (z.B. Filteranlage)
Nach eigenen Wünschen
Erteilung der Baugenehmigung garantiert

Aufgrund der völlig anderen Preisdimension (Beträge im fünfstelligen Bereich), haben viele Haushalte gar nicht erst die Wahl: Natürlich bemisst sich der Preis eines Bau- oder Gartenunternehmens auch nach den Wünschen des Auftraggebers – es ist jedoch davon auszugehen, dass das Bauen eines Naturpools über eine Firma sehr kostspielig ist. Schließlich müssen Gehälter von Bauarbeitern und Ingenieuren mitbezahlt werden. Selbstbauer hingegen zahlen in der Regel nur die Materialkosten. Spielt Geld keine Rolle, ist die Beauftragung von Profis angesichts der zahlreichen Vorteile (siehe Tabelle) eine Überlegung wert.

Das Wissensmagazin Galileo von Prosieben hat dem Schwimmteich-Trend einen eigenen Beitrag gewidmet. Im folgenden Video begleitet das Kamerateam eine Familie von der Planungsphase bis zur professionellen Umsetzung durch eine Firma:

Schritt für Schritt einen Schwimmteich anlegen

Den eigentlichen Bauarbeiten muss eine ausgiebige Planung vorausgehen, da Algen in falsch angelegten Gartenteichen schnell die Überhand gewinnen und diesen anschließend umkippen lassen – oder die Pooloberfläche sackt auf Grundwasserspiegelniveau ab. Ein großer Garten ist eine günstige Ausgangslage für das Teich-Projekt, denn die zur Verfügung stehende Fläche bestimmt Größe und Standort des Schwimmteichs.

Berücksichtigen Sie bei der Standortwahl folgende Faktoren: Erstens wachsen Algen in Naturpools besonders rasant, die permanent der Sonne ausgesetzt sind. Daher bauen Sie den Gartenteich bestenfalls im Halbschatten, um nicht ganz auf die Wärmewirkung der Sonnenstrahlen verzichten zu müssen. Zweitens sind dicht in der Nähe befindliche Laubbäume und -sträucher sowie nadelnde Gewächse denkbar unpraktisch, weil die regelmäßige Poolreinigung aufwendiger durch herabfallende Blätter oder Nadeln wird. Drittens drängt Grundwasser bei entsprechender Höhe in die ausgehobene Grube, was zur Deformierung der äußeren Ränder führt. Kenntnisse über den Grundwasserspiegel im Garten vor dem Bauen sind folglich von Vorteil – ist das Grundwasserproblem unumgänglich müssen vor den Grabungsarbeiten tiefe Drainagen gelegt werden.

Die Anfertigung einer detaillierten Planskizze erleichtert die Konzeption des Schwimmteichs, da die Größenverhältnisse von Bauten, Beeten oder der Terrasse im Garten deutlicher werden. Mindestens 50 qm sollten Sie schon für einen Schwimmteich mit Bepflanzung, Außenrand und Einstiegsbereich einplanen, zumindest wenn Sie wirklich schwimmen und nicht nur planschen möchten. Beachten Sie, dass ein Naturpool aus einer nutzbaren Badefläche und einer bepflanzten Regenerationszone – im Verhältnis 1:1 – besteht. Bereits beim Bauen muss dies berücksichtigt werden. Die Wasserpflanzen der Regenerationszone reinigen den Teich auf natürliche Art und Weise, sind dabei jedoch auf eine vergleichsweise große Fläche angewiesen. Weitere Technik zur Filterung des Teichs ist im Grunde genommen nicht vonnöten.

Weiterhin sind Teiche und Pools im Außenbereich genehmigungspflichtig, sofern ein Volumen von über 100 m3 angestrebt wird. Naturpools dieser Größenordnung haben einige Auflagen zu erfüllen: Ein Zaun um das Grundstück oder spezieller um den Pool mit einem abschließbaren Gartentor ist Pflicht – nur auf diese Weise ist Sicherheit für Kleinkinder gewährleistet. Diese werden von Gewässern jeglicher Art magisch angezogen und könnten unbeaufsichtigt ertrinken.

Ist der optimale Platz für den Schwimmteich gefunden, können die Arbeiten beginnen – zunächst sollten Sie sich folgendes Werkzeug und Baumaterial (sowie ggf. Baumaschinen) zurechtlegen:

  • Spaten
  • Minibagger
  • Teichfolie
  • Kunststoff-Randleisten
  • Befestigungspfähle
  • Holzpflöcke und Schnur
  • Baumaterial für Steg (Douglasieholz, Kies/Schotter, Sand)
  • Einstiegsleiter
  • Akkuschrauber und Schrauben
  • Bohrmaschine mit Holzbohrer
  • Stichsäge/Fuchsschwanz/Bügelsäge
  • Substrat (Bims- und Lavastein)

Mit dem richtigem Equipment, Motivation und ununterbrochenen Arbeitsphasen dauert das Bauen eines einfachen Schwimmteichs auch mit nur einer Arbeitskraft nicht allzu lange – dennoch verkürzen mehrere Helfer die Fleißarbeiten (z.B. bei Aushebung des Teichs) maßgeblich. Wie Sie nach der Planungsphase vorgehen, wird im Folgenden ausführlich beschrieben:

  1. Vor der Aushebung des Untergrunds wird der gewählte Standort mit den Holzpflöcken und der Schnur abgesteckt. Je größer der Schwimmteich wird, desto eher empfiehlt es sich, einen Minibagger zu leihen oder die Aushebung von einer Firma erledigen zu lassen. Die tiefste Stelle des Naturpools sollte etwa 2 m betragen. Nach dem groben Aushub wird die Grube des zukünftigen Gartenteichs in Form gebracht: Orientieren Sie sich dabei an Ihre Planung – an welchen Stellen soll der Schwimmteich gerade und an welchen Stellen rund verlaufen? Mit Spaten und der ausgehoben Erde kann nachjustiert werden.
  2. Die Abgrenzung von Regenerations- und Schwimmzone ist notwendig, damit das Ökosystem durch badende Personen keinen Schaden nimmt. Um die Zonen zu begrenzen, gibt es mehrere unterschiedliche Bauweisen: Beispielsweise formen Sie aus der Erde eine erhöhte Fläche für die Regenerationszone oder Sie bauen ein gemauertes Becken für den Badebereich. Abgrenzungen mithilfe von Mauerziegeln haben sich bewährt, sind stabil und halten länger – wie genau diese angeordnet sein sollten, hängt von der Größe, Form und bevorzugten Ausrichtung des Schwimmteichs ab. Zudem ist das Bauen von Erhebungen für die Regenerationszonen erforderlich, um bestmögliche Wachstumsbedingungen für Wasserpflanzen zu schaffen.
  3. Die in Form gebrachte Kuhle sollte nun einer Ausgrabungsstätte ähneln. Anschließend wird sowohl Regenerations- als auch Badezone mit spezieller Teichfolie ausgekleidet, die nicht verrotten kann. Die Enden der Folien sollten großzügig übereinander liegen und über die späteren Beckenränder hinausragen. Befestigen Sie die Folien mit Randleisten aus Kunststoff und Befestigungspfählen. Im Anschluss an die Fixierung der Teichfolie können Sie den Uferbereich mit Erde und Natursteinen verzieren, sodass ein flüssiger Übergang zwischen Wasser und Rasen entsteht.
  4. Daraufhin bauen Sie bei Bedarf einen Steg. Praktisch: Modelle aus Holz und Aluminium sind inzwischen im Baumarkt als Systeme erhältlich, die individuell an den Schwimmteich angepasst werden können. Wer eine ganz genaue Vorstellung von einem ansehnlichen Steg hat und bestimmte Akzente setzen will, kommt um die Holzbearbeitung nicht herum. Einfache quadratische Bauten sind möglich – genauso wie einzigartige Holzstege über Eck entlang des Ufers, als Brücke über die Abgrenzung aus Schritt 2 oder sogar mit runden Konturen. Für einen Holzsteg wird für gewöhnlich Douglasieholz verwendet, das den hohen Anforderungen von Feuchtgebieten gewachsen ist. Regelmäßiges Ölen verhindert den Verrottungsprozess des Holzes weiter. Überdies benötigt ein Holzsteg zur Befestigung einen geeigneten Untergrund. Behalten Sie die Stegmontage bereits bei der Aushebung im Hinterkopf – ein 15 cm dickes Schotter- oder Kiesbett im Zusammenspiel mit einer maximal 5 cm dicken verdichteten Sandschicht gibt dem Steg ohne aufwendige Technik zur Befestigung halt. Erfreulich: Einstiegsleitern aus Edelstahl lassen sich in Schwimmteichen mit Holzstegen problemlos montieren.
  5. Zuletzt befüllen Sie die Regenerationszone mit einem Substrat für Wasserpflanzen, damit die Gewächse gedeihen und das Wasser natürlich filtern. Dieses Substrat ist ein Mineralgemisch aus offenporigen Gesteinen wie Bims und Lava. In Substraten auf dieser Basis werden Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe besonders schnell transportiert, was den Hydrophyten entgegen kommt. Unterschiedliche Pflanzen erfordern unterschiedliche Substrate: Je nachdem, welche Hydrophyten Sie anpflanzen möchten, setzen Sie dem Gemisch weitere Mineralien zu. Oftmals bieten Gartencenter abgestimmte Mischungen an. Es folgt der letzte Schritt: Mit einem Wasserschlauch füllen Sie den Teich mit kühlem Nass. Bitten Sie ruhig bei der freiwilligen Feuerwehr um Hilfe, da so große Wassermassen mit Feuerwehrschläuchen weitaus zügiger in den Schwimmteich gelangen. Zusätzliche Filteranlagen oder kleine Fontänen bauen Sie logischerweise vor Befüllung des Teichs ein.

Da Bilder bekanntlich mehr als Worte sprechen, finden Sie hier nochmals ein paar Impressionen im Zeitraffer, die als Anregung für den eigenen Naturpool dienen sollen:

Einen Masterplan für das Anlegen eines Schwimmteichs gibt es nicht. Gegebenheiten und Wünsche gestalten die Bauanleitung in nicht zu unterschätzendem Maße. Der Schwimmteichbau ist also stets individuell.

Ideale Wasserpflanzen für den Schwimmteich

Die Regenerationszone eines Schwimmteichs ist sozusagen die Lunge des Ökosystems und verhindert die Verschmutzung des Wassers. Außerdem wird die Algenbildung von den Pflanzen reguliert. Stehendes Wasser ist eigentlich totes Wasser: Ohne Regenerationszone und sonstiger Technik zur Filterung dauert es keine zwei Wochen bis der Schwimmteich voller Algen ist, die dem Wasser den Sauerstoff entziehen. Die Folge ist trübes, stinkendes Wasser, in dem niemand baden möchte. Deswegen bedarf es ausgewählter Wasserpflanzen für den Schwimmteich.

Nicht alle Wasserpflanzen tragen zur selbstreinigenden Eigenschaft eines Schwimmteichs bei. Viele Hydrophyten breiten zudem ihr Wurzelwerk im gesamten Teich aus, was beim Schwimmen stört und andere Pflanzen beim Wachstum behindern kann. Seerosen wuchern zum Beispiel sehr stark und gehören daher nicht in den Schwimmteich. Hier sind einige Wasserpflanzen aufgelistet, die optimal für die Regenerationszone sind und den Schwimmteich positiv ergänzen:

  • Tausendblatt
  • Wasserhahnenfuß
  • Wasserprimel
  • Kanadische Wasserpest
  • Laichkraut
  • Wasserstern
  • Kalmus
  • Wasserlilien

Pflanzen am Ufer beeinflussen die Regeneration des Teichs hingegen weniger. Insofern ist die Auswahl an Pflanzen nicht so eingeschränkt wie in der Regenerationszone des Schwimmteichs. Typische hydrophile Pflanzen, die an Teichufern wachsen sind u.a.:

  • Schilf
  • Günsel
  • Wasserdost
  • Bambusrohr
  • Pampasgras
  • Frauenmantel
  • Sumpfstorchenschnabel
  • Sumpfgladiole
  • Wiesenknöterich

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