Wärmedämmung spart Energie und Kosten im Eigenheim

Energieeffizientes Wohnen – Mit Wärmedämmung Kosten sparen

Durch eine energetische Sanierung sparen Sie Kosten und schonen die Umwelt ©pixelfreund_fotolia.com

In Zeiten niedriger Zinsen gehört der Hausbau in Deutschland wieder zur beliebtesten Altersvorsorge. Dabei rückt für künftige Hausbauer, Besitzer älterer Häuser und Immobilienbesitzer von Mietobjekten durch die Energiewände die Wärmedämmung des Hauses immer mehr in den Fokus. Der folgende Artikel bietet Ihnen einen Überblick zu möglichen Dämmmaterialien, staatlichen Zuschüssen sowie den Vorteilen einer Wärmedämmung.

 

Dämmmaterialien und Ihre Eigenschaften

Ziel eines Dämmstoffes ist, die Luft möglichst kompakt zu binden. Dadurch kann die Luft Wärme nur schlecht leiten. Zu den gängigsten Materialien der Wärmedämmung zählen Polystyrol auch Styropor genannt und Steinwolle. Ökologische Dämmstoffe, wie Jute, werden aufgrund Ihrer Eigenschaften ebenfalls immer beliebter.

Polystyrol

Polystyrol setzt sich seit Jahren durch. Es wiegt nicht viel, ist einfach zu transportieren, hat gute Dämmwerte und ist ein vergleichsweise günstiger Dämmstoff. Die Wärmeleitfähigkeit von Polystyrol liegt zwischen 0,032 und 0,040 Watt pro Meter und Kelvin (W/mk). Hier gilt je geringer der Wert desto besser. Polystyrol besitzt jedoch auch einen entscheidenden Nachteil – es wird aus Erdöl hergestellt. Der Rohstoff ist nicht unbegrenzt verfügbar und bei der Entsorgung umweltschädlich. Immer mehr Experten raten daher von dieser Art der Dämmung ab.

Steinwolle

Steinwolle besteht aus einem anorganischen Stoff, der mit 0,030 bis 0.048 W/mk eine ähnlich geringe Wärmeleitfähigkeit aufweist wie Polystyrol. Mineralwolle kann besser als Polystyrol recycelt werden und ist umweltverträglicher. Ihr entscheidender Vorteil liegt darin, dass Sie nicht entflammbar ist. Aufgrund des hohen Schmelzpunktes von 1000 Grad Celsius besteht keine Brandgefahr. Nachteil der Steinwolle ist ihr hohes Eigengewicht und ihre schwierigere Verarbeitung. Zudem darf der Dämmstoff nicht feucht werden, da er ansonsten einen Großteil seiner Dämmwirkung verliert. Die Herstellung der Steinwolle bedarf bei der Produktion einen hohen Energieeinsatz.

Jute

Auf dem Markt gibt es mittlerweile viele ökologische Dämmstoffe. Experten wie wellker.eu raten zur Wärmedämmung aus Jute, denn anders als andere ökologische Dämmstoffe besitzt Jute mit im Schnitt 0,038 W/mk, die geringste Wärmeleitfähigkeit und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Jute wird als pflanzliche Faser aus der Corchorus-Pflanze gewonnen. Aus den Fasern werden überwiegend Kaffee- und Kakaobohnensäcke hergestellt. Diese Säcke werden recycelt und zur Dämmung verarbeitet. Wärmedämmungen aus Jute sind biologisch abbaubar, lassen sich gut verarbeiten, sind gesundheitlich unbedenklich und bieten einen zusätzlichen Hitzeschutz im Sommer. Bei der Verarbeitung wird die Jute mit Soda behandelt, welches neben der Reinigung gleichzeitig als Brandschutzmittel fungiert. Einziger Nachteil der Jute als Dämmmaterial ist der erhöhte Preis gegenüber dem preisgünstigen Polystyrol.

Vorteile einer Wärmedämmung

Ein Haus verliert über das Dach, die Wände und die Fenster am meisten Wärme. Das Dämmen von Dach oder Wänden trägt daher stark zur energetischen Sanierung eines Hauses bei. Der Einbau einer Wärmedämmung schont neben der Umwelt auch den eigenen Geldbeutel durch geringe Heizkosten. Von folgenden Vorteilen profitiert der Hausbesitzer:

  • Wertsteigerung des Gebäudes
  • Energieverbrauch des Hauses sinkt und Wärmeverlust wird gemindert
  • gesteigerter Wohlfühlfaktor
  • geringeres Schimmelrisiko
  • Substanzerhalt der Fassade
  • Raumgewinn durch dünnere Wände

Mythos: Algen- und Schimmelbildung durch Wärmedämmung

Der Mythos, eine Wärmedämmung würde die Algenbildung an der Fassade und Schimmel begünstigen, hält sich in Foren hartnäckig. Das wir an den Fassaden immer häufiger Algenbildungen erkennen, liegt jedoch nicht an der Dämmung – auch Steinfassaden haben heutzutage mit diesem Problem zu kämpfen. Der Grund für das erhöhte Algenaufkommen ist die reinere Luft, die die Algenbildung fördert. Um der Algenbildung vorzubeugen sollte beim Hausbau darauf geachtet werden, dass der Dachvorsprung ausreichend groß ist. Die Fassade ist somit keiner ständigen Feuchtigkeit ausgeliefert. In den letzten Jahren hat sich außerdem die Lotusfarbe von Sto als Fassadenfarbe, die der Algenbildung vorbeugt, durchgesetzt.

Auch bei dem erhöhten Schimmelaufkommen handelt es sich um ein Gerücht. Entgegen der Behauptungen setzt sich der Wasserdampf, der durch Atem, Duschen und Kochen im Inneren des Gebäudes entsteht, besonders an kalten und ungedämmten Wänden ab und bildet dort Schimmel. Eine Wärmedämmung beugt Schimmel sogar vor.

KfW- Förderung als Unterstützung

Durch die geringen Heizkosten rechnet sich eine Wärmedämmung mit den Jahren. Am Anfang ist die Dämmung für Hausbesitzer und Bauherren jedoch erst einmal mit einer Investition verbunden. Der Staat fördert den Einbau einer Wärmedämmung mit zinsgünstigen Krediten oder Direktzuschüssen. Die KfW-Programme „Energieeffizientes Sanieren“ und „Energieeffizientes Bauen“ unterstützen Dämmmaßnahmen für Dach, Fassade, Dachboden, Keller sowie Rohre. Die KfW-Programme 151 und 152 gewähren einen Kredit bis maximal 75000 Euro je Wohneinheit bei Komplettsanierung mit zusätzlichem Tilgungszuschuss von bis zu 17,5 Prozent. Mit dem Programm 430 erhalten Sie einen direkten Zuschuss von 10 Prozent auf die Sanierungskosten bis maximal 5000 Euro pro Wohneinheit. Die KfW bietet für die verschiedenen Bauvorhaben unterschiedliche Programme. Es ist auch möglich, die Förderung nur für Einzelmaßnahmen in Anspruch zu nehmen.

Welches Programm letztendlich für Sie in Frage kommt, hängt von den baulichen Gegebenheiten ab. In der Regel muss das Gebäude für eine Sanierungsförderung ein bestimmtes Alter erreicht haben. Zudem wird häufig ein Energieberater verlangt, der das Bauvorhaben begleitet. Unabhängig von dem Programm muss der Förderungsantrag immer vor Beginn der Sanierung und Beauftragung der Handwerker erfolgen.