Wohnzimmer einrichten leicht gemacht

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© Tom Borowski – flickr.com

Die neue Wohnung ist gemietet, die leeren Zimmer gucken einen an und lassen alle Möglichkeiten offen, sich zu verwirklichen. Sie möchten Ihr Wohnzimmer einrichten, aber wie? Wo sollen Sie anfangen und wie sollen Sie vorgehen? Dieser Text soll helfen, die richtige Herangehensweise aufzuzeigen, um sich mit Struktur und guter Vorüberlegung die ganz persönliche Wohlfühlumgebung zu schaffen.

Zwar spielt es in erster Linie immer eine Rolle, wie groß das Domizil ist, aber mit verschiedenen Einrichtungselementen lassen sich Mängel geschickt kaschieren und große Leerflächen wohnlich gestalten. Weiter ist es natürlich wichtig dafür zu sorgen, dass das Ganze eine persönliche Note bekommt. Das Wohnzimmer ist schließlich der Ort, an dem Sie einen Großteil Ihrer Freizeit verbringen. Lassen Sie sich daher bei der Gestaltung von niemandem reinreden. Es muss Ihnen gefallen und nicht den Freunden und Verwandten. Schwierig wird es, sobald Sie mit Ihrem Partner zusammenziehen, weil hier zwei Geschmäcker aufeinandertreffen, aber es gibt in einer Beziehung ja bekanntlich für jeden Konflikt den passenden Kompromiss.  Sobald Sie also all dies beachten: vorhandener Raum, Individualität, Unabhängigkeit und im Zweifelsfall Kompromissbereitschaft, sollte das Wohnzimmereinrichten kein Problem mehr sein.

My home is my castle

An oberster Stelle steht, wie bei jedem Projekt, die Planung. Bis zum endgültigen Traum-Wohnzimmer sind einige Schritte zu beachten und auch wenn der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, so sollte dennoch ein gewisser Grundstil eingehalten werden. Also fängt man zuerst mit einer Skizze des Grundrisses an. Nehmen Sie sich am besten ein großes Blatt DinA3-Papier und zeichnen Sie vorsichtig mit Lineal und Bleistift die Grundfläche auf. Auf der Skizze sollten folgende Punkte vermerkt sein:

  • Länge, Breite und Höhe des Raumes
  • Türen mit Öffnungsrichtung
  • Etwaige Nischen
  • Höhe, Breite und Tiefe der Fenster
  • Heizköper

Lassen Sie bei der Zeichnung am besten einen großzügigen Rand, um Notizen für die jeweilige Seite des Raums zu schreiben. Sobald Sie mit der Zeichnung fertig sind,  überprüfen Sie am besten alles noch einmal, denn es wäre ein fataler Irrtum, würden Sie für eine knapp bemessene Nische eine teures Einrichtungsstück kaufen, das schlussendlich nicht passt. Besonders bei Altbauwohnungen kann es passieren, dass die sich gegenüberliegenden Wände nicht identisch sind und Räume auf einer Seite schmaler zulaufen, bzw. breiter werden. Daher ist es ratsam, sich jeder Wand gesondert zu widmen und Maß zu nehmen. Auch kann es vorkommen,  dass die Decke an dem einen Ende des Raums etwas höher/niedriger ist, als am anderen Ende. Ist die Skizze fertig, steht dem Wohnzimmereinrichten nichts mehr im Wege.

Der kritische Blick in das Portemonnaie

Nun gilt es, mit den vorhandenen Mitteln zu haushalten und sich erst einmal um die wichtigen Dinge zu kümmern. Denn was bringt einem ein 70 Zoll Fernseher oder eine teure Hi-Fi Anlage, wenn man keine Sitzgelegenheiten hat. Die notwendigsten Gegenstände um ein Wohnzimmer einrichten zu können, sind zuerst eine bequeme und vor allem große Couch. Diese sollte aus einem pflegeleichten Stoff bestehen, denn große Couch bedeutet viel Sitzfläche, was wiederum bedeutet, es sitzen viele Gäste darauf, was früher oder später unweigerlich dazu führt, dass der ein oder andere sein Glas verschüttet oder kleckert. Auch scheiden sich bei Leder oder gar Lederimitat die Geister. Jeder, der mal als Gast im Sommer auf einer Ledercouch geschlafen hat, kann das nachvollziehen. Im Winter dagegen ist eine Ledercouch meist sehr kalt, also weit weg vom gemütlichen Grundgedanken. Als dritter Contrapunkt steht natürlich der Preis. Eine qualitativ hochwertige Ledercouch ist je nach Ausführung häufig sehr kostspielig. Wer das Wohnzimmereinrichten also vom Geldbeutel abhängig macht, sollte auf so ein Prestigeobjekt verzichten.

Neben der Couch ist ein Couchtisch mindestens genauso wichtig. Der Couchtisch beherbergt nicht nur Zeitschriften und die Fernbedienung, sondern ist gleichzeitig auch Esstisch, Beinablage und Dekorationsartikel in einem. Weiter geht es mit Regalen für DVDs, Bücher oder Schallplatten. Ideal eignen sich hier freischwebende Regale für die Wand, da so enorm viel Platz gespart wird und gleichzeitig ein angenehmes Raumgefühl entsteht. Denn merke: Wenn Sie sich die Wände mit meterhohen Wandregalen zustellen, geht auch effektiv Raum verloren und es herrscht ein erdrückendes Gefühl. Nachdem also mit Couch, Beistelltisch und Regalsystem die Basis gelegt wurde, kann es weitergehen mit dem Fernsehgerät, entweder auf einem Phonowagen oder an einer Wandhalterung, je nachdem ob es sich um einen Flachbildschirm oder dem klassischen Röhrenfernseher handelt. Alles, was danach kommt, hängt von der individuellen Möglichkeit des Wohnzimmereinrichtens ab. Es kommt darauf an, ob Sie einen großen Esstisch im Wohnzimmer stehen haben wollen, ob Sie einen Tisch für handwerkliche Arbeiten benötigen oder ob Sie vielleicht Ihre Vinylsammlung mit passender Audioausrüstung verstauen wollen. Außerdem spielen nun auch die persönlichen Dekorationsideen eine Rolle. Mögen Sie es gemütlich, beispielsweise mit Teppichen und warmen Lampen oder eher puristisch auf nacktem Parkett mit weißen Leuchtstoffröhren?

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© BundPImmobilien – flickr.com

Den Raum aufwerten

Egal ob eine Renovierung bevorsteht oder Sie ein neues Heim beziehen, der erste Schritt ist immer der gleiche: Das leere Zimmer muss gestrichen oder tapeziert werden. Die Farbe sollten Sie auf die bereits vorhandenen Möbel und die Helligkeit des Raumes abstimmen. In den meisten Fällen empfiehlt es sich, die Grundfarbe des Raumes in einem hellen Ton zu gestalten. Da Weiß aber für viele Menschen einen kalten Eindruck macht, sind die Farben Creme oder Hellgelb besonders gut geeignet. Hierzu passen übrigens auch die meisten Möbelfarben. Farbakzente setzen Sie am besten durch Dekorationen und Accessoires – So können Sie das Farbkonzept ändern, ohne den kompletten Raum überarbeiten zu müssen.

Wer einen Schritt weiter gehen möchte, kann auch die vorhandenen Möbel weiß streichen oder mit weißer Klebefolie aufwerten. Dadurch können Regale, Schränke und Tische perfekt aufeinander abgestimmt werden. Die Wandfarbe kann dann variiert werden, sogar Muster sind so möglich, ohne dass das Wohnzimmer überladen wirkt. Diese Möglichkeit ist allerdings zeitaufwendig und benötigt etwas Übung. Hat man den Dreh jedoch raus, geht das Aufwerten der Möbel schnell und das Ergebnis überzeugt.

Neue Möbel lohnen sich vor allem dann, wenn es sich um ein Wohnzimmer in einer neuen Wohnung handelt und die vorhandenen Möbel zu alt oder zu kaputt sind, um sie noch einmal zu verwenden. Auch hier ist es am besten, weiße Möbel auszusuchen, damit später Wandfarbe und Dekoration farbenfroh sein können. Empfehlenswert ist es außerdem, nicht zu viele geschlossene Schränke auszuwählen, sondern auch offene Regale, die den Raum aufgeschlossener erscheinen lassen. Wohnwände im eigentlichen Sinne nehmen oft Platz weg. Verschiedene Internetportale bieten neben Wohnlandschaften auch Schränke und Regale an, die qualitativ sehr hochwertig sind und zusammen ein stimmiges Bild ergeben. Es lassen sich auch Berichte finden, die zeigen, wie Menschen bereits ihre Einrichtung gewinnbringend verbessert haben – Ein Blick lohnt sich!

Den Raum einrichten

Wenn Sie sich für passende Möbel entschieden haben, sollten Sie den Raum strukturiert einrichten. Damit das Zimmer einladend wirkt, sollte das Sofa im Mittelpunkt des Raumes stehen. Darum empfiehlt es sich, alle Schränke, Tischchen und Regale um das Möbelstück herum anzuordnen. Platzieren Sie Sofa und Fernsehgerät gegenüber, sodass Sie abends bequem entspannen können. Beachten Sie außerdem, dass der Fernseher nicht gegenüber des Fensters steht. So vermeiden Sie Spiegelungen. Ist dies aufgrund der Raumaufteilung nicht möglich, können Sie Plissees anbringen. Auf www.otto.de finden Sie dazu eine große Auswahl.

Plissees beeinflussen die Einrichtung und das Farbkonzept innerhalb des Raumes nicht, verhindern aber Sonneneinstrahlung. Regale und Schränke sollten nicht nur an einer Wand stehen, damit keine Schrankwandoptik entsteht. Über dem Sofa können z.B. auch Regalbretter angebracht und Bilder, Bücher und Lieblingsstücke angeordnet werden.

Besonders schön ist es, wenn alte und neue Möbel zusammen im Raum in Szene gesetzt werden. Auch hier lohnt sich der Kauf von weißen neuen Möbelstücken: sie lassen sich nämlich hervorragend mit antiken Stücken kombinieren.

Das Grundgerüst des Raumes ergibt sich aufgrund der praktischen Funktionen meist von selbst. Durch Dekoration kann der Raum individuell werden, wodurch häufig erst die Gemütlichkeit entsteht. Lassen Sie sich also nicht abschrecken, wenn der Raum zu diesem Zeitpunkt noch kalt wirkt.

Stauraum schaffen

Natürlich ist das Wohnzimmer nicht nur zum Zusammensein da, sondern auch, um zahlreiche Sachen zu verstauen. Bücher, DVDs, CDs, Geschirr oder Fotoalben – alles muss Platz finden und trotzdem soll es aufgeräumt aussehen. Kaufen Sie aus diesem Grund verschiedene Körbchen und Schachteln. Hier können Sie erste Farbakzente schaffen, zum Beispiel hellblaue Kisten und geflochtene Körbe zu einem grauen Sofa und weißen Möbeln. Später wählen Sie einfach die Dekoration passend zu den benötigten Kisten aus. So wirkt das Wohnzimmer einheitlich und bekommt ein geschlossenes Farbkonzept. In Kisten und Körben verschwinden Kleinigkeiten, Elektroartikel und Fotoalben.

Sachen, die nicht jeder sehen soll, werden am besten hinter verschlossenen Türen verstaut, genauso wie Geschirr oder DVD-Player und andere sperrige Gegenstände. Bücher können offen in Regalen stehen oder – um ein Einstauben zu vermeiden – hinter Glastüren verschwinden. Nutzen Sie den Stauraum gut aus, indem Sie auch in den Schränken Kisten verwenden. Sie sind stapelbar und nehmen weniger Platz weg als einzelne in den Schrank gestellte Gegenstände.

Dekoration gezielt einsetzen

Damit das Zimmer wohnlich wird, sollten Sie Kissen und Decken in passenden Farben zu den ausgewählten Kisten auf das Sofa legen. Wenn auch eine Essecke integriert ist, können sie Tischdecken passend zu den Kissen aussuchen. Sofatische sollten im Verhältnis zu den bereits vorhandenen Möbeln stehen – das heißt: Haben Sie bereits viele Schränke und Regale, wählen Sie einen kleinen Couchtisch. Diesen dekorieren Sie am besten schlicht mit einer Blume oder Kerzen. Teppiche bringen Gemütlichkeit, verkleinern aber auch den Raum. Gardinen sollten leicht und ohne viele Muster und Farben gestaltet sein. So beschweren Sie die Atmosphäre des Raums nicht zusätzlich.

Generell gilt bei der Dekoration: Weniger ist mehr. Setzen Sie gezielt auf das Farbkonzept, nicht auf die Masse der Dekorationsartikel.

Die Tipps im Überblick

1. Raum aufwerten:

  • Möbel aussortieren, dazukaufen, weiß streichen, alt und neu kombinieren, denn das macht den Raum hell und somit größer.
  • Wände weiß- oder cremefarben streichen, keine wilden Muster oder Farben in kleinen Räumen, denn nur so behält der Raum seine Struktur und wirkt nicht überladen.

2. Raum einrichten:

  • Sofa in den Mittelpunkt stellen, denn hier soll entspannt werden.
  • Möbel sowohl mit blickdichten Türen, Glastüren als auch offen wählen, denn das bringt Luft und erschlägt nicht.

3. Stauraum schaffen:

  • Sperrige und private Gegenstände hinter geschlossenen Türen aufbewahren, denn so behält das Zimmer seine Ruhe und Gästen wird ein Einblick verwehrt.
  • Die Anschaffung vieler Körbe und Kisten lohnt sich, denn sie schaffen Stauraum, passen ins Farbkonzept und bringen keine Unruhe in das Wohnzimmer.

4. Dekoration gezielt einsetzen:

  • Konsequente Anwendung des Farbkonzepts: Kisten, Rahmen, Tischdecken und Kuscheldecken passend wählen, denn so wird der Raum einheitlich gegliedert.
  • Wenige Artikel in der gleichen Farbe sind besser als viele verschiedene Accessoires, denn so bleibt das Zimmer immer aufgeräumt.

Beherzigen Sie all diese Tipps, dann steht einem neuen Wohnzimmer, in dem Sie Freunde und Familie willkommen heißen können, nichts mehr im Wege!