Schritt für Schritt: Zerkratzte Keramik reparieren

Morgens herrscht im Badezimmer Hochbetrieb: Gesicht waschen, Zähne putzen, Bart rasieren oder Make-Up auftragen – es findet ein Gerangel um den Waschplatz statt. Und schon passiert es: Der schwere Rasierapparat rutscht aus der Hand und verursacht einen dicken Kratzer mitten im Waschbecken. Den sollten Sie sobald wie möglich reparieren, denn Keime und Schmutz bleiben in der Einkerbung zurück.

Für jedes Material eine Lösung

Wenn sich ein Kratzer durch das Waschbecken zieht, ist das kein Grund für eine sofortige Erneuerung. Mit schon kleinen Maßnahmen können Sie die Schramme in Eigenregie beseitigen. Dafür ist es wichtig, das Material des Waschbeckens zu kennen. Denn je nach Werkstoff benötigen Sie unterschiedliche Hilfsmittel. Varianten aus Mineralguss haben zum Beispiel eine weiche Oberfläche, die zwar schneller zerkratzt, aber ebenso schnell durch eine Politur wieder wie neu erscheint. Keramik zeigt dagegen eine sehr harte Oberfläche, die als robust und widerstandsfähig gilt und nur selten Kratzer zulässt. Wenn sich doch mal einer durch das Material zieht, greifen Sie auf spezielle Reparaturmittel zurück. Wer mehr über die Materialien von Waschtischen erfahren möchte, findet im Ratgeber auf www.calmwaters.de detaillierte Informationen.

„Erste Hilfe“ in fünf Schritten

politur_img_8327Die einfachste und meist schnellste Maßnahme gegen einen Kratzer ist die Politur. Mit einem Schwamm, einer Poliermasse, fünf Minuten Handarbeit sowie etwas Glück ist am Ende nichts mehr von der grauen Spur zu sehen. Am besten eignet sich ein spezifisches Poliermittel für Ihr Waschbecken-Material, doch auch Werkstoff-übergreifende Varianten können etwas bewirken. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Befeuchten Sie einen weichen Schwamm
  2. Tragen Sie eine haselnussgroße Portion des Poliermittels auf
  3. Nun polieren Sie die zerkratze Stelle für etwa zwei Minuten indem Sie mit leichtem Druck kreisförmig über die Oberfläche streichen
  4. Spülen Sie warmes Wasser nach
  5. Abschließend trocken Sie die Stelle mit einem Tuch ab

Je nach Schwere des Kratzers und Waschbecken-Material kann die Politur einen Erfolg erzielen. Klappt es mit der Politur nicht, versuchen Sie doch mal einen Lackstift.

Mit Lackstift zum Erfolg?

lackstift_img_8411Die zweite Variante, um Kratzer und leichte Abplatzungen auszubessern, ist der Lack- oder auch Reparaturstift. Dabei pinseln Sie die Schadstelle einfach über, so geht’s:

  1. Säubern Sie die Oberfläche
  2. Wie alle Lackierungen muss auch der Lackstift erst einmal gründlich geschüttelt werden, also bewegen Sie das Fläschchen für mindestens zwei Minuten auf und ab
  3. Dann pinseln Sie die Fläche hauchdünn über. Wenn Sie mehrere Schichten auftragen, lassen Sie die untere einen Moment antrocknen
  4. Jetzt heißt es abwarten: Die behandelte Oberfläche benötigt mindestens 24 Stunden, um vollständig zu trocknen

Damit der Übergang zwischen der behandelten und unbehandelten Fläche nicht mehr ersichtlich ist, empfiehlt sich eine anschließende Politur. Die richtige Masse haben Sie ja bereits vorliegen, also gönnen Sie dem Waschbecken einen schönen Glanz!

Irreparabel: Spannungsriss

Problematisch wird es, wenn es sich um einen zu tiefen Kratzer oder um den sogenannten Spannungsriss handelt. Den Riss können selbst Profis oft nicht ausbessern, da es sich um einen Fehler im Material handelt. Erkennbar sind die fiesen Risse anhand dieser Eigenschaften:

  • Keine Einschlagstelle, da der Riss nicht durch äußere Faktoren entsteht
  • Bogenförmige oder gerade Linie, die wie ein feines Haar aussieht
  • Deutlich fühlbar, wenn Sie mit dem Finger darüber streichen

Hat Ihr Waschbecken einen Spannungsriss? Dann sollten Sie sich schnell ein neues besorgen.