Zimmermeister – Bekommen Zimmermeister einen Tariflohn und wie wird man Meister?

Was zeichnet den Meister aus und welche Aufgaben hat er?

Zimmermeister ist derjenige, der erfolgreich die Meisterprüfung absolviert hat. Von diesem Punkt an ist er für Führungspositionen qualifiziert, welche er in Zimmerer- oder Baufirmen, in Ingenieurholzbaubetrieben, Fassadenbaubetrieben oder Architekturbüros einnehmen kann. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist nun möglich, doch darf sich der Zimmerer jetzt nicht nur selbstständig machen, sondern als Meister darf er auch ausbilden. Die Karriereleiter eines Zimmerers beginnt beim Vorarbeiter, führt über den Werkpolier und den geprüften Polier im Zimmererhandwerk bis zum Zimmermeister.
Der angestellte Zimmermeister delegiert anfallende Aufgaben an seine Mitarbeiter und prüft während der Arbeitsschritte und im Endergebnis die Qualität der Arbeit. Außerdem ist er für die Einhaltung von Kostenbudgets und Terminen genauso zuständig wie für die Kostenkalkulation, das Erstellen von Plänen und Anfertigen von Entwürfen. Weiterhin berät er Kunden, verhandelt mit Lieferanten, steht mit Kreditinstituten und Behörden in Kontakt, erstellt Angebote und Rechnungen und sorgt dafür, dass Geräte, Maschinen und Materialien vorhanden sowie betriebsbereit sind. Ebenso fällt die Betreuung der Auszubildenden in seine Zuständigkeit. Des Weiteren überwacht der Meister die Einhaltungen der Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften sowie die Einhaltung der Umweltschutzvorschriften.

Wie werden Meister bezahlt und werden sie nach Tarif bezahlt?

Bild: panthermedia.net - Herbert Esser
Bild: panthermedia.net – Herbert Esser
Grundsätzlich wird das Meistergehalt von den Anforderungen der Stelle und der bereits vorhandenen Berufserfahrung bestimmt. Auch die Region, in der man angestellt wird, ist ausschlaggebend. Während ein Meister in Sachsen im Durchschnitt jährlich etwa 21.240 € verdient, bekommt der Meister im Saarland schon 48.000 € im Jahr. Als Angestellter in einem Betrieb hat der Meister Anspruch auf einen Tariflohn. Dieser variiert allerdings ebenfalls von Bundesland zu Bundesland und wird zusätzlich vom Anstellungsverhältnis beeinflusst, denn auch die Größe der Firma nimmt Einfluss auf den gezahlten Lohn. Es kommt also entscheidend auf die Qualifikation an, die vorgewiesen werden kann. Kann der zukünftige Arbeitgeber davon überzeugt werden, dass die Erfahrungen des Bewerbers für ihn sprechen, ist auch ein Gehalt über dem geltenden Tariflohn durchaus möglich. Meist wird der monatliche Lohn weiterhin durch Sonderzahlungen oder Zuzahlungen erhöht, Beispiele dafür sind das 13. Monatsgehalt oder Urlaubsgeld.
Entscheidet sich ein Meister für die Selbstständigkeit, bestimmt er selbst die Höhe seines Lohns, dieser wird aus dem Umsatz der Firma bezahlt.

Wie wird man Meister?

Nach dem Bestehen der Meisterprüfung darf ein Zimmerer den Titel Zimmermeister oder Meister führen. Der Meistertitel ist gesetzlich geschützt und wird verliehen, das bedeutet, dass niemand, der die Prüfung nicht erfolgreich abgelegt hat, den Titel Meister führen darf.
Für die Meisterprüfung gibt es vorbereitende Kurse, die meist von der Handwerkskammer angeboten werden. Diese Kurse sind für das Ablegen der Meisterprüfung nicht zwingend erforderlich, dennoch ist es sinnvoll, sie zu besuchen. Die Kurse gibt es in zwei Formen:

  • in Vollzeit über sieben bis 18 Monate
  • in Teilzeit über ca. zwei Jahre

Die Meisterkurse und die dazugehörigen Prüfungen sind kostenpflichtig, die fälligen Gebühren werden meist von der jeweiligen Handwerkskammer festgesetzt. Wer die Kosten aus eigener Kraft nicht tragen kann, kann Meister-Bafög beantragen.

Die Meisterkurse

In den Meisterkursen wird der angehende Meister umfassend auf seine neue Position vorbereitet. Während er vorher selbst ausführende Kraft war, muss der Zimmerer nun lernen, den Überblick zu gewinnen und alle Aspekte eines Projektes im Auge zu haben. Folgende Inhalte werden in den Meisterkursen berücksichtigt:

  • Zeichnung verschiedener Konstruktionen
  • die Projektdurchführung vom ersten bis zum letzten Schritt: Ein Beispiel wäre eine Dachkonstruktion oder ein Treppenbau von der Zeichnung über die statischen Berechnungen bis hin zur Anfertigung und dem Abschluss der Konstruktion.
  • Fenster- und Türeneinbau
  • Erkennen und Beheben von Schäden und Mängeln in Holzkonstruktionen
  • Dämmung und Brandschutz
  • Unterricht über Aspekte der Bautechnik, Dachkonstruktion, Treppenbau oder zu verschiedenen Baumaterialien
  • Unterweisung in fachbezogener Mathematik
  • Mengen- und Materialbestellungen
  • Erstellung von Leistungsbeschreibungen oder Mengen-Bestellungen
  • Lösung von Problemen mit Personal, Arbeitsvorbereitung, Lagerung und Transport