Alles rund um die Betriebskostenabrechnung

Alles rund um die Betriebskostenabrechnung 22. Oktober 2015

Wer zur Miete wohnt – und das sind in Deutschland immerhin über 35 Millionen Menschen, also ungefähr 43 % der Bevölkerung, wie einer Erhebung des Statistikdienstleisters Statista zu entnehmen ist – kennt sie nur allzu gut: Die Betriebskostenabrechnung, die hierzulande meist in den Herbstmonaten ins Haus flattert. Bauchschmerzen bereitet sie dann, wenn Nachzahlungen zu leisten sind. Es lohnt sich daher, die eigene Betriebskostenabrechnung genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer weiß, wie sich die Kosten zusammensetzen, kann mit Sparmaßnahmen dort ansetzen, wo sie wirklich etwas bringen.

Betriebskosten – wofür zahlen wir eigentlich?

Die Betriebskostenverordnung listet folgende Kostenpunkte, die als Betriebskosten in tatsächlich angefallener Höhe verrechnet werden dürfen (Quelle: Deutscher Mieterbund):

  • Heizkosten
  • Warmwasser
  • Grundsteuer
  • Hauswart
  • Müllbeseitigung
  • Aufzug
  • Gebäudereinigung
  • Sach- und Haftpflichtversicherung
  • Gemeinschaftsantennen und Kabelfernsehen
  • Straßenreinigung
  • Allgemeinstrom
  • Schornsteinreinigung
  • Sonstige Kosten (etwa für ein Schwimmbad oder eine Sauna, wobei die „sonstigen Kosten“ nur dann verrechnet werden dürfen, wenn sie im Mietvertrag klar geregelt sind)

 

Und was kostet am meisten?

Nicht alle genannten Punkte fallen in jeder Abrechnung an. Wer keinen Aufzug zur Verfügung hat, kann dafür natürlich auch nicht belangt werden. Die höchsten Anteile an den Betriebskosten werden überdies ohnehin durch die Heizung, das Ab- und Warmwasser sowie durch die Dienste des Hauswarts verursacht, wie eine informative Grafik des Immobilienexperten Immowelt zeigt, und diese Kosten haben die allermeisten Haushalte zu tragen. Für den Abrechnungszeitraum 2014 gibt es allerdings gute Nachrichten: Dank gesunkener Ölpreise und warmer Wintermonate sind in der diesjährigen Abrechnung für viele Haushalte gesunkene Kosten und bisweilen sogar Rückzahlungen zu erwarten.

 

Betriebskosten sparen – geht das überhaupt?

Faktoren wie der Ölpreis und die durchschnittlichen Wintertemperaturen lassen sich natürlich nicht beeinflussen. Dennoch lässt sich die sogenannte zweite Miete in vielen Fällen bereits durch einfache Maßnahmen senken:

  • Richtig heizen. Wer seine durchschnittliche Wohnungstemperatur um 1 Grad reduziert, spart 6 Prozent der Heizkosten ein. Gerade für wenig genutzte Räume wie das Schlafzimmer lohnt es sich also, die Heizung nicht ständig auf Hochtouren laufen zu lassen. Aber Achtung: Die Heizung bei Abwesenheit ganz auszuschalten und bei der Rückkehr wieder hochzufahren, ist nicht empfehlenswert und verbraucht mehr Energie, als eine niedrig gehaltene Durchschnittstemperatur.
  • Richtig lüften. Im Winter sollte zweimal pro Tag während ca. 15 Minuten stoß gelüftet werden. Das sorgt dafür, dass feuchte Luft die Räume verlassen kann und somit für ein angenehmes Wohnklima. Gerade in Neu- und sanierten Altbauten ist das effiziente Lüften im Winter besonders wichtig, weil die Wände durch die gute Dämmung kaum „atmen“ und Schimmelpilze bei ständig feuchter Luft vorprogrammiert sind. Permanent gekippte Fenster hingegen sind das beste Rezept für eine horrende Betriebskostenabrechnung, also unbedingt zu vermeiden.
  • Wasser sparen. Auch bei den Wasserkosten lässt sich sparen, wenn man Vollbäder reduziert und dafür lieber duscht, wassersparende Armaturen anbringt und beim Neukauf auf sparsame Wasch- und Spülmaschinen setzt.
  • Müllmenge reduzieren. In Mehrfamilienhäusern ist es wichtig, dass alle Mietparteien sich an den Maßnahmen zur Müllreduktion beteiligen. Diese bestehen einerseits darin, dass alle eine konsequente Mülltrennung einhalten. Andererseits ist darauf zu achten, dass die vorhandenen Mülltonnen wirklich voll sind, wenn sie geleert werden, da die Müllmenge nach geleerten Tonnen berechnet wird. Stehen den Mietern also beispielsweise drei Tonnen zur Verfügung, die Müllmenge entspricht wöchentlich aber nur zwei vollen Mülltonnen, bezahlen die Mieter mehr als unbedingt nötig.
  • Renovationsmaßnahmen. Da die größten Kostenanteile durch die Heizkosten verursacht werden, kann es in sehr schlecht gedämmten Altbauten bei allen Bemühungen schwierig sein, die oft hohen Betriebskosten merklich zu reduzieren. In solchen Fällen sollten wiederum alle Mietparteien an einem Strick ziehen und sich für Renovationsmaßnahmen einsetzen.

Die Stromkosten werden in den meisten Fällen direkt durch den Stromanbieter abgerechnet, fallen also nicht unter die Betriebskosten. Aber natürlich lohnt es sich auch, Strom zu sparen. Bei Hausliebe gibt es auch dafür viele Tipps und Tricks.