Barrierefrei bauen und in seinem Traumhaus glücklich alt werden

Barrierefrei bauen und in seinem Traumhaus glücklich alt werden 15. August 2014
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Quelle: © Avanne Troar – Fotolia.com

Seit den 1990er Jahren rückt das Thema der „Barrierefreiheit“ mehr und mehr in das Bewusstsein der Menschen. Ein Grund dafür ist die demographische Entwicklung in Deutschland. Nach Prognosen des statistischen Bundesamtes wird sich die Zahl der 80-Jährigen und Älteren von 4 Millionen auf 10 Millionen Menschen im Jahr 2050 steigen. Viele dieser Menschen sind Eigenheim-Besitzer und wollen in ihren Wohnhäusern alt werden. Spätestens dann müssen diese aber barrierefrei sein.

 

Was bedeutet Barrierefreiheit bzw. barrierefreies Bauen?

Barrierefreiheit ist mehr als die nette Umschreibung  von „senioren-, alten- oder behindertengerecht“. Barrierefreiheit ist ein Konzept, das vorsieht, alle Einrichtungen für alle Menschen in jedem Alter und mit jeder Einschränkung oder Behinderung ohne technische oder soziale Abgrenzung nutzbar zu machen. Barrierefreiheit hat viel mit Weitsicht und Vorsorge, aber auch mit mehr Lebensqualität und Selbstständigkeit, zu tun.

Doch so ein barrierefreier Umbau kostet viel Geld und Aufwand. Wenn dieser noch dazu im hohen Alter erfolgen soll, stellt er für die meisten Menschen ein risikoreiches Problem dar. Um dem vorzubeugen, kann man schon beim Haus-Neubau einige Bereiche barrierefrei gestalten. Schon die kleinsten Dinge können später viel Arbeit ersparen, mehr Sicherheit garantieren und damit das Unfallrisiko in den eigenen 4 Wänden deutlich senken.

DIN Normen als technische Grundlage und Hilfestellung

Der Sinn hinter barrierefrei Bauen ist, dass der Mensch mit oder ohne Handicap möglichst selbstständig und komfortabel leben kann und nicht durch zusätzliche Barrieren behindert wird. Als Leitlinien dienen 2 DIN Normen, die technische Grundlagen und Anforderungen an barrierefreies Bauen regeln. Zwar ist jedem Bundesland selbst überlassen, ob es diese Normen in ihre Baubestimmungen aufnimmt, jedoch sind die DIN Normen durch ihre allgemeine Zugänglichkeit schon eine generelle Hilfestellung für Hausbauer.

a) DIN 18040-1 Barrierefreies Bauen

Planungsgrundlagen Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude

b) DIN 18040-2 Barrierefreies Bauen

Planungsgrundlagen Teil 2: Wohnungen

Weitere Informationen zu den DIN Normen gibt es unter http://www.din18040.de/

Barrierefreies Bauen – Was kann man beim Neubau beachten

Wer sich beim Hausbau an einige Richtlinien hält, muss später keine großen Umbauten mehr vornehmen und kann in Ruhe und Gelassenheit seinen Lebensabend genießen. Dieser Tipp ist nicht zu unterschätzen, denn viele Unfälle passieren aufgrund von Stolperfallen, unpraktisch gestellten Möbeln oder einer Überanstrengung beim Treppensteigen.

Zum Beispiel kann man darauf achten, dass…

  • der Zugang zum Wohnhaus ausreichend breit für einen Rollstuhlfahrer bzw. eine Person mit Gehhilfen ist.
  • der Zugang zum Haus stufenlos ist. Zum Beispiel könnte man stattdessen eine Rampe anbauen.
  • die Flure mindestens 120 cm breit sind bzw. eine ausreichende Bewegungsfläche zum Wenden vorhanden ist.
  • Durchgänge und Türen im Inneren der Wohnung mindestens 80 cm breit sind.
  • die Türen schwellenfrei gestaltet sind bzw. die Schwelle maximal 2 cm hoch ist.
  • sich die Bad-Tür nach außen hin öffnen lässt.
  • eine bodengleiche Dusche mit rutschhemmendem Bodenbelag installiert ist.
  • ein schwellenloser Übergang zum Balkon/Terrasse vorhanden ist.
  • alle Steckdosen auch in Sitzhöhe erreichbar sind.
  • es auch unterfahrbare Küchenelemente gibt.

Barrierefreies Wohnen – auf was muss man achten

Barrierefreies Wohnen sollte möglichst kostenneutral, ästhetisch und vor allem menschlich sein. Beispiele für barrierefreie Häuser findet man unter anderem unter www.haus-xxl.de. Für eine kostenlose Beratung gibt es ebenfalls genügend Anlaufstellen. Weiterhelfen können da die Sozialversicherungsträger, Architektenkammern, die Stadtbauplanungsämter oder auch Verbraucherzentralen. Auch viele Wohnungsbaugesellschaften unterstützen ihre Bewohner. Man muss nur rechtzeitig nachfragen und sich über eventuelle Förderungen und Hilfeleistungen erkundigen.