Beton selber mischen – So geht’s

Beton ist ein wichtiger Baustoff. Für große Projekte wird heute in der Regel vorzugsweise Transportbeton genutzt. Ist die Baustelle jedoch schlecht zu erreichen oder werden nur geringe Mengen Beton benötigt, lohnt es sich, den Beton selber zu mischen. Zwar gibt es Fertigbeton in kleinen Mengen günstig zu erstehen, doch für größere Bauvorhaben ist es günstiger, wenn der Beton selbst gemischt wird. In unserer Anleitung gehen wir auf das genaue Mischverhältnis ein und zeigen praktisch, wie Sie Beton selber mischen können. Außerdem erklären wir, wie man ihn per Hand oder mit dem Betonmischer anrührt.

Beton selber mischen – So geht’s 3. Dezember 2018

Beton mischen – Mischungsverhältnis und Menge

Betonmischungen bestehen aus Kies, Zement und Wasser. Kies gibt es in unterschiedlichen Körnungen. In der Regel wird eine 0/16 Körnung und Portlandzement (PZ 35) zum anmischen verwendet. Der Zuschlag aus Kies wird für die Druckfestigkeit benötigt und sollte immer aus einer kleineren und größeren Körnung bestehen. Die Druckfestigkeit wird über die Festigkeitsklasse des Zuschlags bestimmt. Für Projekte im Garten ist die Festigkeitsklasse C12/15 zu empfehlen. Im Baumarkt ist spezieller Betonkies erhältlich. Beton besitzt nur einen geringen Gesamtschwund. Das Gemisch kann daher in der Menge angerührt werden, in der es später benötigt wird.

Mischverhältnis

Wenn man sich dazu entscheidet Beton selber anzurühren, dann ist das Mischungsverhältnis wie folgt: Das Mischungsverhältnis zwischen Kies und Zement ist 4:1. Die zugeführte Wassermenge hängt von dem gewählten Wasserzementwert ab. Der Wasserzementwert liegt zwischen 0.45 und 0.75. Der Wert hängt von der Expositionsklasse des Betons ab. Diese Klasse ist ein Maß für die Dauerhaftigkeit des Betons und richtet sich nach den äußeren Umwelteinflüssen. Der Wasserzementwert berechnet sich wie folgt:

w/z = Wassergewicht/Zementgewicht

Bei starkem mechanischem Verschleiß sollte der W/Z-Wert bei 0.4, bei Frost und einer hohen Wassersättigung bei 0.5 und bei mäßiger Wassersättigung bei 0.6 liegen. Bei schwacher chemischer Belastung gilt ein Wert von 0.6, bei mittelmäßiger bzw. hoher Belastung ein Wert von 0.5 bzw. 0.45 als Richtwert. Bei einer Menge von 25 Kilogramm Zement und einem Wasserzementwert von 0.4 wäre die Berechnung, für die benötige Wassermenge, wie folgt:

25 kg Zement x 0.4 = 10 Liter Wasser

Diese Berechnung versteht sich als Richtwert. Wer den Beton flüssiger oder fester haben möchte, sollte die Wassermenge und nicht die Menge des Zuschlags danach richten. Je flüssiger der Beton, desto länger braucht er zum Aushärten. Flüssigerer Beton kann dann praktisch sein, wenn man den Beton nicht in kürzester Zeit verarbeitet, sondern eine größere Menge anrührt.

Die richtige Menge

Beton weist eine durchschnittliche Dichte von 2,4 bis 2,5 kg/dm³ auf. Für einen Kubikmeter werden daher 2400 Kilogramm Beton benötigt. Da das Mischungsverhältnis 4:1 beträgt, muss die Menge durch 5 geteilt werden. Aus diesen Zahlen lässt sich die nötige Menge an Zement berechnen:

2400 Kilogramm/5 = 480 Kilogramm Zement benötigt

Ein Sack Zement beinhaltet 25 Kilogramm. Der Zement-Sack kostet circa 2,70 Euro. Für einen Kubikmeter Beton benötigt man 19,2 Sack Zement, d.h. es muss mit circa 54 Euro für den Zement gerechnet werden.

Beton selber mischen mit einem Betonmischer oder per Hand?

Abhängig von der Größe des Projektes und der körperlichen Fitness, kann ein Betonmischer, Bohrmaschinenquirl, Schaufel oder Mauerkelle zum Anrühren verwendet werden. Für Projekte bei denen weniger als 12 Liter Beton benötigt werden, kann der Beton per Hand gemischt werden. Wer mehr als 40 Liter Beton benötigt, sollte zum Betonmischer greifen. Alle Mengen dazwischen können mit einem Bohrmaschinenquirl angerührt werden. Viele Baumärkte bieten das Ausleihen eines Betonmischers pro Tag, Wochenende oder Woche an. Die Kosten für ein Wochenende betragen circa 30 Euro. Egal mit welcher Methode gearbeitet wird – auf Schutzkleidung sollte nicht verzichtet werden. Der Staub, der beim Betonmischen entsteht, reizt die Atemwege und kann die Haut beschädigen. Auf eine Atemschutzmaske, Schutzbrille und Handschuhe sollte auf keinen Fall verzichtet werden.

Beton mischen im Betonmischer

Das Mischen von Beton in einem Betonmischer geht schnell und einfach. Nachdem der Beton in der Mischmaschine gemischt wurde, ist es wichtig den Betonmischer noch vor dem Aushärten des Betons mit Wasser zu reinigen. Je härter der Beton, desto schwieriger wird später die Reinigung – daher sollte dieser Schritt direkt nach dem Anmischen erfolgen.

Benötigtes Material:

  • Zement
  • Kies bzw. Sand
  • Schaufel
  • Betonmischer
  • Wasser
  • Schutzkleidung
  • Schubkarre

Anleitung:

  1. Betonmischer wird eingeschaltet und mit zwei Drittel des Wassers befüllt.
  2. Erst den Kies und dann den Zement nach und nach dazugeben.
  3. Zunächst wird nun die Konsistenz betrachtet. Als Richtwert gilt: Lässt sich aus dem Beton eine Kugel formen, die bei leichtem Druck auseinanderbricht, ist der Beton fertig. Ist dies nicht der Fall oder wird eine andere Konsistenz bevorzugt, restliches Wasser hinzugeben.
  4. Einige Minuten im Betonmischer mischen und fertig ist der erdfeuchte Beton.
  5. Der Beton wird mit Hilfe des Betonmischers in eine Schubkarre gekippt. Danach sollte der Betonmischer gleich mit Wasser gereinigt werden.
  6. (Wurde die sofortige Reinigung versäumt und hat sich der Beton im Betonmischer festgesetzt, kann grober Kies helfen. Dafür sollten 10 Prozent der Maximalfüllhöhe mit Kies oder Schotter befüllt werden. Der Betonmischer kann dann wenige Minuten arbeiten. Danach sollte der Mischer mit Wasser ausgespült werden.)

Das Mischen per Hand

Für kleine Mengen lohnt sich das Mischen mit einer Mischmaschine nicht. Dann wird das Mischen mit der Hand bevorzugt.

Benötigtes Material:

  • Eimer bzw. Mörtelkübel
  • Schaufel bzw. Maurerkelle
  • Zement
  • Kies
  • Wasser

Anleitung:

  1. Kies bzw. Sand und Zement im richtigen Mischverhältnis in einen Eimer geben und gut vermischen.
  2. Zunächst nur einen Teil des benötigten Wassers zu der Mischung hinzugeben. Nach und nach das restliche Wasser hinzufügen.
  3. Mit einer Schaufel bzw. der Maurerkelle wird die Masse gehackt. Dabei auch an die Seiten denken. Wer mehr Beton anmischen möchte, wählt einen größeren Bottich als Behältnis. Hier kann ein Bohrmaschinenquirl zu Hilfe genommen werden.
  4. Einige Minuten kräftig in der Mischung rühren. Eimer bzw. Wanne direkt nach der Benutzung reinigen.

Der fertig angerührte Beton sollte umgehend nach dem Mischen verarbeitet werden. In der Regel kann es bis zu 30 Tage dauern, bis der Beton vollständig ausgehärtet ist und er die Endfestigkeit (nach DIN 1164) erreicht hat. Je nach Betondicke kann der Zeitraum auch leicht variieren.

Im Sommer darf der Beton nicht zu schnell trocknen. Eigentlich trocknet Beton nicht, sondern das Wasser wird größtenteils während der Hydratation gebunden. Der Hydratationsprozess ist ein entscheidender Faktor, wenn es um die Festigkeit der Mischung geht. So muss der Beton im Sommer, abhängig von der Temperatur, gegossen oder abgedeckt werden.

Im Winter sollten sich die Temperaturen nicht unter 10°C bewegen, wenn Beton gegossen wird. Falls doch, kann der Beton zusätzlich mit einer Abdeckung vor der Kälte geschützt werden.

Beton für Kreativprojekte

beton selber mischen DIY moebel
Beton selber mischen und Dekoelemente für das Wohnzimmer herstellen © terng99_fotolia.com

Neben großen Bauprojekten wird Beton auch für DIY-Möbel oder Deko im Wohnraum immer beliebter. Dafür kann man einerseits den Beton selber mischen oder Fertigbeton, im DIY-Fachbereich auch Kreativbeton genannt, verwenden. Dekoelemente und Möbel aus Beton liegen derzeit im Trend. Für DIY Projekte im Innenbereich sollte der Beton nicht zu grobkörnig sein. Hier hat man die Wahl zwischen zwei Betonarten: Kreativbeton und normales Betongemisch, die folgende Vor- und Nachteile aufweisen:

Beton selber mischen Kreativbeton
Vorteile
  • günstig
  • im Baumarkt erhältlich
  • Festigkeit kann selbst bestimmt werden
  • feine Körnung und kein Staub
  • leichte Verarbeitung
  • in geringen Mengen und wiederverschließbar erhältlich
  • optisch schönes Ergebnis
Nachteile
  • nur als 25 Kilogramm Sack erhältlich
  • grobe Körnung
  • Zement staubt stark
  • deutlich höhere Kosten
  • schwer erhältlich
Geeignet für Große DIY Projekte, wie z.B. Möbel oder Gartenbauprojekte Kleine DIY Projekte, wie z.B. Dekoelemente und Lampen oder filigrane Arbeiten

Welche Variante man als Heimwerker benutzt hängt vor allem von der benötigten Zementmenge ab. Je mehr Beton benötigt wird, desto eher lohnt sich das selbst anmischen. Für DIY Projekte sollte ein Mischverhältnis von 1,8:1 verwendet werden, d.h. 1,8 Teile Quarzsand und 1 Teil Zement. Die Wassermenge ist bei DIY Projekten abhängig von der Form. Der Beton sollte sich gießen lassen aber nicht zu flüssig sein. Als Richtwert kann die Konsistenz von Joghurt gewählt werden. Um Einschlüsse nach dem Trocknen zu vermeiden, empfiehlt es sich die Betonmischung vor der Wasserzufuhr einmal durchzusieben. Dies verhindert, dass die Körnung zu grob ist.

Tipp: Ist der Beton wie gewünscht in der Form eingefüllt, sollte diese mehrere Male auf den Boden geklopft werden, um mögliche Lufteinschlüsse zu verhindern. Die Idee für eine DIY Betonlampe gibt es hier: