Hausfassade streichen: Schritt für Schritt zum neuen Anstrich

Egal ob Regen, Dreck oder spielende Kinder – eine Hausfassade muss vieles mitmachen und weist dementsprechend oft zahlreiche unschöne Flecken und Gebrauchsspuren auf. Daher benötigt eine Fassade gelegentlich einen frischen Anstrich. Sie ist der erste Eindruck, den Sie bei Ihren Gästen und Nachbarn machen. Schönheitsfehler wie Schmutz und Dreckspritzer lassen sich ganz einfach überstreichen. Sind aber auch Risse vorhanden oder blättert bereits die alte Farbe ab, so müssen Sie erst die Fassade sanieren und anschließend streichen. Egal welches Problem Sie haben – wir zeigen Ihnen im Folgenden, worauf Sie achten müssen und wie Sie vorgehen können.

Hausfassade streichen: Schritt für Schritt zum neuen Anstrich 27. Mai 2020

Die richtige Farbauswahl

Wollen Sie die Fassade nur in einer einheitlichen, dezenten Farbe streichen – oder doch lieber etwas experimentierfreudige Akzente setzen? Bevor Sie mit dem Streichen loslegen, sollten Sie sich unbedingt darüber informieren, ob für die Gestaltung der Fassade bestimmte Vorschriften innerhalb Ihrer Ortschaft oder Gemeinde vorliegen. Wenn in Ihrer Straße alle Häuser in weißer Farbe erstrahlen, wirkt eine blaue oder grüne Fassade etwas deplatziert und dominant. Informieren Sie sich daher vorab über mögliche Regelungen, sodass es im Nachhinein zu keinen Konflikten kommt.

Des Weiteren sollten Sie unbedingt eine spezielle Fassadenfarbe wie Silikatfarbe oder Lotusfarbe verwenden, die besondere Eigenschaften aufweist. Beispielsweise verfügen Lotusfarben über einen Abperleffekt, sodass Regenwasser an der Wand abperlt, was verhindert, dass sich Schimmel bildet. Silikatfarben verursachen derweil eine alkalische Reaktion mit dem Untergrund der Fassade, sodass sich keine unschönen Algen an der Wand bilden können. Zudem sind Silikatfarben atmungsaktiv und witterungsbeständig, weshalb Ihre Fassade auch bei schlechtem Wetter nicht beschädigt wird und ihre Frische beibehält.

Passendes Werkzeug für den neuen Anstrich

Ohne das richtige Werkzeug können Sie das gewünschte Ergebnis nicht erzielen. Ob eine klassische Malerbürste oder doch lieber der Farbroller – bei der Wahl des passenden Werkzeuges kommt es insbesondere auf eine hochwertige Qualität an. Kein Handwerker hat Lust, andauernd einzelne Borsten der Bürste von der frisch gestrichenen Fassade zu puhlen und die Stelle erneut zu streichen. Neben diesen beiden Werkzeugen sind zudem ein Flachpinsel und Klebeband für eine saubere Behandlung der Ränder notwendig, dazu noch eine Plane und gegebenenfalls ein Spachtel sowie Reparaturspachtelmasse, um Unebenheiten der Fassade auszugleichen.

©pixabay.com Maler beim Streichen einer Hausfassade

Um der kompletten Fassade von unten bis oben zum Dach einen neuen Anstrich zu verpassen, benötigen Sie spezielle Gerüste und Leitern. Die Fassade mit einer herkömmlichen Leiter zu streichen ist zwar denkbar, allerdings sehr unpraktisch, unflexibel und zudem gefährlich. Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Gerüste wie Fassadengerüste, Rollgerüste u. Ä., die Ihnen das Streichen erleichtern und Flexibilität in der Bewegung bieten. Die Arbeit in der Höhe kann aber auch Risiken mit sich bringen. Daher ist es auch beim Streichen der Fassade empfehlenswert, Arbeitsschutz wie einen Helm oder Auffanggurt zu verwenden.

Die Fassade vorbereiten

Haben Sie sich für eine Farbe entschieden und die benötigten Materialien und Hilfsmittel liegen griffbereit, gilt es nun die Fassade vorzubereiten. Verfügt Ihre Fassade über alten Putz, so müssen Sie folgende Punkte unbedingt überprüfen:

  • Haben sich Unebenheiten wie Löcher oder Vertiefungen gebildet?
  • Sind in der Fassade bereits Risse vorhanden?
  • Blättert die alte Farbe ab und sandet der Untergrund?
  • Haben sich mit der Zeit Schmutz und Algen angesammelt?

Liegt eines oder mehrere dieser Probleme vor, so muss die Fassade zunächst behandelt werden, bevor Sie mit dem Streichen loslegen können.

Die Verschmutzungen können Sie mit einem Gartenschlauch einfach abspritzen. Sind die Verschmutzungen hartnäckig, sollten Sie einen Hochdruckreiniger zur Hilfe nehmen.

Wenn die alte Farbe abblättert, muss sie abgeschliffen werden, bevor Sie Ihrer Fassade einen neuen Anstrich verleihen.

Wenn zudem die Oberfläche der Fassade abbröckelt, muss sie mit Fassadengrund behandelt werden, denn ein glatter und sauberer Untergrund bildet die Grundlage für ein zufriedenstellendes Farbergebnis.

Sind Unebenheiten vorhanden, können Sie diese mit Reparaturspachtelmasse ausgleichen.

Die Fassade streichen

Sind alle nötigen Vorbereitungen getroffen, kann es mit dem eigentlichen Streichen losgehen.

Auf das richtige Wetter kommt es an

Damit Sie ein perfektes Ergebnis erzielen, sollten Sie auf passendes Wetter warten. Streichen Sie auf keinen Fall bei zu heißem und sonnigem Wetter. Das kann dazu führen, dass dem Anstrich das Wasser entzogen wird, sodass die Fassadenfarbe nicht richtig aushärten kann und der Anstrich unschön und voller Streifen ist. Auch bei zu feuchtem und kaltem Wetter ist von einem Anstrich abzuraten. Ideal ist ein bewölkter Tag mit einer Temperatur von 10 bis 25 Grad.

Nass-in-nass streichen

Um unschöne Flecken und Streifen zu vermeiden, ist es empfehlenswert, eine komplette Wand in einem Durchgang zweimal zu streichen, ohne zwischendurch eine Trocknung abzuwarten. In Fachkreisen spricht davon, die Fassade „nass-in-nass“ zu streichen.

Lieber zu viel Fassadenfarbe kaufen

Ein kleiner Tipp: Kaufen Sie sich lieber zu viel als zu wenig Farbe. Die angegebene Menge pro Quadratmeter auf dem Farbeimer ist meistens zu knapp berechnet. Damit Sie beim Streichen nicht ohne Farbe dastehen, sollten Sie lieber einige Liter Farbe als Reserve einplanen.

Fazit

Insbesondere bei klarem Wetter ist ein schöner Garten und eine frische sowie saubere Hausfassade wichtig. Für einen neuen Anstrich benötigen Sie aber nicht unbedingt einen Fachmann. Lediglich ein wenig Zeit und Geduld – und schon können auch Sie als Hobby-Handwerker ein perfektes Ergebnis erzielen.