Holzterrassen selber bauen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Glücklich können sich all diejenigen schätzen, die einen eigenen Garten vor dem Haus haben. Noch schöner ist ein Garten aber, wenn er auch wirklich gemeinschaftlich genutzt werden kann: zum Grillen oder gemeinsamen Abendessen in gemütlicher Runde zum Beispiel. Daher ist es sinnvoll, eine Terrasse in den Garten zu integrieren. Die gute Nachricht: Wer handwerklich nicht ganz ungeschickt ist, der kann seine Terrasse auch selber bauen. Zeitlos schön sind Holzterrassen – wer eine Holzterrasse bauen möchte, muss aber durchaus im Vorfeld einige Aspekte beachten.

Holzterrassen selber bauen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung 22. März 2019

Holz liegt im Trend

Der Trend geht tatsächlich weg von den Steinterrassen und hin zu Terrassen aus Holz. Holz gilt als gemütlich, traditionell, urig und rustikal. Außerdem nimmt Holz die Sonnenwärme besser an als Stein, der sich nur sehr langsam aufheizt. Eine Holzterrasse bauen und dann im Kreise von Freunden und Familie viele Sommerabende draußen verbringen – klingt das nicht schön? Wer sich an das Projekt „Holzterrasse bauen“ wagt, besorgt sich am besten zunächst einmal Inspirationen und Informationen.

  • Wie soll die Terrasse aussehen?
  • Wie groß soll sie sein?
  • Welches Holz ist gut zum Bauen einer Holzterrasse geeignet?

Das und mehr sind die Punkte, über die sich jeder informieren muss, bevor er mit dem Bauen der Holzterrasse loslegen kann.
Grundsätzlich gibt es beim Thema Holz mehrere Möglichkeiten. Wir empfehlen, beim Bauen einer Holzterrasse heimischen Hölzern den Vorzug zu geben vor exotischen Holzarten – oder bei letzteren zumindest auf ein FSC-Zertifikat Wert zu legen.

Material- und Kostenplan

Bevor das Abenteuer Holzterrasse bauen losgehen kann, steht ein Material- und Kostenplan ins Haus. Die beiden Kernfragen sind hierbei: Was brauche ich alles? Und natürlich: Wie viel kostet das? Neben Materialien, die effektiv zum Bau benötigt werden, müssen auch Werkzeuge mit einkalkuliert werden. Gegebenenfalls können diese auch aus dem Bekanntenkreis oder aus dem Baumarkt ausgeliehen werden, wenn absehbar ist, dass sie nicht mehr benötigt werden, sobald die Holzterrasse fertig gebaut ist. Kosten lassen sich im örtlichen Baumarkt erfragen oder einfach im Internet ermitteln. Online können  Materialien und Werkzeuge zum Bauen der Terrasse auch oft direkt bestellt werden. Bei den Materialien geht es vor allem um diese drei Überkategorien:

  • Materialien für die Unterkonstruktion (Fundament-Steine, Balken, Füllmaterial wie Sand und Kies)
  • Materialien für die Terrasse selbst (Terrassendielen, hier müssen Länge und Breite berechnet werden)
  • Materialien zur Befestigung (Schrauben, am besten geeignet zum Bauen der Holzterrasse sind rostfreie Senkkopf-Schrauben. Alternativ können auch spezielle Clips zum Einsatz kommen, die im Vergleich zu Schrauben nicht sichtbar sind.)

Nicht ohne Zeichnung

Zwei akkurate Zeichnungen sollten am Anfang des Projekts „Holzterrasse bauen“ stehen. Zum einen muss die Unterkonstruktion zeichnerisch festgehalten werden. Anschließend wird zum anderen eine Zeichnung des Gesamtergebnisses angefertigt. Präzision und maßstabsgetreues Zeichnen sind hier gefragt!
Wer eine Holzterrasse bauen möchte, kann sich grundsätzlich zwischen der minimalistischen Fläche eines Rechtecks oder ausgefalleneren Varianten entscheiden. Alle, die zum ersten Mal eine Holzterrasse bauen, tendieren vielleicht zur einfachen Möglichkeit, doch mit akkurater Planung und Zeichnung ist eine andere Grundfläche auch für Anfänger möglich.

Die Unterkonstruktion der Holzterrasse

Die Unterkonstruktion einer Holzterrasse
Beim Bau einer Holzterrasse ist eine solide Unterkonstruktion entscheidend. ©fotolia.com

Vor der Holzterrassen-Unterkonstruktion steht das Ausheben des Bodens auf dem Programm. Unbedingt muss schon dabei ein Neigungswinkel mit berücksichtigt werden. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Regenwasser soll später von der Holzterrasse schnell abfließen können, sodass das Holz der Terrassendielen nicht morsch und faulig wird. Das gilt insbesondere dann, wenn später Dielen mit Rillen ausgewählt werden, da hier sonst verstärkt das Wasser „stehen bleibt“. Aber auch bei glatten Dielen sollte ein Neigungswinkel einkalkuliert werden, bevor überhaupt mit der Holzterrassen-Unterkonstruktion begonnen wird.

Der Untergrund

Vor der Holzterrassen-Unterkonstruktion muss der richtige Untergrund geschaffen werden. Dafür wird die Fläche der späteren Holzterrassen-Unterkonstruktion und damit der Terrasse selbst abgesteckt, der Boden wird ausgehoben (Neigungswinkel nicht vergessen!) und mit Schotter oder Kies aufgefüllt, der mithilfe eines Außen-Rüttlers fest und kompakt gemacht wird. Darauf wird dann noch eine Schicht Sand verteilt.

Betonplatten oder Stützpfeiler für die Holzterrassen-Unterkonstruktion

Für die Holzterrassen-Unterkonstruktion braucht man als Nächstes Sockelpfeiler bzw. Betonplatten. Hier gibt es einiges an Auswahl. Während manche Fundamente für die Holzterrassen-Unterkonstruktion in Löcher im Boden gegossen werden, können Betonplatten auch einfach auf dem für die Holzterrassen-Unterkonstruktion vorbereiteten Untergrund aufgesetzt und ggf. dann mit Beton gefestigt und fixiert werden. Die Abstände müssen dabei absolut regelmäßig sein (mit der Wasserwaage überprüfen) und sollten jeweils circa einen halben Meter voneinander betragen. Mehr Abstand führt dazu, dass die Tragebalken der Holzterrassen-Unterkonstruktion zu sehr belastet werden; das gilt es zu vermeiden.

Der zweite Teil der Holzterrassen-Unterkonstruktion: Die Tragebalken

Die Tragebalken sind der zweite entscheidende Teil, über den eine solide Holzterrassen-Unterkonstruktion verfügen muss. Davon ausgehend, dass die Terrassendielen später parallel zur Terrassentür verlaufen, da so unter anderem die Rutschgefahr auf den Holzdielen viel geringer ist, müssen die Tragebalken im rechten Winkel dazu und zur Türlinie liegen. Und so werden die Tragebalken der Holzterrassen-Unterkonstruktion dann auch angebracht.

Auch hier ist eine absolute Parallelität der Balken für die Holzterrassen-Unterkonstruktion entscheidend. Ein Zollstock oder besser noch eine Holzleiste, die genau in den Abstand zwischen den Tragebalken passt, eignen sich zur akkuraten Überprüfung und Justierung. Wenn die Tragebalken nicht lang genug sind, können sie einfach mithilfe von Montageblechen miteinander verbunden werden. Die Verbindungsstelle sollte dann für eine optimale Stabilität der gesamten Holzterrassen-Unterkonstruktion auf einer Betonplatte aufliegen. Wenn keine speziellen Sockel verwendet wurden, werden die Balken der Holzterrassen-Unterkonstruktion mit Dübeln und rostfreien Edelstahlschrauben auf den Betonplatten befestigt. Ob Hart- oder Weichholz verwendet wird, richtet sich nach der Holzart der Dielen, die für die Beplankung ausgewählt wurden.

Präzision ist entscheidend

Entscheidendbei der gesamten Holzterrassen-Unterkonstruktion ist eine akkurate Arbeitsweise. Denn nur mit der entsprechenden Vorarbeit und Genauigkeit können die Dielen danach auch passend verlegt werden. Je präziser die Vorarbeit bei der Holzterrassen-Unterkonstruktion ist, desto einfacher wird das Verlegen der Terrassendielen im Anschluss daran.

Das Verlegen der Terrassendielen

Wer beim Projekt des Baus einer Holzterrasse eine solide Unterkonstruktion fertiggestellt hat, der hat den komplexesten Teil des Unterfangens schon hinter sich. Nun geht es ans Verlegen der Terrassendielen, also an den sichtbaren Teil der Holzterrasse. Wer Terrassendielen verlegen möchte, muss sich im Vorfeld mit der Wahl des richtigen Holzes auseinandersetzen. Hierbei gibt es zwei Hauptkriterien: Zum einen die Optik und zum anderen die Funktionalität der Dielen. Schließlich ist nicht jedes Holz zum Verlegen von Terrassendielen geeignet – und nicht jedes Dielenholz ist jedermanns Geschmack. Dennoch gibt es noch eine breite Auswahl an Hölzern, die für das Verlegen von Terrassendielen verwendet werden können. Generell kann sowohl Hartholz als auch Weichholz beim Terrassendielenverlegen zum Einsatz kommen.

Welche Holzsorte wird für das Verlegen der Terrassendielen verwendet?

Bei der Frage, welches Holz genau denn jetzt beim Verlegen der Terrassendielen verwendet werden soll, gilt dasselbe wie bereits zuvor: Es muss einerseits gefallen und andererseits zweckmäßig sein. Bei der Optik gilt es natürlich zu bedenken, dass diese sich im Laufe der Zeit verändern wird. Die unterschiedlichen Witterungen, denen die Holzdielen ausgesetzt sind, tragen dazu bei, dass das Holz sich verfärbt und ausdunkelt. Beliebte Holzarten, die im mitteleuropäischen Klima widerstandsfähig sind und oft fürs Terrassendielenverlegen verwendet werden, sind zum Beispiel:

  • Bangkirai
  • Douglasie
  • Lärche

Wichtig ist, dass es sich um FSC-zertifiziertes Holz handelt. Dieses Zertifikat garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Waldnutzung stammt, nicht in Gegenden abgeholzt wurde, in denen der Bestand der Wälder bedroht oder von existenzieller Bedeutung ist, und dass es auch alle weiteren Kriterien im Sinne der ökologischen Forstwirtschaft erfüllt. Beim aus Südostasien stammenden Bangkirai ist das beispielswiese von entscheidender Bedeutung.

WPC statt Holz?

Eine valide Alternative zum reinen Holz als Material beim Verlegen der Terrassendielen ist das moderne WPC. WPC ist eine Mischung aus Holz und Kunststoff und vereint so die Holz-Optik mit einer einfacheren Pflege und einer größeren Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen. Für viele ist WPC mittlerweile das Material der Wahl, wenn es ums Terrassendielenverlegen geht, da es wirklich einige Vorteile gegenüber reinem Holz zu bieten hat. Außerdem ist es kostengünstiger als reines Holz. Holz-Puristen machen um das WPC dennoch einen Bogen, aber letztlich ist das – wie so vieles andere auch – reine Geschmackssache. Eine Überlegung wert ist WPC als Terrassendielen-Material jedoch allemal.

Terrassendielen verlegen: So geht’s!

Wenn alle Überlegungen abgeschlossen und die Dielen gekauft sind, müssen sie nun noch auf der Unterkonstruktion angebracht werden: Es geht ans Verlegen der Terrassendielen, an die Beplankung der Holzterrasse. Genau wie bei der Befestigung der Trägerbalken auf den Betonplatten müssen auch hier unbedingt rostfreie, verzinkte Schrauben mit Senkkopf verwendet werden. Am besten fängt man bei der Terrassentür an. Im Abstand von circa einem halben Zentimeter wird die erste Terrassendiele verlegt und mit den Trägerbalken verschraubt. Analog dazu funktioniert das Verlegen der Terrassendielen im weiteren Verlauf. Der halbe Zentimeter Abstand zwischen den Fugen ist dabei nötig, da Holz „arbeitet“, sich verändert – und dafür eben auch entsprechend Platz benötigt.

Eine optionale Krönung: Die Terrassenüberdachung

Terrassenüberdachung Holzterrasse
Kein Muss, aber häufig sinnvoll: der Bau einer Terrassenüberdachung. ©fotolia.com

Eine fertig beplankte Holzterrasse ist schon ein Grund zur Freude – und dabei kann man es selbstverständlich auch belassen. Manchmal ist es jedoch noch sinnvoll, eine Terrassenüberdachung zu bauen. Warum sollte man eine Terrassenüberdachung selber bauen bzw. warum wird diese überhaupt benötigt?

Ein Grund ist sicher, dass es im Sommer, gerade in der Mittagszeit, oft ungemütlich warm werden kann auf der Terrasse. Die pralle Sonne tut nicht immer gut. Wer oft auf seiner neuen Terrasse zu Mittag essen möchte, der ist mit ein bisschen Schatten ganz gut bedient. Dafür lohnt sich die Terrassenüberdachung bereits – zumindest in Form einer Teil-Überdachung. Auch wer im Regen manchmal noch draußen sitzen bleiben möchte, freut sich über eine Überdachung.

Terrassenüberdachung selber bauen – braucht man eine Baugenehmigung?

Eine Baugenehmigung für eine Terrassenüberdachung braucht man zwar nicht überall – meistens aber schon. Hierbei ist auch die Größe der konkreten Terrassenüberdachung ein relevantes Kriterium. Sich im Vorfeld zu erkundigen, ist also auf jeden Fall ratsam, sonst drohen ein Bußgeld und die Anweisung, die Überdachung wieder zu demontieren. Die Genehmigung und Auskünfte dazu erteilt die jeweilige Gemeinde, genauer gesagt das Bauamt.

Welches Material für das Gerüst?

Wer eine Terrassenüberdachung selber bauen möchte, kann sich an Bauanleitungen beispielsweise für einen Carport orientieren, da dieser sehr ähnlich gefertigt wird. Das Grundgerüst für die Überdachung besteht im Idealfall aus Holz. Zum einen harmoniert Holz natürlich optimal mit der Holzterrasse selbst, zum anderen lässt es sich gut verarbeiten, ohne dass Profis zu Hilfe gebeten werden müssen. Zum Bauen einer Terrassenüberdachung ist Holz für das Gerüst die einfachste und auch optisch ansprechendste Lösung. Auf ein solides Fundament mit Betonsockel sollte beim Bauen einer Terrassenüberdachung allerdings auch niemand verzichten. Eine stabile Konstruktion sollte höchste Priorität haben, denn selbst wenn das eigentliche Dach nicht viel wiegt, kann sich das Gewicht, das auf der Konstruktion lastet, beispielsweise durch Schnee vervielfachen.

Welche Art von Terrassenüberdachung soll es sein?

Soll das Dach komplett blickdicht sein? Oder ist die Überdachung als Regenschutz gedacht und soll die Sonne trotzdem durchlassen? Zum Bauen einer Terrassenüberdachung bieten sich spezielle Terrassendachplatten an, die es in unterschiedlichen Ausführungen und Durchlässigkeitsgraden zu kaufen gibt. Platten aus Kunststoff haben beim Bauen einer Terrassenüberdachung auf der allgemeinen Beliebtheitsskala die Nase vorn, möglich sind aber auch Überdachungen aus Ziegeln oder Blech. Wer eine Terrassenüberdachung selber bauen und dabei sparen möchte, der ist mit klassischen Wellbahnen aus Kunststoff gut bedient. Hier kann auch Regenwasser gut abfließen.