Japandi: Die neue Art zu wohnen

Einer der beliebtesten Einrichtungsstile der letzten Jahre ist mit Sicherheit der skandinavische Wohnstil. Dezente Farben, Möbel aus Holz und ruhiges Design. Kurz gesagt: minimalistisch und gemütlich. Auch heute noch hat der skandinavische Einrichtungsstil viele Fans und wird wohl auch in den nächsten Jahren nicht an Beliebtheit verlieren – er ist ein zeitloser Klassiker.
Aktuell trifft jedoch immer öfter die skandinavische Natürlichkeit auf den reduzierten japanischen Chic. Dieser neue Stil wird als Japandi bezeichnet. Bei manch einem kommt natürlich sofort die Frage auf, wie Japan und Skandinavien zusammenpassen – schließlich sind es völlig unterschiedliche Kulturen und Geschmäcker, die aufeinanderprallen. Man könnte aber sagen, dass es Gegensätze sind, die sich wirklich anziehen und perfekt ergänzen. Im Folgenden haben wir einige Tipps zusammengefasst, wie Sie mit wenigen Handgriffen den Japandi-Zauber auch in Ihre vier Wände bringen können.

Japandi: Die neue Art zu wohnen 19. November 2019

Japandi: Ruhig und zurückhaltend

Die beiden Styles sind zwar in ihrer Erscheinung unterschiedlich, doch beide Richtungen vereinen Funktionalität und ausgewählte Statementdetails. Also genau das Gegenteil zu den mit Mustern und Farben überfluteten Accessoires des Maximalismus. Japandi ist somit ruhig und zurückhaltend, aber ohne dabei langweilig oder trist zu wirken. Dieser harmonische Stilmix vereint den kulturell geprägten Fernen Osten mit dem nordischen Chic. Der skandinavische Stil zeichnet sich durch seine Helligkeit, Natürlichkeit durch den Einsatz von Holzelementen und durch eine neutrale Farbgebung aus. Der japanische Stil hingegen ist geprägt von dunklen Tönen – dunkle Hölzer, viel Schwarz sowie absichtlich unmöblierte Ecken für einen cleanen Effekt. In Kombination mit der skandinavischen Wärme und den rustikalen Details bewirkt der Japandi-Stil eine besondere Atmosphäre in Ihrem Zuhause und verleiht Ihrer Einrichtung das gewisse Extra.

Wabi-Sabi – eine Form der Ästhetik

Um den Japandi-Stil zu verstehen, muss man sich zunächst einmal mit der Entstehung dieses Wohnstils auseinandersetzen. Japandi ist geprägt von einem ästhetischen Konzept Japans – dem „Wabi-Sabi“. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Kunstrichtung, sondern vielmehr um eine gewisse Art und Weise, Dinge wahrzunehmen. „Wabi“ bedeutet allein oder traurig, „Sabi“ steht für das Alte und für Vergänglichkeit. Das mag auf den ersten Blick zwar eher negativ erscheinen, doch bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass es um die Wahrnehmung des Unperfekten und Unvollständigen geht. Dieser Stil soll den Betrachter dazu anregen, das Unvollkommene und leicht zu übersehende wahrzunehmen und die Schönheit des Unauffälligen zu genießen. Kombiniert mit den natürlichen Elementen Skandinaviens entsteht eine völlig neue Art der Raumgestaltung. Bei diesem Stil stehen Reinheit und Einfachheit im Vordergrund.

Dunkle Akzente setzen

Bei der Einrichtung im Japandi-Stil sollten Sie unbedingt Holz verwenden. Hierbei treffen die hellen Farben Skandinaviens auf die dunklen Töne Japans. So können Sie beispielsweise helle Möbel mit dunkler Deko kombinieren. Aber auch dunkle Möbel in hellen Räumen schaffen Ruhe und Ordnung in unsere doch so hektische und teils chaotische Welt. Die dunklen Accessoires fallen direkt ins Auge und sorgen für einen richtigen Wow-Effekt in Ihrem Zuhause. So können Sie mit dunklen Kissen, Tagesdecken oder einem schönen schlichten Nachttisch arbeiten und kleine Highlights setzen. Dadurch schaffen Sie sowohl eine angenehme Wohlfühlatmosphäre als auch eine gewisse Leichtigkeit und Ästhetik.

Weniger ist mehr

Bei der Dekoration im Japandi-Stil gilt insbesondere eine Regel: Bloß nicht mit den Accessoires übertreiben! Daher sollten Sie lieber wenige, aber bedachte Dekoartikel verwenden. Denn bei diesem Einrichtungsstil ist Zurückhaltung das A und O. Alles, was man im Raum sehen kann, sollte eine Bedeutung haben und etwas aussagen. Die Dekoration soll Ihrem Zuhause eine gewisse Persönlichkeit und einen Charme verleihen, dabei die Sinne aber nicht überstrapazieren. Denken Sie beim Dekorieren immer an „Wabi-Sabi“, sodass jeder Gegenstand im Raum Statement-Charakter hat und die individuelle Schönheit im Vordergrund steht. Auch leere Ecken sind ein Hingucker und keinesfalls langweilig. Nicht jede Fläche muss ausgenutzt und vollgestellt werden. Die Schönheit des Japandi-Stils liegt in der Einfachheit des Raumes. Wählen Sie daher eher untypische Accessoires, die in der restlichen Schlichtheit des Raumes durch ihr formstarkes Design umso mehr zur Geltung kommen.

Japandi: Die Schönheit des Einfachen

Bei Japandi treffen zwei unterschiedliche, aber in ihrer Gesamtheit doch so harmonische Einrichtungsstile aufeinander, die es Ihnen leichtmachen, sie ins heimische Interieur zu integrieren. Beide Stile vereinen Einfachheit und die Liebe zum Detail. In Skandinavien sind Pastelltöne und grafische Muster im Trend. In Japan hingegen schwört man auf dunkle Hölzer, florale Drucke und farbliche Kontraste. Japandi vereint diese beiden besonderen Stile und ist dabei zeitlos, schlicht und zurückhaltend. Bei Japandi lautet die Devise: Weniger ist mehr! Die Zahl der Möbel und Accessoires ist daher auf eine sorgfältig ausgewählte Menge reduziert, die aber umso aussagekräftiger sind. So können auch Sie mit einigen wenigen Handgriffen einen Hauch Japan und Skandinavien in Ihr Zuhause holen.