Kräutergarten anlegen: Tipps & Tricks

Kräutergarten anlegen: Tipps & Tricks 22. Mai 2017

Ein gepflegter Garten kann verzücken – doch auch in einer Grünanlage mit den schönsten Blumen, Stauden und Sträuchern lassen sich noch weitere Akzente setzen. Zum Beispiel mit einem Kräutergarten. Kräuterpflanzen im Garten versprühen einen erwachsenen Charme und gestalten den Außenbereich noch vielseitiger.

Zudem erhält man einen echten Mehrwert: Hobby- und Profiköche erweitern ihr Arsenal mit einem eigenen Kräutergarten um frische Zutaten zum Verfeinern von exquisiten Gerichten. Lesen Sie im folgenden Artikel, wie Sie einen Kräutergarten anlegen und was Sie bei der Aufzucht der Kräuterpflanzen berücksichtigen müssen.

Kräutergarten anlegen

Einen Kräutergarten anzulegen ist nicht wirklich aufwendig, sollte allerdings vorausschauend geplant werden, damit die ausgesäten Kräuter nicht nach kurzer Zeit wieder eingehen. Der ideale Ort für ein Kräuterbeet muss innerhalb des Gartens gefunden werden.

Kräuterpflanzen können sehr sensibel auf das Sonnenlicht und die Nährstoffzusammensetzung der Erde reagieren. Mithilfe dieser Erkenntnis sollte der Standort und Untergrund für das Kräuterbeet wohlüberlegt gewählt werden. Stellen Sie sich vor dem Anlegen eines Kräuterbeetes die Frage, welche Kräuter Sie überhaupt anbauen möchten.

Man klassifiziert Kräutergewächse der Sonnenempfindlichkeit nach in drei Kategorien. Entweder sonnige, halbschattige oder schattige Standorte werden bevorzugt. Die folgende Tabelle zeigt Kräuter, die in Deutschland angebaut werden können und wie viel Sonnenlicht/Schatten benötigt wird:

Sonniger Standort Halbschattiger Standort Schattiger Standort
Basilikum Koriander Sauerklee
Salbei Petersilie Bärlauch
Thymian Duftveilchen Pfefferminze
Rosmarin Jiaogulan Ackerschachtelhalm
Kümmel Kerbel Brunnenkresse
Dill Liebstöckel Knoblauchsrauke
Estragon Mädesüß Frauenginseng
Zitronenmelisse Petersilie
Ringelblume Perilla
Sellerie Schnittlauch
Süßdolde
Waldmeister
Wiesenknopf

Ganz streng sind die Grenzen jedoch nicht. Viele Kräuter, die es beispielsweise sonnig mögen, gedeihen auch an einem halbschattigen Standort im Kräutergarten.

Kräuterbeet anlegen

Kräutergarten
Ein Kräutergarten bietet Vorteile: Nicht nur, dass Sie das Gewürzregal preiswert aufstocken – viele exotische Kräuter gibt es im Supermarkt gar nicht erst zu kaufen © focus finder_Fotolia.com

Nachdem Sie einen geeigneten Standort gefunden haben, kann das Kräuterbeet angelegt werden. Der Aufwand für das Vorhaben bemisst sich nach dem Ergebnis: Ein Kräuterbeet mit einer Begrenzung aus Natursteinen oder mit Holzrahmen ist selbstverständlich aufwendiger anzulegen als ein schlichtes Kräuterbeet. Für ein hübsches Kräuterbeet, das vielseitig einsetzbar ist und potentiell gute Erträge beschert, sollten folgende Baumaterialien und Gartengeräte vorhanden sein:

  • Holzbretter
  • Nägel
  • Hammer
  • Spaten
  • Holzpflöcke und Schnur
  • Erde und Sand
  • Natursteine

An der folgenden Anleitung zum Anlegen eines Kräuterbeets können Sie sich orientieren:

  1. Markieren Sie zunächst die Fläche mit Pflöcken und Schnur, an der das Kräuterbeet angelegt werden soll. Ebnen Sie die Fläche anschließend mit einem Spaten – allerdings sollte darauf geachtet werden, dass nur so viel Erde ausgehoben wird wie nötig.
  2. Füllen Sie die Fläche mit reichlich Erde aus und platzieren Sie die Steine an den Rändern des Beetes, damit der Übergang von Erde zu Rasen klar abgetrennt ist.
  3. Nageln Sie daraufhin immer 4 Holzbretter zu beliebig vielen quadratischen Holzrahmen zusammen. Diese Holzrahmen werden nun in das Kräuterbeet eingelassen, sodass noch mindestens 10 cm Holzbrett aus dem Erdreich ragt. Innerhalb eines Holzrahmens können auch weitere Holzrahmen eingelassen werden.
  4. Verändern Sie das Mischverhältnis von Erde und Sand innerhalb der Holzrahmen, um geeignete Zusammensetzungen für unterschiedliche Pflanzen zu erhalten. Lockern Sie die Erde dazu und festigen Sie das sandige Gemenge danach per Hand etwas.
  5. Zuletzt düngen Sie die Erde mit Düngemitteln über einen längeren Zeitraum. Vorsicht: Ebenfalls beim Düngen sind Kräuter wählerisch. Stimmen Sie Ihre Düngestrategie auf die anzupflanzenden Kräuter ab.

Das Anlegen eines Kräuterbeetes können Sie auch in Puncto Maße recht frei gestalten. Halten Sie sich jedoch an diese Ratschläge: Die Abstände zwischen den Holzrahmen sollte mindestens 20-30 cm betragen, damit Kräuterpflanzen genug Platz zum Gedeihen haben. Außerdem sind Kräuterbeete bestenfalls leicht zugänglich und nicht breiter als 120 cm.

Legen Sie das Beet im Kräutergarten in der Übergangsphase von Frühling auf Sommer an, um die Kräuter im Mai aussähen zu können. Planen Sie ebenso genügend Zeit zum Düngen und Bewässern der Erde ein. Nach ausgiebiger Vorbereitung des Untergrunds sind optimale Bedingungen zum Anbau von Kräutern geschaffen. Durch die verschiedenen Anbauzonen sind unterschiedliche Pflanzen sogar in der Wachstumsgeschwindigkeit nicht eingeschränkt – ein Kräuterbeet für eine Vielfalt an Kräutern ist angelegt.

Praktisch: Hochbeete passen auch in kleinere Gärten, wo kein Platz für ein ganzes Kräuterbeet wäre – auf Kräuter aus dem Eigenanbau muss also niemand verzichten. Noch platzsparender ist die Konstruktion aus dem folgenden Video. Aus Europaletten können Sie sich einen kompakten Kräutergarten bauen, der selbst auf einem schmalen Balkon aufgestellt werden kann:

Kräuterbeete pflegen

Damit Ihr Kräutergarten saftig grün wird und die Ernte üppig ausfällt, müssen Sie die Beete im Kräutergarten pflegen. Prüfen Sie die angepflanzten Kräuterarten auf die Anzahl der Vegetationsperioden. Es wird zwischen einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen Kräutern unterschieden. Das Wissen um die Anzahl der Saisons, die eine Pflanze überlebt, dient als Anhaltspunkt für die Gießwassermenge. Einjährige Kräuter haben tendenziell größeren Durst als Mehrjährige.

Gießen Sie die Kräuter nicht, wenn die Sonneneinstrahlung am stärksten ist. In Deutschland steht die Sonne zwischen 12:00 und 14:00 Uhr im Zenit – vermeiden Sie es in diesem Zeitraum im Kräutergarten zu gießen. Durch Wassertropfen auf Blättern und Stängeln kommt es zu einem Lupeneffekt, der die Kräuterpflanzen verbrennen lässt. Morgens – oder noch besser: Nachmittags/Abends ist der perfekte Zeitpunkt, um den Kräutergarten zu Gießen.

Des Weiteren erfahren Sie durch die Anzahl der Vegetationsperioden, wann Sie bestimmte Kräuter aussäen müssen. Die Zeit ist Mitte Mai reif für einjährige Kräuter, wenn der Boden garantiert nicht mehr durch einen Kälteeinbruch einfriert. Zwei- oder mehrjährige Kräuter sollten im Gegensatz dazu im September ausgesät oder als Setzlinge entweder im Frühling oder Herbst eingepflanzt werden.

Starke Regenschauer verkrusten die Oberfläche des Beetes, sodass Gießwasser nicht mehr diffundieren kann. Deswegen müssen Sie die Erde in einem Kräutergarten regelmäßig – am besten monatlich – im Frühling und Sommer auflockern. Das richtige Gartengerät erleichtert Ihnen die Arbeit. Ziehen Sie einen Sauzahn oder eine Blumenkralle durch die Beete des Kräutergartens ohne die Pflanzen zu beschädigen.

Heimische Kräuter können mit einer Schicht aus Mulch auf den Beeten unterstützt werden. Bei südländischen Kräutern wirkt sich eine Mulchschicht leider negativ auf das Wachstum aus. Rosmarin, Salbei, Thymian und Oregano sind den feuchten und nährstoffreichen Mulch nicht gewöhnt und eher auf sandig trockenen Böden zu finden.

Kräutergarten mit Stil und Funktion – Kräuterspirale bauen

Eine Kräuterspirale ist eine kompakte Lösung für das Kräutergarten-Projekt, die selbst mit wenig Baumaterial umgesetzt werden kann. Es bedarf lediglich ein paar Ziegelsteinen, Schotter, Kies, einer Teichfolie und verschiedenen Erdmischungen für das Vorhaben. Zudem deckt eine Kräuterspirale eine große Bandbreite an Kräutergewächsen ab, da das angelegte schneckenhausförmige Beet vier unterschiedliche Feuchtigkeitszonen besitzt. Von der hydrophilen Wassernuss bis hin zum mediterran-trocken gewohntem Rosmarin können Sie in einer Kräuterspirale diverse Krautarten anbauen. Folgendermaßen kann beim Bau einer Kräuterspirale vorgegangen werden:

  1. Der Untergrund der Kräuterspirale muss vorbereitet werden. Dazu stecken Sie zunächst den Bereich, an dem die Kräuterspirale gebaut werden soll, mit Hölzern und Schnur ab. Die Schneckenhausform sollte südlicher Richtung geöffnet sein. Heben Sie den Boden dann mit einem Spaten etwa 20 cm tief aus. An der Öffnung des Schneckenhauses müssen Sie einen kleinen Teich anlegen. Daher muss der Boden dort 40 cm tief ausgehoben werden.
  2. Anschließend müssen Sie ein Fundament aus Kies aufschütten – die Teichfläche muss dabei jedoch frei bleiben. Schließlich soll die Mauerspirale später stabil stehen. Staunässe können Sie durch die Kiesschicht ebenfalls verhindert.
  3. Platzieren Sie nun ausgehend vom zentralsten Punkt der Kräuterspirale die ersten Ziegelsteine. Legen Sie dabei eng am Teich vorbei und entlang des äußeren Randes der ausgehobenen Fläche mit Kiesbett. Ohne Mörtel o.ä. legen Sie im nächsten Schritt weitere Steine versetzt auf die Mauer – für eine Kräuterspirale ist eine Trockenmauer erforderlich. Am höchsten soll die Mauer an der zentralsten Stelle der Schnecke etwa 80 cm über der Bodenhöhe sein. Im Verlauf der Spirale wird diese zunehmend niedriger. Zwischendurch müssen Sie immer wieder Schotter aufschütten, sodass im Inneren eine 50 cm dicke Schicht entsteht, welche sich kohärent zur Mauer ausdünnt.
  4. Ist das Gebilde fertig, können Sie mit der Aufschüttung der Erde beginnen. Bei vier unterschiedlichen Feuchtigkeitszonen sind verschiedene Mischverhältnisse der Erde empfehlenswert. Sie brauchen herkömmliche Gartenerde, Kompost und Sand. Je höher desto trockener: Mischen Sie Gartenerde mit Sand, um optimale Bedingungen für mediterrane Kräuter zu schaffen. Je tiefer es in der Spirale geht, desto feuchter wird der Untergrund. Erhöhen Sie nach unten hin den Kompostanteil und geben Sie immer weniger Sand hinzu. Ganz unten sollte sich nur noch eine Mischung aus Gartenerde und Kompost befinden.
  5. Zu guter Letzt muss der Teich vollendet werden. Befüllen Sie die übrig gebliebene Aushebung mit einer 5 cm dicken Sandschicht. Daraufhin können Sie die Teichfolie ausgelegen. Nicht nur unter, sondern auch über der Folie ist eine Schicht aus Sand sinnvoll. Beenden Sie die Arbeit an der Kräuterspirale, indem Sie Wasser in den Teich füllen und sichtbare Teichfolie mithilfe von Steinen verdecken. Glückwunsch – der Kräutergarten in Schneckenform ist fertig und lässt sich sehen.

Kräuter für die Küche

Nicht alle Kräuter halten den deutschen Witterungsverhältnissen stand – ärgerlich kann es auch werden, wenn Ihre Pflanzen von Schädlingen abgefressen werden. Glücklicherweise gibt es viele Kräuter für den Innenbereich, genannt Küchenkräuter. Ein Kräutergarten ist also nicht zwingend notwendig. Zu den Kräutern, die Sie auf der Fensterbank in der Küche kultivieren können, gehören folgende Gewächse:

  • Schnittlauch
  • Kresse
  • Basilikum
  • Oregano
  • Thymian
  • Rosmarin
  • Minze
  • Melisse
  • Lorbeer
  • Majoran
  • Dill
  • Petersilie

Im Supermarkt gibt es diese Kräuter im Topf zu kaufen – die Qualität der Pflanzen schwankt jedoch deutlich. Häufig kauft man sehr schwache Kräuter, die durch Lagerung und Transport wenig Licht und Frischluft abbekommen haben. Außerdem benötigen Gewächse natürliche Winde, damit ein starkes Wurzelwerk und ein robuster Spross gedeiht. Durch kostengünstigen Vertrieb können die Bedürfnisse der Kräuter nicht ausreichend berücksichtigt werden. Alternative: Kaufen Sie statt der fertigen Pflanzen lieber Samen/Saatscheiben, die sich einpflanzen lassen. Auch ohne Garten können Sie zum Kräuterselbstversorger werden.

Füllen Sie einen nicht zu großen Topf mit Anzuchterde und drapieren Sie die Samen wenige Millimeter unter der Erde. Saatscheiben keimen, wenn diese oben aufliegen. Bezüglich der Aussaat sind wichtige Informationen der Samenpackung zu entnehmen. Schnell wird die Pflanze groß genug zum Umtopfen sein. Verwenden Sie dann anstelle von Anzuchterde lieber Kräutererde, die den richtigen Nährstoffgehalt für die jeweilige Pflanze hat.

Achten Sie stets darauf, dass nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser zugeführt wird – mit 100 Millilitern am Tag sind die meisten ausgewachsenen Kräuter versorgt. Weiterhin gehören die Topfkräuter nicht in die pralle Sonne, um Sonnenbrand vorzubeugen. Ein halbschattiges Plätzchen eignet sich da eher. Wie bereits thematisiert, brauchen die Pflanzen einen natürlichen Luftzug. Diesen können Sie durch einen Ventilator oder per „Streicheleinheit“ simulieren.