Muss ich meine Wohnung desinfizieren?

Spätestens seit dem Coronavirus ist das Thema Hygiene und Desinfektion in aller Munde. Immer mehr Menschen greifen im Alltag zu Desinfektionsmitteln, um sich vor Keimen, Bakterien und Viren wie dem Coronavirus zu schützen. Da fragt sich mit Sicherheit der ein oder andere, ob auch die komplette Wohnung desinfiziert werden muss. Doch im Haushalt sind Desinfektionsmittel teilweise sogar schädlich. Die Desinfektionsmittel, die in Drogeriemärkten erhältlich sind, sind eher antibakteriell und töten keine Coronaviren. Daher ist eine Reinigung der Wohnung mit handelsüblichen Reinigungsmittel zur Desinfektion eher überflüssig. Außerdem sind sie belastend für die Umwelt und können durchaus schädlich für den menschlichen Körper sein. Eine gründliche Reinigung der Räume sowie aller Oberflächen reicht zumeist vollkommen aus. Worauf Sie genau achten müssen und welche Möglichkeiten Sie bei der Desinfektion haben, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Muss ich meine Wohnung desinfizieren? 2. Juni 2020

Die Gefahren von Desinfektionsmitteln im Haushalt

  • Desinfektionsmittel enthalten Stoffe, die beim Menschen zu allergischen Reaktionen oder Ekzemen führen können. Ekzeme sind Juckflechten, die sich als eine nicht-infektiöse Entzündungsreaktion auf der Haut auszeichnen. Dadurch kommt es zu unschönen Rissen und Rötungen der Haut sowie zu unangenehmem Jucken.
  • Da bereits zu häufiges regelmäßiges Händewaschen mit normaler Seife zu trockener Haut führt und den natürlichen Schutzmantel der Haut strapaziert, braucht sie danach Zeit, um sich wieder zu erholen. Desinfektionsmittel enthalten derweil Alkohole, weswegen ein zu häufiges Desinfizieren der Hände die Haut zusätzlich schädigt. Dadurch wird sie sogar noch anfälliger für Bakterien, Viren und Keime.
  • Bei Desinfektionsmitteln aus der Druck-Spraydose sollten Sie besonders vorsichtig sein. Denn die feinen Tröpfchen können bis in die Atemwege gelangen und teilweise sogar die Lungenbläschen erreichen. Dadurch können die empfindlichen Schleimhäute ein Brennen in der Kehle, Husten oder Rötungen verursachen.
  • Zudem ist die Wirkung von Desinfektionsmitteln nicht von langer Dauer. Bereits wenige Minuten nach dem Desinfizieren setzen sich wieder Bakterien, Viren und Keime auf den Oberflächen, Gegenständen und insbesondere auf Türklinken ab.

Alternativen zu Desinfektionsmitteln

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) reagieren die Coronaviren empfindlich auf fettlösende Substanzen. Daher ist es ratsam, sich die Hände mit herkömmlicher Seife zu waschen. Diese zerstört Keime, Viren und Bakterien. So wird von Experten vermutet, dass das regelmäßige Händewaschen mit Seife und das Waschen der Klamotten mit Waschmitteln ausreicht, um das Coronavirus abzutöten.

©pixabay.com Händewaschen
  • Waschen Sie Ihre Hände daher mindestens eine halbe Minute lang mit warmem Wasser – nach jedem Toilettengang, vor dem Kochen, nach dem Kontakt mit Türklinken, nach dem Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Kontakt mit andern schmutzigen Oberflächen.
  • Für die Behandlung von Gegenständen, Möbeln, der Küchentheke, Spülbecken u. Ä. sollten Sie auf Spezialreiniger, die Desinfektionsmittel enthalten, verzichten. Herkömmliche Putzmittel wie Spülmittel, Scheuermilch und Allzweckreiniger reichen aus, um die Keime in den Räumen fast vollständig zu beseitigen.
  • Nach dem Kochen sollten Sie die gesamte Arbeitsfläche sowie alle verwendeten Küchengeräte gut mit warmem Wasser abwaschen. Falls Sie ein Schneidebrett verwendet haben, sollten Sie dieses mit heißem Wasser und Waschmittel reinigen und abspülen.
  • Waschlappen oder Küchentücher sowie Handtücher sollten Sie regelmäßig waschen. Sollte der Waschlappen oder der Küchenschwamm anfangen unangenehm zu riechen, dann sollten Sie diesen auf jeden Fall entsorgen.
  • Insbesondere im Badezimmer können sich viele Bakterien, Viren und Keime lagern. Machen Sie daher auch regelmäßig das Bad mit entsprechenden Reinigungsmitteln sauber. Den Toilettensitz können Sie zudem regelmäßig mit einem Desinfektionstuch reinigen.
  • Sollten Sie jedoch trotzdem lieber die Oberflächen und Gegenstände in Ihrem Zuhause desinfizieren wollen, dann tragen sie sicherheitshalber einen Mundschutz bei der Verwendung von Desinfektionssprays und Handschuhe bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln aus der Tube.

Fazit: Wohnung desinfizieren

Insbesondere zu Zeiten des Coronavirus ist eine ausreichende Hygiene der Hände unabdingbar. Allerdings sollten Sie mit der Desinfektion nicht übertreiben, da es ansonsten zu trockener Haut kommen kann. Auch die Desinfektionen der Räume Ihrer Wohnung sowie aller Oberflächen ist mit äußerster Vorsicht zu genießen, da die feinen Tröpfchen bis in Ihre Lunge gelangen und dort zu Reizungen führen können. Daher ist es ausreichend, wenn Sie alle Oberflächen und Gegenstände wie Küchentheken, Türklinken und Badezimmer regelmäßig reinigen. Damit sorgen Sie nicht nur für ein hygienisches Gefühl, sondern auch für eine angenehmere Wohnatmosphäre.