Pfostenträger einbetonieren – stabiler Halt für das Carport

Pfostenträger einbetonieren – stabiler Halt für das Carport 21. August 2015
Unterstand auf Rasen

Beim Aufstellen eines Carport oder einer anderen Überdachung für den Garten oder die Terrasse müssen Pfeiler und Pfosten am Erdreich eingesetzt werden. Solch eine Konstruktion wird am stabilsten, wenn die Pfosten einbetoniert werden. Vor allem Metallpfosten wie Rundrohrpfosten, T-Profil-Pfosten oder Rechteckpfosten und Pfosten, die schwere Zaunelemente tragen, sollten auf diese Art befestigt werden. Für die Befestigung von Pfosten und Pfeilern im Boden verwendet man sogenannte Pfostenträger.

Das Einbetonieren dieser Träger ist gar nicht so schwer, wie Sie vielleicht annehmen, da es keiner besonderen handwerklichen Fähigkeiten bedarf. Wie Sie am besten vorgehen und was Sie dafür benötigen wird im Folgenden erläutert. Es gibt viele unterschiedliche Pfostenträgertypen für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Damit Sie auch wissen, welcher Pfostenträger für Ihr geplantes Bauvorhaben der Richtige ist, werden die verschiedenen Typen hier vorgestellt.

Pfostenträger für den Halt

Für die Befestigung des Grundkorpus bzw. die Errichtung des Balkengerüsts werden Pfostenträger – auch Anker genannt – verwendet. Aufgrund der benötigten Stabilität werden diese gewöhnlich einbetoniert und nur in Ausnahmefällen auf die vorhandene Betonplatte aufgedübelt. Grund dafür sind vor allem extreme Witterungen und Sturmböen, bei denen die Konstruktion standhalten muss. Da Holz die Eigenschaft besitzt, Feuchtigkeit aufzusaugen und dadurch aufzuquellen oder zu schimmeln, sollte man nicht auf einen Anker verzichten. Dieser umfasst die Stirnseite des Pfostens, welche der Nässe schutzlos ausgeliefert ist und verhindert dabei, dass stehendes Wasser oder Bodenfeuchtigkeit in das Holz eindringen können. Daher sind auch Bodenhülsen für Sonnenschirme, die vollständig im Boden verschwinden vor allem für Holzbalken nicht geeignet. Solche Bodenhülsen sind nur für Elemente gedacht, die regelmäßig abgebaut werden. Entsprechend der Balkenstärke werden Pfostenträger oder Anker in unterschiedlicher Größe benötigt, die es im Bau- oder Fachmarkt fertig zu kaufen gibt. Diese gibt es in einfacher Facette oder als feuerverzinkte Variante, um keinen Rost anzusetzen. Um die (umgangssprachlich) auch als Pfostenschuhe bezeichneten Anker erfolgreich einzubetonieren, benötigen Sie folgende Materialien:

  • Spaten
  • Schaufel
  • Richtschnur
  • Maurerkelle
  • Sand
  • Zement
  • Maßband
  • Wasserwaage
  • 1-4 U-Anker, H-Anker, Bodenhülsen, etc.

 Anleitung: Schritt für Schritt Pfostenträger einbetonieren

  1. Zunächst werden die vorgesehenen Positionen der Pfosten markiert. Dann sollte eine Richtschnur gespannt werden, um die gewünschten Abstände der Pfosten zu messen. Je nach Größe der einzusetzenden Pfostenverankerung wird das Erdreich ausgehoben oder die Betonplatte geöffnet.
  2. An jeder markierten Stelle graben Sie mit dem Spaten ein Loch. Dieses Loch muss mindestens doppelt so groß sein, wie der Pfosten dick ist und eine Tiefe von ca. 60-80 cm haben. Wobei eine Tiefe von 80 cm empfohlen wird, da diese Tiefe auch im Winter frostsicher bleibt. Um den ausgehobenen Schacht beim Ausgießen zu stützen, wird eine Holzkonstruktion aus Brettern angefertigt.
  3. Nun kann der Beton mit einem Verhältnis von 1:4 angemischt werden. Es müssen somit auf einen Teil Zement vier Teile Sand kommen. Dabei ist zusätzlich darauf zu achten, dass der Beton nicht zu dünnflüssig ist, da er meistens noch Wasser aus dem Erdreich aufnimmt.
  4. Pfostenträger oder Anker werden nun mittels Dachlatten behelfsmäßig fixiert. Um dies korrekt und genau ausführen zu können, wird ein Maßband und eine Wasserwaage benötigt, um den Abstand und die Höhe exakt ins Lot zu bringen. Gerade dieser Arbeitsvorgang ist einer der wichtigsten überhaupt und muss mit viel Sorgfalt durchgeführt werden, damit die Balken und Pfosten, also der Grundkorpus, später gleichmäßig befestigt werden kann und nicht schief steht.
  5. Danach wird das Loch samt Pfostenschuh mit Beton ausgegossen. Die Oberkante sollte dann mit einer Maurerkelle geglättet werden. Unmittelbar danach drücken Sie die Pfostenträger in das mit Beton gefüllte Loch. Beim Einbetonieren der Pfostenträger sollte wiederholt eine Richtschnur gespannt werden, damit alle in einer geraden Reihe stehen. Die gegossene Abschlusskante wird zum Schluss mit einem sogenannten Reibebrett glatt gerieben, um einen sauberen sichtbaren Kantenabschluss zu erhalten.

Die Montage

Bereits nach 2 – 3 Tagen ist der Beton ausreichend ausgehärtet, um mit dem Aufstellen der Balken zu beginnen. Diese kommen nun in die fest eingegossene Pfostenverankerung, werden ausgerichtet und mittels Stahlbolzen fest montiert. Die übrigen Balken der Überdachung werden mit entsprechenden Winkeln verbunden und mit Edelstahlschrauben fest fixiert.

Unterschiede bei den Pfostenverankerungen

überdachung pfostenträger einbetonieren
Im Gegensatz zu Holzbalken lassen sich Stahlbalken mithilfe spezieller Pfostenträger direkt auf feuchtem Rasen platzieren © clipdealer.com

Bei den vielen verschiedenen Pfostenträgern kann man schon mal den Überblick verlieren. Es stellt sich die Frage, welcher denn der richtige für Ihr Bauvorhaben ist. Im Folgenden deshalb die Übersicht mit den dazugehörigen Vor- und Nachteilen:

 

 

 

 

Von außen umfassend:  Die am häufigsten gewählte Montageart. Darunter auch die wohl am bekanntesten Typen wie der U- und H-Anker. Diese Art der Montage ist die schnellste und vor allem einfachste Möglichkeit einen Pfostenträger anzubringen. Zwei Laschen umfassen den Pfosten von außen und werden einfach mit dazugehörigen Schrauben festgeschraubt. Etwas weiter gefasst, kann auch die Bodenhülse dazu gezählt werden, die allerdings eher für das Aufstellen eines Sonnenschirms gedacht ist.

Vorteile Nachteile
Für besonders schwere Pfosten geeignet, zum Beispiel beim Carportbau Die Montage ist sichtbar und trifft somit nicht jeden Geschmack
Leichte und schnelle Montage  

Gebohrt: Diese Montageart ist nicht sichtbar und gehört zu den besonders beliebten Verbindungsarten, wenn man möglichst wenig von der Montage sehen soll. Der Pfosten wird hierbei mittig angebohrt und das lange stabförmige Ende der Pfostenverankerung entsprechend mit Leim versehen. Danach wird der Anker im Holz eingedreht und die Verbindung ist fertig.

Vorteile Nachteile
Unsichtbare Verbindung zwischen Pfostenverankerung und Pfosten Geringe Aufnahme von Windsoglasten
  Es muss äußerst präzise gearbeitet werden

Geschlitzt: Diese Montageart ist kaum sichtbar und wird daher häufig für schwere Zimmerkonstruktionen verwendet. Der Holzpfosten wird geschlitzt und der Pfostenträger in den Pfosten eingelassen. Befestigt wird dieser mit Stabdübeln oder Pfostenträgerschrauben. Ähnlich wie bei einer gebohrten Verbindung kann dieser Anker auch ein wenig kleiner als der Balken sein. Somit würde von der Pfostenverankerung an der Oberfläche nichts außer der Einmündung der Stabdübel zu sehen sein.

Vorteile Nachteile
Die Verbindung ist kaum sichtbar Es wird mehr Erfahrung vorausgesetzt
Sehr genaues und präzises Arbeiten ist gefordert

Verschraubt: Der Pfostenverankerung wird durch eine Platte in das Hirnholz des Pfostens verschraubt. Rein statisch gesehen ist diese Verbindung nicht optimal. Sogkräfte können nicht übertragen werden und gerade für schwere Konstruktionen ist dieser Ankertyp nicht geeignet. Für geschlossene Konstruktionen kann diese Montageart aber ohne Bedenken verwendet werden.

Vorteile Nachteile
Die Pfostenverankerung erfolgt einfach und schnell mit Hilfe von Schrauben Sogkräfte werden nicht übertragen
Nicht für schwere Konstruktionen geeignet

Bei der Verwendung von Pfostenträgern gibt es beim Einbetonieren bis hin zur erfolgreichen Montage doch Einiges zu beachten. Zwar erfordern diese Aufgaben kein großes handwerkliches Geschick, jedoch sollte man sein Bauvorhaben genau planen und dabei präzise vorgehen. Übrigens lässt sich diese Anleitung auch auf das Einbetonieren von Bodenhülsen für Sonnenschirme übertragen. Als weitere Hilfestellung dient folgendes Video, in der ein H-Anker einbetoniert wird: