Schimmel entfernen: Wände, Fenster und Dusche

Schimmel entfernen: Wände, Fenster und Dusche 12. April 2017

Schimmel ist nicht nur ein unansehnlicher Wiederkehrer – gesundheitsschädlich ist der Pilz auch noch. Deswegen sollten Sie umgehend Handeln, sobald Ihnen der Pilz unter die Augen kommt. Mit den folgenden Tipps können Sie dem Schimmelpilz an jeder erdenklichen Stelle in Haus und Wohnung den Garaus machen.

Die klassischen Schimmelstellen befinden sich in kühlen Räumen, in denen häufig Feuchtigkeit in die Luft gelangt. Aber auch dort bilden sich der Schimmel und die unangenehmen Verfärbungen an unterschiedlichen Stellen, die verschiedene Vorgehensweise zur Schimmelentfernung erfordern. Außerdem muss je nach Schweregrad des Schimmels überlegt werden, welche Maßnahmen angebracht sind. Grundsätzlich sollten Sie bei der Schimmelentfernung Plastikhandschuhe tragen. Bei Nutzung von chemischen Schimmelentfernern oder sehr starken Reinigern ist ein Mundschutz empfehlenswert.

Schimmel an der Wand im Handumdrehen entfernen

Im Vorfeld muss festgestellt werden, ob sich der Schimmel neu gebildet hat – in der Regel handelt es sich in diesem Fall um oberflächlichen Schimmel, welcher problemlos selbst entfernt werden kann. Sollte der Pilz schon länger an der Wand sitzen und in Anstrich, Tapete oder sogar in den Putz eingedrungen sein, muss ein Profi zur Schimmelbekämpfung herangezogen und konsultiert werden. Größere Sanierungsarbeiten der Wohnung könnten die Folge sein.

Bei leichtem Schimmelbefall gehen Sie am besten mit Reinigungsmitteln mit über 80% Alkoholanteil oder Wasserstoffperoxid (fünf- bis zehnprozentig) gegen die Schimmelstellen vor. Eine fünfprozentige Sodalösung aus der Apotheke kann ebenfalls Abhilfe schaffen. Arbeiten Sie eines dieser Mittel gleichmäßig in die betroffenen Stellen ein und lassen diese einwirken: Schon sollte der Schimmelbefall zurückgehen. Von effizienten chemischen Schimmelentfernern auf Chlorbasis ist wegen Gesundheitsgefährdung eher abzuraten. Wie Sie gegen Schimmel an der Wand vorgehen sollten, können Sie auch Schritt für Schritt folgendem Video entnehmen:

Schimmelentfernung in der Dusche

In den meisten Fällen entsteht Schimmel in der Dusche oder Badewanne auf und unter Silikonfugen. Weist das Silikon bereits starke Schimmelstellen vor, ist eine Erneuerung unumgänglich. Vom Schimmel angefressenes Silikon lässt sich von diesem kaum wieder befreien, da der Schimmelpilz das flexible Material komplett durchdringt. Die Anwendung von Anti-Schimmelmitteln wirkt zu oberflächlich. Der Schimmel wird dadurch nur eingedämmt aber nicht entfernt.

Glücklicherweise lassen sich Silikonfugen leicht erneuern: Mithilfe eines Fugenkratzers sowie eines Küchen- und Cuttermessers entfernen Sie die Silikonfuge grob. Danach können Sie einen chemischen Silikonentferner auf übrig gebliebene Silikonreste verstreichen. Nach der Einwirkzeit lassen sich auch die hartnäckigsten Silikonreste abschaben.

Nutzen Sie anschließend Malerkrepp, um möglichst gerade Fugen ziehen zu können. Pressen Sie das Silikon im nächsten Schritt mit einer Auspresspistole in die Fugen. Verteilen Sie das Silikon großzügig entlang der Fugen – orientieren Sie sich dabei an der Größe des Spalts und addieren 2 Millimeter. Dies ist erforderlich, weil sich Silikon mit der Zeit etwas zusammenzieht. Daraufhin müssen Sie etwas Spüliwasser auftragen und die Silikonfugen zeitig mit einem Fugenglätter glattziehen. Zwischen dem Applizieren des Silikons und dem Glätten dürfen in der Regel keine 10 Minuten vergehen. Kleiner Tipp: Inzwischen gibt es auch spezielle Sanitärsilikone mit Schimmelschutz zu kaufen, die eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von Schimmel in Nassbereichen haben.

Schimmelbildung in der Dusche verhindern

  1. Im Badezimmer sollte nach jedem genommenen Bad und Duschgang ordentlich stoßgelüftet werden. Das gleiche gilt übrigens auch für die Küche, wenn Sie etwas in einem Kochtopf auf der Herdplatte kochen.
  2. Öffnen Sie zudem die Kabinentür oder den Duschvorhang so weit wie es geht.
  3. Die Kabinenwände sollten nach jeder Dusche vorbeugend mit einem Fensterabzieher bearbeitet werden. Entfernen Sie zur Sicherheit Wasserreste in den (Silikon-)Fugen mit einem Handtuch, das Sie daraufhin über die Heizung legen können.
  4. Da die Fugen bevorzugt von Schimmel befallen werden, bedarf es bei diesen gesonderter Aufmerksamkeit: Regelmäßiges Reinigen der Fugen mit milden Reinigungsmitteln ist zur Vermeidung von Schimmel notwendig. Bei Silikonfugen sollten Sie vorsichtig waschen und scheuern, damit das Silikon nicht beschädigt wird.
  5. Achten Sie auch auf den Duschvorhang, sofern keine Glaswand als Spritzschutz verwendet wird. Auf Duschvorhängen bildet sich Schimmel mit der Zeit ebenso und sollte alle 1-2 Monate gewaschen und anschließend ordentlich getrocknet werden.

Schimmelgefahr Nummer 1: Kein Fenster im Badezimmer

Viele Mieter kennen das Problem: Das Badezimmer ist komplett fensterlos. Die Feuchtigkeit muss aber trotzdem unbedingt entweichen können, da ansonsten unweigerlich Schimmel droht. Viele Möglichkeiten gibt es leider nicht. Entweder entscheiden Sie sich für einen Wand- und Deckenlüfter, der die hohe Luftfeuchtigkeit nach draußen abtragen kann oder Sie lüften mit geöffneter Tür und einem Fenster aus einem anderen Zimmer. Ein Lüfter benötigt selbstverständlich einen Abluftschacht. Ist dieser nicht vorhanden, gestaltet sich der Einbau sehr schwierig. Wenn die Montage eines Fensters möglich ist, sollte dies noch vor Einbau eines Abluftschachts in Erwägung gezogen werden.

Schimmel entfernen in den Fliesenfugen

Egal, ob Küche oder Badezimmer – in den Fliesenfugen kann sich über die Jahre Schimmel bilden. Um diesen zu entfernen muss zunächst festgestellt werden, was für Geschütze aufgefahren werden müssen. Wohnung oder Haus werden durch sehr starke Mittel schließlich ganz schön in Mitleidenschaft gezogen. Oberflächlicher Schimmel lässt sich oftmals mit einfachen Mitteln bekämpfen. Dabei können Sie mit zwei Möglichkeiten verfahren.

Option 1: Nehmen Sie eine Fugenbürste – oder eine andere mit vergleichbar harten Borsten – zur Hand. Sie benötigen zudem einen Fliesen- oder Universalreiniger, Natron und einen Eimer voll Wasser. Mischen Sie den Universalreiniger mit dem Wasser an und bearbeiten Sie die Fugen. Bereits nach diesem Akt sollte einiges an Dreck und Schimmel entfernt worden sein. Sobald die Fliesen wieder getrocknet sind, mischen Sie das Natron ebenfalls mit Wasser, sodass ein dickflüssiger Brei entsteht. Tragen Sie den Brei auf die Fugen auf und lassen diesen mindestens 2 Stunden einwirken. Spülen Sie alles erneut mit Wasser gründlich ab.

Option 2: Tränken Sie ein Wattestäbchen mit einer Lösung aus Salmiakgeist oder Spiritus, tragen Sie die Flüssigkeit auf die Fugen auf und lüften Sie danach ausgiebig. Handelt es sich nur um leichten Schimmel, kann dieser nach der Behandlung einfach entfernt werden.

Des Weiteren gibt es heutzutage auch sogenannte Fugenweiß-Stifte, die den Schimmel und andere Verfärbungen lediglich überdecken. Empfehlenswert sind diese Stifte nicht, weil der Schimmel auf diese Weise gar nicht entfernt und sich langfristig auch wieder auf den neuen Anstrich setzen wird. Sind die Fugen mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr zu retten, müssen diese erneuert werden. Dafür gibt es Spezialwerkzeug, mit dem alte Fugen ausgekratzt werden können. Mit neuem Fugenmörtel sind zuvor schimmlige Fliesen wieder ansehnlich, was im folgenden Video begutachtet werden kann:

Schimmelentfernung am Fenster

Bei Schimmelstellen rund um den Fensterrahmen bietet sich die Schimmelbekämpfung mit Wattestäbchen an. Alkoholische Schimmelreiniger oder Spiritus haben sich für die Schimmelentfernung am Fenster als effektives Mittel herausgestellt.

  1. Legen Sie sich eine Plastiktüte zur Seite und entsorgen Sie benutzte Wattestäbe in dieser. Prüfen Sie nach dem ersten Durchgang mit den alkoholgetränkten Wattestäbchen, ob die Dichtungsgummis des Fensters tief vom Schimmel befallen sind. Ist dies der Fall, führt kein Weg am Austausch vorbei – Ersatz muss her.

(2. Sollten Ihre Fenster mit Silikon verdichtet sein, können Sie wie bei den Silikonfugen in der Dusche vorgehen.)

  1. Nehmen Sie nach dem groben Durchgang eine Zahnbürste und einen Zahnstocher zur Hilfe, um so viel Schimmel wie möglich aus den betroffenen Stellen zu kratzen.
  2. Sterilisieren Sie die Flächen mit viel Alkohol oder Schimmelentferner aus der Drogerie. Warten Sie anschließend einige Zeit, damit alles gut durchtrocknen kann.

Ursachen angehen: Schimmelbefall in Wohnräumen vermeiden

Schimmel sorgt nicht nur für Kopfzerbrechen – krank macht der unansehnliche Pilz ebenso © burdun_Fotolia.com
Schimmel sorgt nicht nur für Kopfzerbrechen – krank macht der unansehnliche Pilz ebenso © burdun_Fotolia.com

Der Schimmelpilz mag eine feuchte und kühle Umgebung. Deswegen muss stattdessen eine trockene und warme Umgebung geschaffen werden. Mit zwei einfachen Tugenden können Sie prophylaktisch gegen die Ursache des Schimmels vorgehen: Heizen und Stoßlüften.

Dauerhaftes Heizen bei geöffnetem Fenster löst das Problem allerdings auch nicht – mal abgesehen von der Energieverschwendung. Mindestens 2 – besser noch 3 – mal am Tag sollten Zimmer, die zu Schimmel neigen mit weit geöffneten Fenstern gelüftet werden, um die Ursachen für Schimmel zu bekämpfen. 5-10 Minuten reichen bereits aus, um die Luftfeuchtigkeit zu verringern.

Viele Mieter und Eigentümer begehen zudem folgenden Fehler: In Küche und Bad werden die Fenster fast täglich aufgelassen, damit die Luftfeuchtigkeit entweichen kann. Darauf folgt die Schlussfolgerung, dass die Heizung der Umwelt zu Liebe oder aus Geldspargründen ausgemacht werden muss. Dies ist ein fataler Trugschluss, der unweigerlich zu Schimmel in der Wohnung führen wird.

Bei wiederkehrendem Schimmel trotz geeigneter Lüftungstechnik sind Renovierungsmaßnahmen durchzuführen. Der Keller beispielsweise ist durch seine Lage im Erdreich häufig von Schimmel betroffen. Dieser Standort ist von Natur aus kühl und neigt zu einer hohen Luftfeuchtigkeit. Sofern möglich, können Sie die Ursache für Schimmel mit folgendem Tipp angehen: Verputzen Sie die Wände dort oder in anderen Zimmern des Hauses oder der Wohnung, an denen Schimmel wiederholt auftritt mit Rotband oder einem anderen gipshaltigen Putz. Durch die wasserabweisenden Eigenschaften hat Schimmel auf solchen Flächen wenig Chance zu gedeihen. Mit diesen Grundregeln lässt sich der Befall langfristig aus der Wohnung oder dem Eigenheim entfernen.