Schimmel entfernen und vorbeugen: Wand und Möbel

Schimmel wird zu einem immer größeren Problem im vielen Miet- und Wohnhäusern. Der gesundheitsschädliche Pilz zeigt sich meist an Wänden und Fensterdichtungen sowie im Bad. Bleibt der Schimmelbefall zunächst unbemerkt können auch Möbel und Textilien betroffen sein. Wer grün-gräuliche Flecken in seinem Eigenheim entdeckt, sollte sofort den Schimmel entfernen. Mit den folgenden Tipps können Sie dem Schimmelpilz an jeder erdenklichen Stelle in Haus und Wohnung den Garaus machen.

Schimmel entfernen und vorbeugen: Wand und Möbel 29. Januar 2019

Wie bildet sich Schimmel?

Schimmel entsteht bei Feuchtigkeit. Es gibt mehrere Gründe, weshalb es zu Schimmel in Wohnräumen kommen kann. Häufig ist ein Fehler in der Bausubstanz die Ursache, wie beispielsweise kaputte Dichtungen oder feuchte Wände, die bei einem Wasserschaden entstehen. Aber auch die Bewohner können Schuld am Schimmel im Wohnraum haben. Durch das Kochen und Duschen wird viel heißer Wasserdampf produziert. Wer nicht richtig heizt oder nur selten lüftet, bietet dem Schimmel eine ideale Grundlage. Gern setzt er sich hinter großen Möbeln fest, die mit nur wenig Abstand zur Wand stehen. Oft wird er zunächst durch einen muffigen Geruch wahrgenommen, bevor man den Schimmelpilz entdeckt.

Die warme Feuchtigkeit trifft üblicherweise an Außenwänden oder in der Nähe des Fensters auf kalte Wände, an der die warme Luft kondensiert. Dies ist die ideale Brutstätte für Schimmel, denn hier können sich die Sporen ansiedeln. Hat sich die der Schimmel einmal gebildet, breiten sich die unangenehmen Verfärbungen schnell aus. Sowohl die grüne als auch schwarze Schimmelart sind unverzüglich zu entfernen, da beide Schimmelpilze die Gesundheit gefährden.

Schimmel entfernen im Handumdrehen

Welche Methode und Mittel sich zum Entfernen des Schimmels eignen, richtet sich nach der Größe der betroffenen Fläche sowie der Stelle, an der der Schimmel auftritt. Kleine Stellen, bei denen der Schimmel nur oberflächig aufliegt, können mit unseren Tipps selbst entfernt werden. Bei größerem Schimmelbefall muss aber unbedingt ein Fachmann zur Hilfe gezogen werden. Generell ist es ratsam bei der Entfernung Schutzkleidung, wie einen Mundschutz, Schutzbrille sowie Einweghandschuhe zum Schutz zu tragen. Die Sporen dürfen auf keinen Fall in die Atemwege oder das Auge gelangen.

Schimmel an der Wand entfernen

schimmel entfernen wand
Schimmel entfernen mit Chlor und anderen giftigen Substanzen sollten Sie nur mit Schutzkleidung (besonders wichtig: Mundschutz) © RioPatuca Images_Fotolia.com

Schimmel an den Wänden äußert sich durch unschöne Schimmelflecken oder einen muffigen Geruch. Im Vorfeld muss festgestellt werden, ob sich der Schimmel neu gebildet hat – in der Regel handelt es sich in diesem Fall um oberflächlichen Schimmel – oder ob der Schimmelpilz schon länger in der Wand sitzt. Der oberflächliche Befall kann mit Hilfsmitteln selbst entfernt werden. Sitzt der Pilz jedoch in Wand, Tapete oder dem Putz muss eine Fachfirma zur Schimmelbekämpfung herangezogen und konsultiert werden. Größere Sanierungsarbeiten der Wohnung könnten die Folge sein, sind aber unbedingt nötig, um Allergien und anderen gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

Bekämpfung von oberflächlichem Schimmel

Bei leichtem Schimmelbefall gehen Sie am besten mit Reinigungsmitteln mit über 80 Prozent Alkoholanteil oder Wasserstoffperoxid (fünf- bis zehnprozentig) gegen die Schimmelstellen vor. Eine fünfprozentige Sodalösung aus der Apotheke kann ebenfalls Abhilfe schaffen. Arbeiten Sie eines dieser Mittel gleichmäßig in die betroffenen Stellen ein und lassen diese einwirken: Schon sollte der Schimmelbefall zurückgehen. Von effizienten chemischen Schimmelentfernern auf Chlorbasis ist wegen gesundheitsschädlicher Dämpfe eher abzuraten. Diese können die Schleimhäute stark reizen. Wie Sie gegen Schimmel an der Wand vorgehen sollten, können Sie auch Schritt für Schritt folgendem Video entnehmen:

Schimmel in der Dusche entfernen

Die meisten Menschen entdecken Schimmel in Badewanne und der Dusche direkt an den Silikonfugen. Dies sieht nicht nur unschön aus, sondern kann wie der Schimmel an der Wand ebenfalls bei größerem Befall gesundheitliche Schäden hervorrufen. Weist das Silikon bereits starke Schimmelstellen vor, ist eine Erneuerung unumgänglich. Vom Schimmel angefressenes Silikon lässt sich von diesem kaum wieder befreien, da der Schimmelpilz das flexible Material komplett durchdringt. Die Anwendung von Anti-Schimmelmitteln wirkt zu oberflächlich. Der Schimmel wird dadurch nur eingedämmt aber nicht entfernt.

Glücklicherweise lassen sich Silikonfugen leicht erneuern: Mithilfe eines Fugenkratzers sowie eines Küchen- und Cuttermessers entfernen Sie die Silikonfuge grob. Danach können Sie einen chemischen Silikonentferner auf übrig gebliebene Silikonreste verstreichen. Nach der Einwirkzeit lassen sich auch die hartnäckigsten Silikonreste abschaben.

Schritt-für-Schritt: Neue Silikonfugen

Benötigtes Material:

  • Silikon (am besten für den Sanitärbereich)
  • Auspresspistole
  • Malerkrepp
  • Eine Schüssel mit lauwarmem Wasser uns Spülmittel
  • Fugenglätter
  1. Um möglich gerade Fugen zuziehen, wird Malerkrepp zum Abkleben genutzt. Die Fuge sollte frei von fett und trocken sein.
  2. Im nächsten Schritt wird das Silikon in eine Auspresspistole in die Fugen gepresst. Verteilen Sie das Silikon großzügig entlang der Fugen – orientieren Sie sich dabei an der Größe des Spalts und addieren 2 Millimeter. Dies ist erforderlich, weil sich Silikon mit der Zeit etwas zusammenzieht.
  3. Mit ein wenig Spülwasser und dem Fugenglätter wird das Silikon glattgezogen. Wer keinen Fugenglätter zu Hand hat, kann dafür den Finger nehmen. Zwischen dem Applizieren des Silikons und dem Glätten dürfen in der Regel keine 10 Minuten vergehen. Kleiner Tipp: Inzwischen gibt es auch spezielle Sanitärsilikone mit Schimmelschutz zu kaufen, die eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von Schimmel in Nassbereichen haben.

Schimmel an den Fliesenfugen entfernen

Egal, ob Küche oder Badezimmer – in den Fugen kann sich über die Jahre Schimmel bilden. Allerdings lassen sich Fliesenfugen gut reinigen. Um Schimmel zu entfernen muss zunächst festgestellt werden, was für Geschütze aufgefahren werden müssen. Wohnung oder Haus werden durch sehr starke Mittel schließlich ganz schön in Mitleidenschaft gezogen. Oberflächlicher Schimmel lässt sich oftmals mit einfachen Mitteln bekämpfen. Dabei können Sie mit zwei Möglichkeiten verfahren.

Option 1: Schimmelentfernung mit Fugenbürste

Benötigtes Material:

  • Fugenbürste
  • Universalreiniger
  • Natron
  • Eimer mit Wasser

Mischen Sie den Universalreiniger zunächst mit dem Wasser an und bearbeiten Sie die Fugen mit der Fugenbürste oder einer vergleichbaren Bürste mit harten Borsten. Bereits nach diesem Akt sollte einiges an Dreck und Schimmel entfernt worden sein. Sobald die Fliesen wieder getrocknet sind, mischen Sie das Natron ebenfalls mit Wasser zu einem dickflüssigen Brei an. Tragen Sie den Brei auf die Fugen auf und lassen diesen mindestens 2 Stunden einwirken. Spülen Sie alles erneut mit Wasser gründlich ab.

Option 2: Schimmelentfernung mit Salmiakgeist oder Spiritus

Benötigtes Material:

  • Wattestäbchen
  • Salmiakgeist oder Spiritus
  • Tuch

Tränken Sie ein Wattestäbchen mit einer Lösung aus Salmiakgeist oder Spiritus und tragen Sie die Flüssigkeit auf die Fugen auf. Handelt es sich um leichten Schimmel, sollte dieser nach einer kurzen Einwirkzeit leicht mit einem nassen Tuch entfernt werden können. Bei dieser Methode sollte das Fenster weit geöffnet und das Bad oder die Küche danach gut gelüftet werden.

Achtung: Neben diesen beiden Methoden, gibt es heutzutage auch sogenannte Fugenweiß-Stifte, die den Schimmel und andere Verfärbungen lediglich überdecken. Empfehlenswert sind diese Stifte nicht, weil der Schimmel auf diese Weise gar nicht entfernt und sich langfristig auch wieder auf den neuen Anstrich setzen wird. Sind die Fugen mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr zu retten, müssen diese erneuert werden.

Schimmel entfernen am Fenster

Die Schimmelentfernung an der Fensterdichtung wird ähnlich gehandhabt wie bei den Fugen. Bei Schimmelstellen rund um den Fensterrahmen bietet sich die Schimmelbekämpfung mit Wattestäbchen, die in alkoholischem Schimmelreiniger oder Spiritus getränkt wurden, an. Danach wird mit einer sanften Bürste, beispielsweise einer Zahnbürste, Dreck und Schimmel von der Dichtung gelöst. Sterilisieren Sie die Flächen mit viel Alkohol oder Schimmelentferner aus der Drogerie. Warten Sie anschließend einige Zeit, damit alles gut durchtrocknen kann. Ist die Dichtung am Fenster zu stark betroffen, muss auch sie ausgewechselt werden.

Schimmelbefall von Möbeln und Textilien

Ist die Wand von Schimmel befallen, geht dieser auch oft auf die in der Nähe stehenden Möbel und Textilien über. Möbel kann man retten, wenn nur auf der Oberfläche betroffen sind. Am effektivsten funktioniert die Behandlung mit Ethylalkohol. Wer eine schonendere Alternative sucht, greift zu mineralischen Desinfektionsmitteln. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Behandlung der Möbel draußen durchführen. Der Alkohol oder das Desinfektionsmittel werden einfach mit einem Lappen aufgetragen und der Schimmel abgewischt.

Schlecht sieht es bei der Schimmelbeseitigung hingeben aus, wenn Textilien oder Polstermöbel betroffen sind. Diese können nicht vom Schimmel befreit werden. Leider müssen sie vorsorglich entsorgt und durch neue ersetzt werden. Ansonsten können umliegende Wände und Möbel immer wieder von Schimmel befallen werden und der Gesundheit stark schaden.

Schimmel im Auto bekämpfen

Nasse Schuhe, nasse Regenschirme oder kaputte Dichtungen – es gibt kaum ein Auto, welches nicht feucht ist. Bildet sich hier Schimmel kann es gefährlich werden! Durch die Klimaanlage werden die Sporen direkt in die Atemwege befördert und lösen so Allergien aus. Gerade Vielfahrer sind von dieser Gefahr betroffen. Unsere Tipps, um Schimmel im Auto vorzubeugen und zu bekämpfen:

  • Dichtungen an den Fenstern regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf wechseln
  • Fußmatten möglichst aus Gummi und nicht aus Stoff wählen
  • Keine Nassen Gegenstände, wie Regenschirme im Auto lassen
  • Fußmatten aus Textil und Sitze regelmäßig reinigen und desinfizieren – am besten werden Schmutz und Bakterien mit einem Dampfreiniger beseitigt
  • sind die Fußmatten nass geworden, sollten sie gut getrocknet werden
  • Oberflächen mit einem Hausmittel aus Wasser und Essigessenz reinigen
  • Auto gut lüften und auf einen regelmäßigen Luftaustausch achten

Schimmelbefall in Wohnräumen vermeiden

Schimmel kann durch das richtige Verhalten – vorausgesetzt es bestehen keine baulichen Mängel – vermieden werden. Der Schimmelpilz mag eine feuchte und kühle Umgebung. Deswegen muss stattdessen eine trockene und warme Umgebung geschaffen werden. Mit zwei einfachen Tricks können Sie prophylaktisch gegen die Ursache des Schimmels vorgehen: Heizen und Stoßlüften.

Tipps zum richtigen Heizen und Stoßlüften

Damit der Schimmel keinen Nährboden zum gedeihen erhält, muss auf die Zimmertemperatur und die Luftfeuchtigkeit geachtet werden. In der Regel wird eine Raumtemperatur in allen Räumen von konstant 20-22 Grad empfohlen. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht mehr als 65 % betragen – im Winter sogar etwas weniger. Hier können Luftfeuchtigkeitsmesser helfen, die Luftfeuchtigkeit stets zu überprüfen.

Die Räume werden zu jeder Jahreszeit so geheizt, dass die optimale Temperatur von 20-22 Grad erreicht wird. Der Schlüssel zur Vermeidung des Schimmels ist jedoch die Kombination von Heizen und Lüften. Mindestens 2 – besser noch 3 – mal am Tag sollten alle Zimmer gelüftet werden. Dabei ist eine Stoßlüftung von 5-10 Minuten völlig ausreichend, um eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zu verhindern.

Achtung: Viele Mieter und Eigentümer begehen zudem folgenden Fehler: In Küche und Bad werden die Fenster fast täglich aufgelassen, damit die Luftfeuchtigkeit entweichen kann. Darauf folgt die Schlussfolgerung, dass die Heizung der Umwelt zu Liebe oder aus Geldspargründen ausgemacht werden muss. Dies ist ein fataler Trugschluss, der unweigerlich zu Schimmel in der Wohnung führen wird.

Schimmelbefall vermeiden: Bad ohne Fenster

Das Bad ohne Fenster ist eines der häufigsten Ursachen für Schimmelprobleme. Feuchtigkeit sollte hier so gut wie es geht, direkt nach dem Duschen entfernt werden. Nach dem Duschvorgang sollte die Kabinentür weit geöffnet bleiben. Wasser an den Duschwänden sollte mit einem Abzieher direkt entfernt werden – das verhindert gleichzeitig auch unschöne Kalkflecken. Es empfiehlt sich außerdem das stehende Wasser an den Fugen mit einem Handtuch zu trocken. Außerdem muss nach dem Duschen oder Baden immer die Belüftung des Bades in Betrieb genommen werden. Im Badezimmer sollte man zudem nach jedem genommenen Bad und Duschgang ordentlich lüften. Das gleiche gilt übrigens auch für die Küche, wenn Sie etwas in einem Kochtopf auf der Herdplatte kochen.

Bei wiederkehrendem Schimmel trotz geeigneter Lüftungstechnik sind Renovierungsmaßnahmen durchzuführen. Der Keller beispielsweise ist durch seine Lage im Erdreich häufig von Schimmel betroffen. Dieser Standort ist von Natur aus kühl und neigt zu einer hohen Luftfeuchtigkeit. Sofern möglich, können Sie die Ursache für Schimmel mit folgendem Tipp angehen: Verputzen Sie die Wände dort oder in anderen Zimmern des Hauses oder der Wohnung, an denen Schimmel wiederholt auftritt mit Rotband oder einem anderen gipshaltigen Putz. Durch die wasserabweisenden Eigenschaften hat Schimmel auf solchen Flächen wenig Chance zu gedeihen. Mit diesen Grundregeln lässt sich der Befall langfristig aus der Wohnung oder dem Eigenheim entfernen.

Textilien richtig behandeln

Eine weitere Brutstätte für Schimmel sind Textilien. Insbesondere Putzlappen, die nicht sachgemäß getrocknet werden und dann feucht im Schrank liegen, sind ein guter Nährboden für Schimmel. Auch Kissen sind jeden Tag Wärme und Feuchtigkeit ausgesetzt. Schimmelbildungen werden hier oft erst viel zu spät wahrgenommen. Kissenbezüge und Putzlappen sollte man daher regelmäßig bei 95 Grad waschen, um Bakterien und Schimmelsporen abzutöten.

Rechtliche Grundlage: Darf ich bei Schimmelbefall die Miete mindern?

Tritt Schimmel in einer Mietwohnung auf, muss zunächst die Ursache geklärt werden. Dafür muss der Mieter dem Vermieter den Schimmelbefall melden. Der Vermieter ist dann in der Pflicht zu beweisen, dass er selbst nicht die Schuld für den entstandenen Schimmel trägt. Dafür wird in der Regel ein Sachverständiger gerufen, der feststellt, ob der Schimmel aufgrund baulicher Mängel oder auf das unsachgemäße Verhalten des Mieters zurückzuführen ist.

Gibt es am Haus bauliche Mängel muss der Vermieter die Kosten für die Entfernung des Schimmels aufkommen und die baulichen Mängel beheben. In dieser Zeit steht es dem Mieter zu, die Miete zu mindern. Die Höhe der Mietminderung hängt von den betroffenen Räumen sowie der betroffenen Fläche ab. Wird jedoch festgestellt, dass die Wohnung nicht richtig beheizt oder zu selten gelüftet wurde, muss der Mieter die Kosten übernehmen. Eine Mietminderung steht ihm, aufgrund eigenen Verschuldens, dann natürlich nicht zu.

Achtung: Oft versuchen die Vermieter dem Mieter die Schuld zuzuschieben. Gründe Ist man sich sicher, dass der Schimmelbefall nicht nur unsachgemäßes Lüften oder falsches Heizen entstanden ist, muss man sich dies nicht bieten lassen. Am besten ist es, wenn man Zeugen hat, die ebenfalls bestätigen können, dass man regelmäßig gelüftet hat.