Tapezieren: Mit dem richtigen Werkzeug zum Erfolg!

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Um ein wirklich perfektes Ergebnis zu erzielen, ist das richtige Werkzeug von Nöten.

Sie benötigen einen belastbaren Tapeziertisch, auf dem Sie die Tapetenbahnen ausrollen, zuschneiden und kleistern können. Des Weiteren sollten Sie einen Zollstock und ein Kantenschneidlineal zum Ausmessen der Tapete zur Hand haben. Zum Zuschneiden ist ein scharfes Cuttermesser oder eine Tapetenschere notwendig. Achten Sie darauf, dass das Schneidwerkzeug stets scharf ist, da sonst unschöne Risse in der Tapete entstehen können. Zum Auftragen des Kleisters benötigen Sie eine Quaste, diese erhalten Sie in verschiedenen Ausführungen und Modellen. Des Weiteren ist eine saubere Bürste zum blasenfreien Feststreichen der Tapete auf der Wand notwendig. Für die Übergänge zwischen den Tapetenbahnen benutzen Sie am besten einen Tapetenandrück- oder Nahtroller.

Auch sollten Sie eine sichere, stabile Leiter besitzen, um Deckenarbeiten und Arbeiten in der Höhe ausführen zu können. Verzichten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit auf wackelige Hilfskonstruktionen.

Auswahl der Tapete

Vor dem Tapezieren, ist die Wahl der geeigneten Tapete entscheidend.

Achten Sie darauf, dass die Tapetenrollen aus einer Anfertigung (Seriennummer) kommen, da sonst Unregelmäßigkeiten auftreten könnten, die das Gesamtbild beeinträchtigen. Wichtig ist, je nachdem welche Tapete Sie ausgewählt haben, auch den passenden Kleister zu besorgen. Hilfe hierbei bietet der Tapeteneinleger, auf dem der Hersteller exakt angibt, um welche Tapetenart es sich handelt.

Beachten Sie auch die Wirkung der Farben und Muster. Zu dominante Muster oder dunkle Farben können einen kleinen Raum noch kleiner wirken lassen.

Vorbereitung

Sehr wichtig!

Stellen Sie den Strom in dem Zimmer ab, in dem Sie tapezieren möchten.

Danach können Sie problemlos die Steckdosen- und Lichtschalterabdeckungen abschrauben.

 

Der Untergrund, auf den die Tapete später geklebt wird, muss

 

  •      trocken
  •      glatt
  •      sauber
  •      trag- sowie
  •      saugfähig

sein.

Zum Testen der Saugfähigkeit benetzen Sie den Untergrund mit etwas Wasser. Perlt dieses ab oder zieht sofort ein, ist die optimale Anbringung der Tapete gefährdet. Ideal ist es, wenn das Wasser langsam einzieht.

Falls der Untergrund nicht saugfähig genug ist, kann das Auftragen einer neuen Haftvermittlung Abhilfe schaffen. Bei zu saugfähigem Untergrund hilft eine Grundierung. Auch sollten Sie testen, ob die Oberfläche genug Festigkeit besitzt. Reiben Sie dazu mit der Hand darüber. Sollte sich etwas lösen, müssen Sie die Flächen grundieren. Des Weiteren sollten Sie Löcher schließen und, sofern die Flächen sichtbar nass sein sollten, lüften oder heizen bis die Wände getrocknet sind. Bei einem alten Anstrich macht es Sinn, diesen vor dem Tapezieren komplett abzuschleifen. Achten Sie hierbei auf ausreichende Sicherheitsmaßnahmen wie Arbeitskleidung, Handschuhe und Gesichtsmaske. Auch eine Schutzbrille ist von Vorteil, da umherfliegende Partikel schnell in die Augen gelangen können.

Falls Sie auf einen alten Putz tapezieren möchten, sollten Sie dessen Tragfähigkeit testen, indem Sie mit dem Fingernagel dagegen drücken. Bleibt hierbei eine sichtbare Einkerbung zurück, sollten Sie den Untergrund mit geeigneten Hilfsmitteln behandeln. Alte Tapeten lösen Sie durch Einweichen oder mit einem speziellen Tapetenablöser ab. Bei Gipskarton- oder Gipsfaserplatten empfiehlt es sich, mit Tapeziergrund zu arbeiten, um eine ebenmäßige Fläche zu erhalten.

Hier nochmals eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Untergrundbeschaffenheiten und deren Aufarbeitung zum Tapezieren:

 

  •      nicht saugfähig genug: Haftvermittlung auftragen
  •      zu saugfähig: Grundierung erneuern
  •      nicht genügende Festigkeit: grundieren
  •      zu nass: heizen und lüften bis der Untergrund getrocknet ist
  •      alter Anstrich: komplett abschleifen
  •      alter Putz: Tragfähigkeit testen, gegebenenfalls behandeln
  •      alte Tapeten: einweichen
  •      Gipskarton: Tapeziergrund

Wichtig ist, dass Sie sich ausreichend Zeit zur Vorbereitung nehmen, damit Sie ein schönes und langlebiges Ergebnis erhalten.

Tapete zuschneiden

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, fügen Sie zu der benötigten Länge der Bahnen oben sechs und unten vier Zentimeter hinzu.

Schneiden Sie die Tapete mit der Rückseite nach oben zu und benutzen Sie das erste Stück als Muster für alle weiteren. Das spart Ihnen viel Zeit und Arbeit, da so nicht immer neu gemessen werden muss.

Kleister anrühren

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Um später zügig und unterbrechungsfrei arbeiten zu können, ist es sinnvoll, genügend Kleister anzurühren, um die vorbereitete Fläche ohne unnötige Unterbrechungen tapezieren zu können.

Es gibt vier verschiedene Arten von Kleister, aus denen ausgewählt werden kann:

Der Normalkleister ist in Pulverform erhältlich und wird mit kaltem Wasser angerührt und muss einige Zeit quellen, bevor er verendet werden kann. Vor dem Auftragen rühren Sie das Gemisch noch einmal kräftig durch. Spezialkleister besitzt durch beigefügte Kunstharze eine hohe Anfangshaftung und allgemein eine größere Klebkraft. Wenn Sie diesen Effekt erzielen möchten, mischen Sie zu dem Normalkleister 20% Dispersionskleister. Bei Vinyl- oder Strukturtapete müssen Sie mit Tapetenkleber tapezieren, da hier herkömmlicher Kleister nicht hält.

Rühren Sie den Kleister generell lieber erst etwas dickflüssiger an. Sollte die Konsistenz schlussendlich zu dick sein, kann er immer noch verdünnt werden. Beachten Sie die Anleitung auf der Packung.

Es gilt die Faustregel: Je schwerer die Tapete, desto dickflüssiger der Kleister. Vorsicht bei Kleister auf dem Boden. Hier besteht enorme Rutschgefahr! Kleistern Sie nun die Tapetenbahnen Stück für Stück ein, indem Sie die Tapetenbahn mit der Rückseite nach oben auf den Tapeziertisch legen und von der Mitte nach außen mit dem fertig angerührten Kleister bestreichen. Wichtig ist, dass auch die Ränder gut mit Kleister bestrichen werden.

Legen Sie die Tapetenbahnen zusammen indem Sie das obere Ende 2/3 und das untere Ende 1/3 einschlagen und lassen Sie diese 10- 15 Minuten einweichen. Beim Zusammenlegen ist es wichtig, die Kanten passgenau aufeinander zu legen. Achten Sie darauf, dass sich nur die eingekleisterten Flächen  berühren.

Achten Sie außerdem darauf, nicht zu viele Bahnen einzukleistern, um die Einweichzeit nicht zu überziehen.

Tapezieren

Streichen Sie den Untergrund mit verdünntem Tapetenkleister vor und zeichnen Sie einen senkrechten Strich auf die Fläche als Orientierung für die erste Bahn. Entfalten Sie den zu 2/3 eingeschlagenen Teil und setzen Sie die Tapete oben an die Markierungsrichtlinie.

Achten Sie darauf, dass die Tapete 2-3 cm Überstand an der Decke hat. Drücken Sie die Bahn fest und entfalten Sie diese vorsichtig an der Linie entlang. Sie können diese solange verschieben bis sie genau an der senkrechten Linie anliegt. Streichen Sie nun die Tapete mit der Bürste von oben nach unten und von der Mitte nach außen fest. Entfernen Sie den Überstand vorsichtig mit einer Schere oder einem Cutter.

Falls Kleister an die falschen Stellen geraten ist, wischen Sie diese einfach mit einem feuchten Tuch sauber.

Wenn Sie die weiteren Bahnen tapezieren, orientieren Sie sich an der ersten. Messen Sie jedoch von Zeit zu Zeit nochmal nach, damit auch wirklich alles passt. Die Übergänge bzw. Nähte zwischen den einzelnen Bahnen verstreichen Sie mit dem Nahtroller. Falls sich Luftblasen gesammelt haben, die sich durch Streichen nicht an den Außenrand drücken lassen, sind diese durch kleine Einschnitte zu beheben. Wichtig ist, abschließend die Tapeten gut trocknen zu lassen. Dazu sollte die Raumtemperatur maximal 20 Grad betragen.

In Kürze

Wählen Sie die passende Tapete aus und besorgen Sie den dazugehörigen Kleister.

Vor dem Tapezieren stellen Sie das Werkzeug zusammen, bestehend aus Tapeziertisch, Quaste, Cutter oder Schere, Nahtroller, Bürste und Zollstock. Prüfen Sie den Untergrund, auf dem Sie tapezieren möchten und ergreifen Sie Maßnahmen für eine optimale Vorbereitung. Stellen Sie den Strom ab und entfernen Sie sämtliche Verkleidungen der Steckdosen und Lichtschalter. Schneiden Sie die Tapete passend zu, addieren Sie ca. 6 cm oben und 3 cm unten. Tragen Sie den angerührten Kleister auf und vergessen Sie nicht, die Ränder gut einzupinseln. Falten Sie die Bahn zusammen und lassen Sie den Kleister einweichen. Bringen Sie die Tapete an die zu tapezierende Fläche an einer senkrechten Linie an, wobei Sie den Überstand nicht vergessen sollten. Streichen Sie die Bahn glatt und entfernen Sie die überstehenden Reste.  Tapezieren Sie weitere Bahnen und verstreichen Sie die Nähte. Lassen Sie die Tapete bei 20 Grad ausreichend trocknen.

Achten Sie immer auf Ihre Sicherheit während des Arbeitens!