Fliesen legen leicht gemacht – Anleitung mit Video

Selbst anpacken lohnt sich beim Fliesen legen: Wenn in Badezimmer, Küche, Flur oder sonst wo neue Fliesen verlegt werden müssen, wird häufig über die Beauftragung einer Firma nachgedacht. Dass sich das Vorhaben jedoch gar nicht so kompliziert gestaltet, ist den Wenigsten bewusst. In dieser Anleitung wird über den Arbeitsprozess – von den Vorbereitungen bis hin zum Verputzen der Fliesen – informiert. So kann nicht nur eine Menge an Auftragskosten gespart, sondern auch absolut auf die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse eingegangen werden.

Bevor Sie beginnen können, sollten Sie sich folgendes Equipment bereitlegen:

Werkzeug und Material

  • Zahnspachtel
  • Gummiwischer
  • Glättkelle
  • Schwammbrett
  • Fliesenbrechzange
  • kleiner Spitz- oder Gummihammer
  • Fliesenkreuz
  • Fliesenschneidemaschine
  • Bohrmaschine oder eine Fliesenlochzange
  • Fliesenspachtelmasse
  • Kleber
  • Tiefgrund

Beim Kleber und der Fliesenspachtelmasse empfehlen wir Ihnen flexible Fertigmischungen, die erkennbar sind am rautenförmigen “Flex”-Logo, die nur noch nach Herstellerangaben mit Wasser angerührt werden müssen. Der jeweilige Verbrauch des Klebers, der Spachtelmasse und des Tiefgrunds ist auf den Verpackungen angegeben. Es muss also nur die Quadratmeterzahl der zu fliesenden Fläche mit den Verbrauchsangaben des Herstellers verglichen werden.

Berechnung der benötigten Fliesen

Es ist von großer Wichtigkeit genügend Fliesen zu erwerben, so dass eine Reserve vorhanden ist. Zur Berechnung der Fliesenmenge dient deshalb folgende Faustformel: Quadratmeterzahl der zu fliesenden Fläche zuzüglich fünf Prozent Verschnitt plus fünf Prozent Reserve.

Fliesen legen am Boden

Vorweg ein kleiner Tipp: auch Fliesen beeinflussen die optische Raumwirkung. Dabei lassen große Bodenfliesen kleine Räume größer wirken, das verdanken Sie den Fugen. Für kleine Räume sollte man also größere Fliesenformate von beispielsweise 30 x 30 cm verwenden. Bei großen Räumen müssen Sie darauf nicht achten. Kleine Fliesen reduzieren übrigens allzu lange Fluchten, wenn diese nicht gewünscht sind.

In dem Video von Hornbach finden Sie die unten ausgeführten Schritte, wie man richtig Fliesen legt und anschließend verfugt:

 

1. Untergrund vorbereiten

Hierbei werden Risse und schadhafte Stellen mit einer Spachtelmasse verspachtelt, bis der Untergrund glatt ist. Jetzt wird mit Tiefengrund grundiert, danach müssen Sie den Boden mindestens drei bis fünf Stunden trocknen lassen.

2. Raummitte finden

Mit Hilfe des Spannens einer Richtschnur ermitteln Sie parallel zu den Seitenwänden die Raummitte. Bevor Sie dann mit dem Fliesen legen beginnen, sollten Sie eine lose Musterreihe legen, sodass Sie einen Eindruck von der Wirkung der Farbkombinationen und der Gradlinigkeit bekommen.

3. Erste Fliesenreihe

Anschließend verlegen Sie die erste Fliesenreihe entlang der Wand. Als Beginn empfiehlt sich die Richtschnur und dort dann entweder mit einer Fliesenfuge oder der Fliesenmitte. Die zu verfliesende Fläche sollten Sie symmetrisch aufteilen, d. h. Fliesenteilstücke werden rechts und links gleichmäßig angesetzt. Zum Schneiden von Fliesen nutzen Sie entweder eine Fliesenschneidemaschine oder Sie ritzen die Fliese an der gewünschten Stelle erst an. Anschließend können Sie diese an einer geraden Kante oder mit einer Fliesenbrechzange abbrechen.

4. Mischung des Fliesenklebers

Wichtig hierbei ist, immer nur so viel Kleber zumischen, wie Sie in ca.30 Minuten verarbeiten können. Dann wird der Fliesenkleber mit einer Glättkelle gleichmäßig dick aufgetragen und mit einem Zahnspachtel durchgekämmt. Übrigens dicke Fliesen erfordern eine grobe und dünne Fliesen eine feinere Zahnung des Spachtels.

5. Fliesen ins Kleberbett schieben

Dafür muss eine Fliese zunächst an die benachbarte Fliese oder die Wand gesetzt und danach ins Kleberbett von der Wand oder Fliese weggedrückt werden. Die Fugen bleiben mit dieser Methode weitgehend frei von Kleber. Sie sollten Fliesenkreuze benutzt, um einen gleichmäßigen Abstand der Fliesen zu gewährleisten. Die Fliesenkreuze werden im Übrigen nicht wieder entfernt und später mit verfugt. Danach erfolgt das Andrücken der Fliese und das leichte Anklopfen mit einem Gummihammer. Dann wird die erste Fliesenreihe fertiggestellt.

6.  Schnur ziehen

Dies tut man, um einen geraden Fugenverlauf zu erzielen. Dazu wird die äußerste rechte und linke Fliese der zweiten Reihe gelegt und dazwischen eine Schnur gespannt. An dieser Schnur können die Fliesen der zweiten Reihe nun exakt ausrichtet werden. Mit allen weiteren Reihen wird genauso verfahren.

Fliesen legen an der Wand

Es macht kaum einen Unterschied, Fliesen an der Wand zu legen oder am Boden. Wichtig ist der Einkauf, der an oberer Stelle unter dem Punkt Was muss eine Fliese aushalten? beschrieben wurde. Hinzu kommt lediglich bei den Wandfliesen, dass alle Leitungen und Armaturen im Raum vermessen werden müssen. Für den benötigten Platz mitten in einer Fliese trennen Sie die Fliese durch die Löcher hindurch und brechen die Aussparung in der gewünschten Größe vorsichtig Stück für Stück heraus. Diese Verfahrensweise gilt auch für das Legen der Fliesen am Boden, wenn zum Beispiel eine Rohrdurchführung für Heizungsrohre geschaffen werden muss.

Zum Abschluss muss verfugt werden

Für verschiedene Arten von Fliesen gibt es unterschiedliche Fugenbreiten. Bei Feinkeramik bis 15 cm Seitenlänge sind es 2 Millimeter, bei Feinkeramik über 15 cm Seitenlänge sind es 2-8 Millimeter und bei Bodenklinker und Grobkeramik sind es 4-10 Millimeter. Das Verfugen erfolgt in drei Arbeitsschritten, rund fünf Stunden nach dem Legen der Fliesen. Dafür wird im 1. Schritt der Fugenmörtel nach Herstellerangaben mit Wasser eingeschlämmt. Im 2. Schritt wird die dickflüssige Fugenmasse nun diagonal zum Fugenverlauf mit einem Gummiwischer so dick aufgetragen, bis die Fliesenoberkante gut eingeschlämmt ist. Es wird empfohlen mehrmals über die Fläche zu wischen, damit die Fugenmasse in alle Hohlräume, auch unter die Fliesen, sickern kann. Alle Fugen müssen gleichmäßig bis zur Fliesenoberkante mit Mörtel gefüllt werden. Im 3. und letzten Schritt wird mit dem Gummiwischer die überschüssige Masse abgezogen und die Reste am besten gleich mit einem feuchten Schwamm entfernt. Unter folgendem Link finden Sie mehr Informationenals auch ein Video zum Thema “Fugen“.

Warum Fliesen?

Fliesen haben sowohl am Boden als auch an der Wand erhebliche Vorteile gegenüber anderen Belägen. Sie sind wasserfest, unempfindlich gegen Fettspritzer und besonders pflegeleicht. Fliesen sind daher bestens geeignet für Küche, Flur, Bad, WC, Hauswirtschaftsraum und Keller. Aber auch andere Wohnbereiche können selbstverständlich mit Fliesen auslegt werden, insbesondere bei einer Fußbodenheizung ist ein Fliesenbelag ideal, da er die Wärme direkt an den Raum abgibt.

In der Entscheidung über Design, Farbe, Material und Oberflächenbeschaffenheit Ihrer gewünschten Fliesen sind Sie natürlich vollkommen frei. Der Markt gibt beinahe unendlich viele Varianten her, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Sie müssen lediglich darauf achten, dass Ihre favorisierten Fliesen auch tatsächlich für den angedachten Einsatzort geeignet sind. Fliesen an den Wänden müssen weniger Belastungen aushalten als Ihre Pendants am Boden, daher sind die Abriebfestigkeit und die Widerstandsfähigkeit gegen Verkratzen von entscheidender Bedeutung. Unsere Fliesen haben wir auf fliesenrabatte.de gekauft und können diesen Shop vorbehaltlos empfehlen. Hier finden Sie Markenfliesen zu sehr günstigen Preisen.

Was muss eine Fliese aushalten?

Fliesen sind in Abriebklassen bzw. Beanspruchungsgruppen eingeteilt. Diese helfen bei der Ermittlung des geeigneten Einsatzortes. Grundsätzlich sind Fliesen extrem widerstandsfähig, aber Bodenfliesen müssen dennoch auf Grund ihrer stärkeren Beanspruchung in einer anderen Abriebklasse gekauft werden, der Verschleiß ist eindeutig höher. Durch die DIN- und EURO-Normen sind mehrere Gruppen festgelegt: von 1 bis 5 für sehr leichte bis sehr starke Beanspruchung. Abriebklasse oder Beanspruchungsgruppe 1 beispielsweise würde man allenfalls an der Wand, etwa im Bad benutzen, da die Fliesen für den Boden zu empfindlich sind. Für den Bodenbereich empfehlen sich hingegen Fliesen der Abriebklassen 4 und 5. Die Widerstandsfähigkeit gegen Verkratzen ist ebenfalls eingeteilt und zwar in 7 Normgruppen, die von der Eignung für leichte Beanspruchung, etwa als Wandbelag, bis zur extrem starken Beanspruchung beispielsweise beim Bodenbelag reichen.