Alte Tapeten entfernen: So funktioniert’s ohne Probleme

Sie wollen Ihre Wände neu tapezieren – oder doch verputzen und streichen –, noch hängt aber die alte Tapete an der Wand? Klar: Die alte Tapete muss weg, Überkleben ist einfach nicht schön und kann zu hässlichen Makeln führen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie am besten alte Tapeten entfernen. Denn das richtige Know-how kann viel Zeit sparen. Mithilfe von vier Schritten bekommen Sie alte Tapeten ohne Überreste von der Wand.

Benötigt wird folgendes Material:

  • Wasser
  • Spülmittel, Glasreiniger oder Tapetenlöser aus dem Baumarkt
  • Sprühflasche
  • Spachtel
  • Tapetenigel oder Messer

(Wer keine Lust hat zu lesen, kann sich gerne dieses Video anschauen)

Alte Tapeten in vier Schritten entfernen

1. Tapetenart feststellen und Vorbereitungen treffen

Bevor Sie mit dem Entfernen der Tapete beginnen, sollten Sie Lichtschalter und Steckdosen entfernen oder abkleben, um mögliche Schäden durch einen Spachtel zu verhindern. Da Sie mit viel Feuchtigkeit arbeiteten werden, raten wir, den Strom vor Arbeitsbeginn abzustellen. Etwaige Fußleisten müssen außerdem natürlich abgeschraubt werden. Im Anschluss sollten Sie zunächst einmal die Art der Tapete feststellen. Raufaser- oder Vliestapeten lassen sich leicht entfernen. Probieren Sie einfach, die Tapete vorsichtig abzuziehen. Haben Sie jedoch eine dickere Foto- oder Vinyltapete oder ist die Tapete mit einer wasserundurchlässigen Farbe gestrichen, dann müssen Sie die Tapete zunächst einmal behandeln.

2. Die Tapete vorbehandeln

Spülmittel für Tapeten entfernen
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Tapeten lassen sich am besten mit Feuchtigkeit entfernen. Damit diese ausreichend in die Tapete eindringen kann, müssen Sie mit einem Messer oder einem sogenannten Tapetenigel kleine Löcher in die Tapete ritzen. Rollen Sie dafür mit dem Tapetenigel in verschiedenen Richtungen über die Tapete. Durch die entstandenen kleinen Löcher kann das Wasser besser in das Innere der Tapete dringen – das Ablösen fällt dadurch um einiges leichter. Einen Tapetenigel erhalten Sie in jedem Baumarkt.

3. Tapete befeuchten – mit Hausmitteln, Tapetenlöser oder Wasserdampf

Im nächsten Schritt wird die Tapete befeuchtet. Hier gilt: Viele Wege führen zum Ziel. Um diesen Vorgang zu erleichtern gibt es verschiedene Methoden, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Beachten Sie dabei, dass diese Vorgänge einer mehrmaligen Wiederholung bedürfen können. Das ist abhängig von den zu entfernenden Tapetenschichten sowie der Dicke der Tapete.

  • Essig

Essig ist bekanntermaßen ein Klassiker unter den Haushaltsmitteln und kann auch beim Lösen von alten Tapeten Abhilfe schaffen. Geben Sie auf 10 Liter Wasser drei Tassen Essig und vermischen Sie beides gut miteinander. Danach wird die Tapete mit dem Essigwasser befeuchtet. Schon nach kurzer Zeit können Sie sehen, dass sich die Tapete löst. Falls die Tapete die Feuchtigkeit nicht richtig aufgenommen hat, müssen Sie den Vorgang wiederholen.

  • Spülmittel

Eine andere beliebte Methode für das Entfernen der Tapete ist die Verwendung von Spülmittel, das zum Wasser dazugegeben wird. Sie sollten dabei ausreichend Spülmittel verwenden, damit genügend Schaum entsteht. Das Spülwasser wird ebenfalls auf die Tapete aufgetragen. Durch den haftenden Schaum gelangt die Flüssigkeit besser ins Tapeteninnere. Als Hilfsmittel für das Auftragen ist bei kleineren Flächen eine Sprühflasche ausreichend. Handelt es sich jedoch um größere Flächen, können Sie das Spülwasser mit einem großen Schwamm einarbeiten. Auch hier gilt, dass das Lösen der alten Tapeten am besten gelingt, wenn die Wand gut befeuchtet wird. Lassen Sie das Spülwasser ruhig eine Weile einwirken, eventuell müssen Sie auch diesen Vorgang aber mehrmals wiederholen.

  • Glasreiniger

Auch wenn es im ersten Augenblick komisch klingen mag, aber auch Glasreiniger kann den erhofften Erfolg bringen. Dafür wird der Glasreiniger direkt auf die Tapetenbahnen gesprüht. Nach einer kurzen Einwirkzeit sollte sich die Tapete lösen. Funktioniert dies nicht auf Anhieb, sollte der Vorgang wiederholt werden.

  • Tapetenlöser aus dem Baumarkt

Sollten die guten alten Hausmittel nicht den erhofften Erfolg bringen, gibt es immer noch die Möglichkeit, in den Baumarkt zu gehen. Dort finden Sie eine Auswahl an diversen Tapetenlösern verschiedenster Hersteller. Geben Sie den Tapetenlöser im angegebenen Mischverhältnis zum Wasser hinzu. Wie bei den anderen Methoden befeuchten Sie die Wand mit dem angerührten Substrat. Nach der angegebenen Einwirkzeit sollte sich die Tapete nun lösen lassen.

  • Unser Tipp: Wasserdampf

Die wohl schnellste und effektivste Methode zum Lösen einer Tapete ist die Verwendung von Wasserdampf. Diese Variante ist insbesondere dann empfehlenswert, wenn Sie mehrere Tapetenschichten entfernen müssen. Spezielle Geräte können Sie sich oftmals im Baumarkt ausleihen, aber auch online gibt es mittlerweile günstige Wasserdampf-Tapetenlöser zu finden, bei denen Sie mit einer Dampfplatte über die Tapete oder Tapetenreste fahren, um den Kleister aufzuweichen. Folgendes kurzes Video zeigt eindrucksvoll, wie Sie mühelos mit Dampf alte Tapeten entfernen können:

Wir finden, dass ein solches Gerät eine lohnende sowie vor allem zeit- und nervensparende Investition ist.

4. Tapete entfernen

Welche der Methoden zur Befeuchtung Ihrer Tapete letztlich für Sie in Frage kommt, müssen Sie selbst entscheiden. Grundsätzlich gilt, dass die Wand beziehungsweise die Tapete feucht genug sein muss, sodass der Tapetenkleister ausreichend aufgeweicht ist. Ist das der Fall, kann mit einem Spachtel schnell und effektiv gearbeitet werden. Im Idealfall können Sie manche Tapetenbahnen auch komplett oder teilweise abziehen und nur die Tapetenreste mit dem Spachtel entfernen. Müssen Sie besonders viele Tapetenschichten entfernen, sollten Sie zwischen dem Befeuchten und der Spachtelarbeit wechseln, um die einzelnen Schichten abzutragen. Denken Sie daran: Je gründlicher Sie die alte Tapete entfernen, umso schöner und ebenmäßiger sieht die neu tapezierte Wand später aus. Sollten jedoch Schäden entstanden sein, dann vergessen Sie nicht, vor dem nächsten Tapezieren Haarrisse und Mängel am Putz mit Spachtelmasse auszubessern.