Wischtechnik: Anleitung (mit PDF und Video) für Wände

Warme Effekte durch Wischtechnik

Die Wischtechnik ist eine geeignete Methode, um größere Wände strukturiert aussehen zu lassen. Richtig angewendet, vermittelt die Wischtechnik ein mediterranes Flair im Zuhause, da eine auf diese Weise gestrichene Wand an traditionelle Bauten aus Italien, Spanien, Griechenland oder Marokko erinnert. Hausliebe.de stellt Ihnen in diesem Artikel eine Anleitung mit Infos zu Wischtechniken zur Verfügung, die Sie mit folgenden Materialien und Werkzeugen selbst einfach umsetzen: Folienroller, Spachtel, Schablonen, Schwämme (Naturschwämme), Wischhandschuhe, Lederknäuel, Lasurbürste, Pinsel und Baumwohlwickeltücher. Per Klick auf den Button weiter unten, können Sie sich zudem unsere detaillierte Wischtechnik Anleitung als PDF herunterladen.wischtechniken

Die Wischtechnik – Vorbereitungen

Ebenso, wie vor jedem neuen Anstrich ist zunächst für eine staub- und fettfreie Wand zu sorgen. Hinsichtlich der Arbeitsfläche ist zu beachten, dass das Verwischen umso einfacher gelingt, je glatter der Untergrund ist. Außerdem sollte die zu bearbeitende Fläche abweisend auf die Farbe reagieren, sodass die aufgetragene Farbe weder an Kontur verliert noch aufgesaugt wird. Des Weiteren ist eine Farbkombination mit mehreren durcheinander gewischten Farben genauso möglich wie einfarbige Wischmuster.

Um loslegen zu können, müssen die Wunschfarben und das Standard-Malereiequipment (Wasser, Pinsel/Farbroller, Malerfließ, Abstreifgitter, Schwamm, Quirl/Rührstab) vor Ort sein. Zudem sollte die Konsistenz der Farbe vor dem Auftragen unbedingt geprüft werden. Klümpchen oder nicht verrührte Bindemittel wirken sich fatal auf die Wischeigenschaft der Farbe aus. Außerdem stellt sich nun die Frage, mit welchem Objekt und mit welcher Technik gewischt werden soll.

Welche Farben kann ich für die Wischtechnik verwenden?

Bei der Wischtechnik muss sich wahlweise für eine übliche Dispersionsfarbe oder eine spezielle Lasur entschieden werden. Dies sollte davon abhängig gemacht werden, welchen Effekt das Kunstwerk haben soll: Soll eine Grundfarbe vorhanden sein, die durchschimmert oder sollen etwaige Verwischungen durchschimmern? Zur Erklärung: Spezielle Lasuren beinhalten ein bestimmtes Verhältnis an Bindemitteln und Farbpigmenten, das bei der Wischtechnik berücksichtigt werden muss. Je nachdem, wie das Verhältnis ist, verfließen die Farben mit Anderen stärker oder schwächer. Wer ein besonders robustes Wischbild haben möchte, sollte zu einer Latexfarbe greifen. Die Wandfarbe für die Wischtechnik kann von Ihnen selbst angemischt werden.

Die verschiedenen Methoden der Wischtechnik im Video

Die Methoden der Wischtechnik sind sehr vielfältig. Mit der ausführlichen Anleitung zum selber machen aus dem folgendem Video verschaffen Sie sich einen ersten Überblick:

Dispersionsfarbe

Wenn die Wischtechnik lediglich mit einer Dispersionsfarbe ausgeübt werden soll, kann entweder auf der feuchten oder getrockneten Wand aufgetragen werden. Um auf feuchten Flächen innerhalb des Zeitfensters vor dem Durchtrocknen der Farbe Progress zu machen, bietet sich das Arbeiten im Team an: Während eine Person die Farbe mit einem Kurzflorroller aufträgt, sollte die zweite Person parallel dazu mithilfe des gewählten Wischobjekts mit der Verzierung der Wand beginnen – beispielsweise kreisförmig oder kreuz und quer. Die jeweils mit dem Grundanstrich versehene Fläche sollte nicht viel größer als ein halber Quadratmeter sein, damit Person Nummer 2 genug Zeit zum Farbauftrag bzw. Wischen hat.

Lasur

wischtechnik anleitung
Die Wischtechnik hat einen mediterranen Charme © archideaphoto_Fotolia.com

Hat man sich für eine Lasur entschieden, werden bei der Wischtechnik üblicherweise mehrere Schichten nacheinander aufgetragen, damit der erhoffte dreidimensionale Farbeindruck entsteht. Die jeweils vorherige Farbschicht muss unbedingt völlig trocken sein, bevor das nächste Wischen erfolgt. Das Benutzen des Föhns oder die Trocknung der Wand mithilfe des Durchzugs ist nicht empfehlenswert, wenn der Untergrund des Wischbildes Tapete mit aufgetragener Grundfarbe ist. Diese kann sich durch zu starken Luftzug vom Putz lösen.

Mehrtönige Wischtechnik

Möchte man eine Wand in mehreren Farbtönen streichen, sollte geprüft werden, ob die Farbtiefen miteinander harmonieren. Nachdem die erste Farbschicht an der Wand getrocknet ist, folgen entweder hellere oder dunklere Farben. Mit der Anzahl der Farbschichten nimmt die Tiefenwirkung der gestalteten Fläche zu. Üblicherweise kommt es gerade bei der Anwendung farbiger Deckanstriche auf sehr genaues Arbeiten an – kleinste Fehler sind meist direkt zu sehen. Wird ein Farbton jedoch gewischt, ist der Wechsel zwischen Stellen mit mehr und weniger Farbsättigung sogar gewollt. Bevorzugt man zudem dunklere Farbtöne, wirkt ein deckend gestrichener Raum schnell drückend, was durch das auflockernde Muster beim Farbverwischen nahezu vermieden werden kann. Ergo: Wischtechniken können sich lohnen und eignen sich gut für dunkle Farben.

Mit diesen Tipps gelingt die Wischtechnik

1.) Unabhängig davon, welches Werkzeug zum Wischen benutzt werden soll: In jedem Fall ist dieses vor dem Streichen der Wand anzufeuchten. Übertreiben dürfen Sie mit dem Befeuchten dennoch nicht, da Tropfenbildung zu vermeiden ist. Ansonsten könnten die Strukturen des Musters durcheinandergeraten und unschöne Flecken auf der Tapete entstehen. Um eine nicht zu große Farbmenge auf der gewählten Fläche aufzutragen, sollte ein eventuell vorhandener Überschuss zuvor abgestreift werden.

2.) Gerade dann, wenn es sich um das erste Projekt mit Wischtechnik handelt, sollte nicht zu übereifrig vorgegangen werden: Lieber nicht allzu schwungvoll Lasur- oder Dispersionsfarbe verwischen. Eine überhastete Technik könnte eine zu unruhige Struktur oder Verwischungen an falschen Stellen zur Folge haben.

3.) Flächen, die nicht mit der Wischtechnik verschönert werden sollen, gilt es, gründlich abzudecken/abzukleben. Wie bei allen Malerarbeiten sollte neben dem Abkleben der Fußleisten auch stets Malerfließ ausgelegt werden. So wird die Qualität der Grundausstattung erhalten. Wischen Sie Farbkleckse stets sofort mit Schwamm oder Wischhandschuh und Wasser ab.

4.) Von längeren Pausen während der Malarbeiten ist abzuraten. Zum einen könnte die Farbe dann nicht einheitlich antrocknen und zum anderen könnte die individuelle Wischtechnik vergessen werden. Beides führt dazu, dass die bearbeitete Wand später möglicherweise nicht gleichmäßig aussieht.

5.) Es ist unerlässlich, die bearbeitete Wand zwischendurch immer wieder aus einiger Entfernung zu betrachten und auch durch andere bewerten zu lassen. Erforderliche Korrekturen sind bei Flächengrößen um die 0,5 qm kein Problem: Es bleibt üblicherweise ausreichend Zeit beim Farbauftrag bevor die Farbe trocknen kann. In diesem Zusammenhang ist für die Wischtechnik nochmals das Auftragen von Lasur zu empfehlen, da diese ebenfalls nicht so schnell trocknet wie Dispersionsfarbe. Übrigens wirkt der erste Anstrich an der Wand meistens noch nicht deckend und dementsprechend karg sieht das vorläufige Ergebnis aus. Bereits nach der zweiten Farbschicht wirkt das Kunstwerk durch die Wischtechnik erheblich besser.