Richtig Laminat verlegen: Anleitung (mit Video)

Laminat ist aufgrund seiner ausgezeichneten Widerstandsfähigkeit, der relativen Unempfindlichkeit gegen Nässe sowie Unebenheiten und seiner Optik ein sehr beliebter Bodenbelag. Mit ein wenig Geschick, kann auch ein Laie diese handwerkliche Tätigkeit selber machen. Dazu sind in erster Linie die richtigen Materialien wichtig, eine gute Vorbereitung sowie eine Anleitung. Auf letzteres wollen wir heute genauer eingehen.

Laminat verlegen (nach der schwimmenden Verlege-Technik)

Es gibt unterschiedliche Arten, wie man Laminat verlegen kann. Laminatböden können verklebt werden, was allerdings eine sehr starre Konstruktion zur Folge hat. Der Laminatboden ist laut, dämpft keine Trittgeräusche ab und erfordert ziemlich viel Geschick im Verkleben der einzelnen Laminatdielen. Wesentlich besser ist die so genannte schwimmende Verlege-Technik, bei der die einzelnen Systeme einfach ineinander geklickt werden. Vorteile dieser Art der Verlege-Technik:

  • verschiedene Muster sind möglich, wie beispielsweise Schiffsboden oder Fischgräten-Muster
  • Laufkomfort ist wesentlich höher
  • Verlegung auf einer Fußbodenheizung stellt kein Problem dar
  • auch Fertigparkett kann auf diese Weise verlegt werden

Wichtig ist, dass mit dem “Laminat verlegen” nicht unmittelbar nach dem Kauf des Laminatbodens begonnen wird. Es sollte abgewartet werden, bis sich die Laminatdielen der Umgebungstemperatur, die mindestens 17 Grad betragen sollte, im jeweiligen Raum angepasst haben. Dies dauert in der Regel zwischen 24 und 48 Stunden. Ein frühzeitiger Kauf vor der geplanten Montage ist also empfehlenswert.

Laminat verlegen in wenigen Arbeitsschritten: Die Anleitung

laminat verlegen
Laminat verlegen mit einem Team aus mindestens zwei Heimwerkern ist deutlich einfacher als alleine © andrey gonchar_Fotolia.com

Eine gute Vorbereitung ist bei handwerklichen Tätigkeiten die Grundlage für ein zufriedenstellendes Ergebnis. Bevor daher mit dem Laminat verlegen begonnen werden kann, sollte zuerst die Grundfläche des Raumes genauestens berechnet werden. Das geht schnell und das Einzige, was dazu benötigt wird ist ein herkömmlicher Zollstock. Anhand der vorliegenden Quadratmeter kann nun das gewünschte Laminat eingekauft werden, allerdings sollte etwas mehr Laminat besorgt werden als nötig, denn es entsteht immer Verschnitt.

Danach sollte zunächst getestet werden, ob der Untergrund trocken ist und keine Risse aufweist. Außerdem sollte jede Laminatdiele vor dem Verlegen gründlich auf Beschädigungen geprüft werden. Holzdielen mit Macken dürfen nicht verlegt werden, da sich Feuchtigkeit und Schmutz schnell in Rissen ablagern und ein unschönes Gesamtbild ergeben. Um alles genau zu erkennen empfiehlt es sich Laminat nur bei Tageslicht zu verlegen. Eventuell vorhandener Teppichboden muss restlos entfernt werden, um eine optimale Oberfläche gewährleisten können. Danach kann mit der Verlege-Technik begonnen werden:

1. Laminat verlegen der PE-Folie und Trittschalldämmung

Wird das Laminat auf einem mineralischen Boden, wie Beton, Estrich oder Steinfliesen verlegt, muss dafür gesorgt werden, dass keine Feuchtigkeit von unten in das Laminat eindringen kann. Auch wenn der Boden zuvor trocken war, ist bei diesen Untergründen eine Polyethylenfolie, die als sogenannte Dampfbremse eingesetzt wird nötig. Die Dampfbremse sorgt dafür, dass Feuchtigkeit von unten nicht in das Laminat eindringen kann. Verfügt das Laminat nicht über eine integrierte Trittschalldämmung wird diese zusätzlich auf der Folie ausgebreitet. Der Trittschall ist insbesondere in Mietwohnungen Pflicht. Auf diesen sollte man daher in keinem Fall verzichten. Die PE-Folie als Dampfbremse sowie die Trittschalldämmung können kostengünstig im Baumarkt erworben werden. Beim Ausbreiten der PE-Folie muss darauf geachtet werden, dass die Folie an allen Wänden 10 Zentimeter über den Boden reicht. Einen einfachen Trick zum verlegen der PE-Folie zeigt dieses Video:

2. Laminat zum Lichteinfall ausrichten

Im nächsten Arbeitsschritt wird bestimmt, in welche Richtung das Laminat verlegt wird. Die Ausrichtung der Fenster gibt dabei die Richtung des Laminats an. Generell gilt, dass der Laminatboden parallel zu Fenstern oder Türen ausgelegt werden sollte, damit ein ruhiger, gleichmäßiger Effekt auf dem Boden entsteht. Sind mehrere Fenster im Raum vorhanden, so wird sich nach dem Fenster gerichtet, dass gegenüber von der Türe liegt. Bei der schwimmenden Verlege-Technik ist der entsprechende Abstand zu den Wänden wichtig. In diesem Zusammenhang kommen die Abstandskeile zum Einsatz.

3. Abstand zur Wand halten

Die Laminatunterseite besteht aus einem Holzwerkstoff, der ähnlich wie Holzdielen, sich bei warmen und kalten Temperaturen ausdehnt oder zusammenzieht. Beim Verlegen muss daher unbedingt eine Dehnungsfuge eingeplant werden. Wird die Dehnungsfuge nicht berücksichtigt, kommt das Laminat bei warmen Temperaturen hoch. Dies geschieht meist zuerst an Türzargen, Heizkörpern oder Treppenabschlüssen.

Tipp: Wer sein Laminat durch einen professionellen Verleger verlegen lässt, sollte in den darauffolgenden Monaten darauf achten, ob das Laminat uneben wird. Hat der Verleger keinen Abstand zur Wand gehalten, entspricht das nicht der Qualität, die er leisten muss. Er ist für den Schaden verantwortlich und muss dafür aufkommen.

Der zwischen Parkett und Wand sollte mindestens 8 mm betragen. Ab einer Luftfeuchtigkeit von über 65 % muss die Dehnungsfuge sogar 15 mm betragen. Der Abstand zur Wand richtet sich außerdem danach, wie groß der Raum ist. Als Faustregel gilt, dass für jeden Meter an Raumlänge bzw. Raumbreite, wird am Ende der Wand 1,5 mm als Dehnfuge eingeplant. Während des Verlegens wird das Einhalten der Dehnungsfuge durch den Einsatz von mehreren Abstandskeilen sichergestellt. Die Fugen und die Enden der überstehenden PE-Folie werden am Ende durch eine Fußleiste überdeckt. Wird Laminat in angrenzenden Räumen verlegt, muss auch hier eine Dehnfuge eingehalten werden. Diese wird mit einer Übergangsschiene kaschiert.

4. Laminatsystem verlegen

Mit dem Arbeitsschritt des Verlegens beginnt man am besten in einer hinteren Ecke des Raumes. Für die erste Paneel-Reihe werden Feder bzw. Nut an einer Seite entfernt. Dies geht am besten mit einer Kreis- oder Stichsäge. Die Schnittkante wird Richtung Wand an die Abstandshalter platziert. Danach werden an diese Reihe mit Hilfe der Klickverbindungen weitere Laminatpaneelen eingeklickt. Dabei ist darauf zu achten, dass immer erst die Längs- und dann die Querseite mit einem Hammer und einem Schlagholz eingeklopft wird. Am Ende einer Reihe muss das Laminat in der Regel gekürzt werden. Dies geht am einfachsten mit einem Laminatschneider, aber auch eine Säge kann genutzt werden. Dafür wird der zu kürzende Teil ausgemessen und mit einem Winkel auf das Laminat angezeichnet. Das Paneel sollte beim Sägen mit der Oberfläche nach oben zeigen. Das jeweilige Reststück wird dann als erstes in der nächsten Reihe verwendet – so entstehen keine Materialverluste. Während des Verlegens des Fußbodens sollte stets darauf geachtet werden, dass für das Endstück ein 50 Zentimeter langes Paneel zum zuschneiden übrigbleibt. Beim Ende der Reihen sollte ein so genanntes Zugeisen benutzt werden, um die Systeme richtig fest zusammenfügen zu können. Ganz am Ende wird das Zugeisen noch einmal angesetzt und ist das Laminat im ganzen Raum verlegt werden, können die Abstandhalter entfernt werden.

5. Laminat verlegen – Besonderheiten bei Heizungsrohren

In einem Raum gibt es in den meisten Fällen immer einen Heizungskörper, der auch bei der Auslegung des Laminats beachtet werden sollte. Die PE-Folie muss mit einem entsprechenden Band aus Alu rund um die Heizungsrohre abgedichtet werden. Bevor die Laminatpaneele zurechtgeschnitten werden kann, sollte die exakte Lage der Heizungsrohre mit einem Bleistift auf die Paneele markiert werden. Danach können die Aussparungen mit einem speziellen Bohrer gemacht werden. Am besten eignen sich hierfür Lochsägenbohrer. Danach wird die Paneele etwa in Mitte der Löcher durchgeschnitten und die Laminatpaneele wird um die Heizungsrohre gelegt. Kleber sorgt für die nötige Stabilität und hält die beiden Teilstücke rundum die Rohre zusammen.

6. Laminat verlegen – Anbringen der Fuß- oder Sockelleisten

Im letzten Arbeitsschritt werden die Sockelleisten angebracht. Dafür wird zunächst die PE-Folie um weitere 7 cm gekürzt, so dass an allen Wänden nur noch etwa 3 cm an Rest übrigbleiben. Sockelleistenklammern sorgen dann für den Halt der Leisten, wobei die Klammern in einem Abstand von etwa 50 cm angebracht werden sollten. Danach müssen die Leisten nur noch auf die Klammern gedrückt werden und die Auslegung des Laminatbodens ist beendet. Damit die Sockelleisten auch an Ecken im Winkel abschließen, ist es ratsam eine Gehrungssäge zu verwenden.

Laminat auf Teppich verlegen?

Ob der Laminatboden auf den Teppich verlegt werden darf, trennen sich die Meinungen der Handwerker. Einerseits erspart man sich die Zeit und Mühe, wenn man sich entscheidet, Laminat auf den Teppich zu verlegen. Andererseits wird der Teppich unter dem Laminat nicht richtig durchgelüftet, was zum Verschimmeln führen kann. Außerdem entstehen manchmal die “Risse” auf dem Laminat, wenn man den Teppich nicht entsorgt. Also, wenn Sie sich entschieden haben, den Laminatboden zu verlegen, dann tun Sie es lieber richtig und entfernen Sie Teppich und Teppichreste.