Unkraut entfernen: Tipps und Tricks zur Beseitigung

Unkraut entfernen: Tipps und Tricks zur Beseitigung 11. Mai 2017

Es gleicht einer Sisyphos-Arbeit – man jätet häufig doch das Unkraut kommt immer wieder. Außerdem sprießen die lästigen Pflanzen nahezu überall und fortwährend. Zu einem gewissen Grad müssen Sie als Hobby-Gärtner akzeptieren, dass Unkraut ein Teil des Gartens ist. Dennoch gibt es diverse Taktiken, um den Wildwuchs einzudämmen. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie unerwünschtes Grünzeug entfernt wird und für einen langen Zeitraum nicht zurückkommt.

Werkzeuge/Methoden zur Unkrautbekämpfung im Garten

Unterschiedliches Terrain erfordert unterschiedliche Hilfsmittel bei der Unkrautbekämpfung. In der folgenden Tabelle sind unterschiedliche Unkrautarten mit zugehörigen Standorten aufgelistet und mit welchem Werkzeug oder welcher Methode dagegen vorgegangen werden kann. Im Wesentlichen wird zwischen Moosen und tief wurzelndem Unkraut unterschieden.

Unkrautart/Standort Werkzeug/Methode
Moose auf und zwischen Gehwegplatten Fugenmesser, Unkrautbrenner, Hochdruckreiniger, Herbizide, Cola
Unkraut in Fugen Heißes Wasser, Fugenbrenner, Unkrautvlies, Fugenmörtel, Herbizide
Unkraut auf Rasenfläche Feldhacke, Kreuzhacke, Wurzelstecher
Unkraut im Beet Pendelhacke, Feldhacke, Kreuzhacke, Wurzelstecher, Mulch

 

Grundsätzlich sollte Unkraut auf Beeten und Grasflächen nur mechanisch entfernt werden, da andere Methoden nur flächig angewendet werden können. Neben Unkraut sterben dann auch Pflanzen ab, die erwünscht sind. Außerdem kann der Boden für längere Zeit belastet werden, sodass eine Neuanpflanzung nicht möglich ist.

Auf und zwischen Gehwegplatten Unkraut entfernen

Erstaunlicherweise können die Wurzeln der Wildpflanzen über längere Zeit sogar Gehwegplatten bewegen, sodass große Fugen entstehen, die Platz für mehr Unkraut bieten – ein Teufelskreis. Daher sollten Sie bereits bei den ersten kleinen Pflanzen aktiv werden und reagieren. Mithilfe eines Fugenmessers können Sie die Zwischenräume ausschaben und vor allem von Moosen sehr gut befreien. Gelegentlich könnten Sie auf tiefwurzelnde Beikräuter stoßen. Reißen Sie an dieser Art Unkraut lieber per Hand, um die Wurzeln vollständig aus dem Untergrund zu entfernen. Wer nur die Halme entfernt, löst das Unkrautproblem nicht und muss schon nach kurzer Zeit wieder jäten.

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Ebenso beliebt bei der Unkrautbekämpfung auf und zwischen Bodenplatten sind der Unkrautbrenner und der Hochdruckreiniger. Allerdings sind diese Methoden in erster Linie bequem aber nicht wirklich effizient. Praktisch: Man muss sich bei der Bedienung der Geräte nicht bücken – hingegen unpraktisch: Die Geräte gelangen mit Feuer oder Wasser nur an die oben liegenden Sprosse des Unkrauts. Das Wurzelwerk bleibt unbeschadet. Bei Moosen ist ein Hochdruckreiniger zu gebrauchen, bei verwurzeltem Unkraut jedoch nicht.

Zudem können Sie feinem Fugenmoos mit dem Hausmittel Cola den Garaus machen. Die Phosphorsäure in der Brause ist stark genug, um Moos verenden zu lassen. Gleichzeitig ist Cola nicht giftig und somit eine gute Alternative zur chemischen Keule. Eine Komplettbehandlung mit Cola ist jedoch nicht zu empfehlen, da extrem viel Brause notwendig wäre und der klebrige Zucker zum Problem werden kann. Gezielt eingesetzt für Fliesenfugen o.ä. erweitert Cola das Unkrautbekämpfungsarsenal sinnvoll.

Beete und Rasen von Unkraut befreien

Unkraut entfernen
Ohne Wurzel kein Unkraut: Beim Herausziehen der Pflanzen sollten die Stängel nicht von der Wurzel abreißen © Peter Atkins_Fotolia.com

Im Beet schaffen ambitionierte Hobbygärtner oftmals beste Bedingungen für Blumen, Stauden und Sträucher – ungeachtet dessen macht sich leider auch ungewollte Vegetation breit. Unkraut im Beet entfernen Sie vorzugsweise mit den Händen und mit Muskelkraft – Arbeitshandschuhe für den Garten sind empfehlenswert.

Nutzen Sie zusätzlich Gartenwerkzeug: Mit einem Wurzelstecher oder einer Kreuzhacke entwurzeln Sie Unkraut sitzend oder kniend am effektivsten. Da die Knie bei längerer Arbeit in Mitleidenschaft gezogen werden, sollten Sie sich ein altes Stuhlkissen mit nach draußen nehmen. Ähnlich wie mit einer Kreuzhacke können Sie mit der Feldhacke störende Pflanzen im Stehen entfernen.

Die sogenannte Pendelhacke bietet sich bei Beeten, die von Unkraut befallen sind ebenso an. Die Hacke gelangt tief in den Boden und durchtrennt dort das Wurzelwerk, in dem Sie das scharfe Ende des Gartengeräts vor- und zurückklappen lassen. Die Sprosse des Unkrauts werden problemlos entfernt – nichtsdestotrotz bleiben Teile der Wurzeln im Boden zurück. Einjähriges Unkraut lässt sich mit der Pendelhacke schnell und einfach entfernen. Mehrjähriges Unkraut wird wieder durch treiben. Im Zuge regelmäßiger Entfernung durch eine Pendelhacke kommt mehrjähriges Unkraut seltener bis es letztlich verendet. Durch die aufrechte Haltung bei der Benutzung der Pendelhacke schonen Sie Ihren Rücken.

Auf Rasenflächen können Sie nicht so rabiat bei der Unkrautentfernung vorgehen wie im Beet – dort ist dies sogar von Vorteil, weil Blumenerde häufig gelockert werden sollte. Die Graspflanzen dürfen bei der Unkrautbekämpfung im Garten keinen Schaden nehmen. Sollte Ihr Rasen sowieso von Moosgeflechten durchwachsen sein, müssen Sie vor der punktuellen Unkrautentfernung mindestens einmal vertikutiert haben. Beschränken Sie die Auswahl der Gartengeräte auf Feldhacke, Kreuzhacke und Wurzelstecher. Ansonsten gehen Sie wie beim Beet mit der Hand vor.

Chemische Unkrautvernichter, Essig und Salz sind umweltschädlich

Essig und Salz gelten ebenso als potente Mittel gegen Unkraut. Allerdings werden die beiden Hausmittel zu Unrecht verharmlost. Genauso wie bei chemischen Unkrautvernichtern wird der Nährsalzgehalt im Boden stark beeinflusst. Außerdem verunreinigen die Hausmittel das Grundwasser. Deswegen ist die Anwendung chemischer Unkrautvernichter und Hausmittel wie Salz oder Essig aus gutem Grund illegal für Privatpersonen.

Anstelle der chemischen können biologische Mittel verwendet werden. Diese Herbizide bestehen meistens aus Mikroorganismen, die Krankheiten bei Pflanzen verursachen. Finalsan, Bayer und COMPO bieten diese Herbizide an. Achten Sie vor dem Kauf eines dieser Produkte auf das Bio-Siegel und prüfen Sie das Webportal des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Was gestern noch legal war, kann heute schon wieder nicht rechtens sein. Das Bundesamt veröffentlicht jährlich eine PDF, die Aufschluss über die Rechtslage der Unkrautvernichter gibt. Derzeit befinden sich etwaige Mittel noch in der Entwicklungsphase, sollen allerdings die Zukunft der Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft sein.

Langfristig gegen Unkraut im Garten

Nach dem Jäten ist vor dem Jäten – nicht, wenn sie das gesamte Wurzelwerk mit entfernen. Wer hätte gedacht, dass der Quell allen Lebens auch zur Bekämpfung von Unkraut taugt: Wasser. Kochen Sie das Wasser einfach heiß auf und gießen Sie es dorthin, wo sich unbeliebtes Unkraut befindet. Durch die hohen Temperaturen verenden die Wurzeln und sterben ab. Professionelle Unkrautbeseitiger bedienen sich auch fast kochendem Wasser bei der Ausübung ihrer Tätigkeit. In folgendem Video ist zu sehen, wie erstaunlich effizient heißes Wasser gegen Unkraut hilft:

Unkraut zwischen Bodenplatten kann langfristig entfernt werden, indem Sie die Fugen mithilfe eines Fugenmörtels auf Harzbasis versiegeln. Die Wildpflanzen benötigen zum Wachsen Licht und Platz. Durch eine Versiegelung gelangt absolut kein Licht in die Lücken zwischen den Gehwegplatten. Auf diese Weise schließen Sie Unkraut in den Zwischenräumen des Gehwegs komplett aus.

Vorausschauend sein, zahlt sich aus: Mit einem Unkrautvlies entziehen Sie dem Wurzelwerk den Untergrund. Ohne Verbindung in die tieferen Bodenschichten, kann das Unkraut nur oberflächlich gedeihen. Dementsprechend klein bleiben die Pflanzen. Außerdem lässt sich nicht tief verwurzeltes Unkraut leicht per Hand entfernen. Wenn Sie also einen Gehweg erneuen oder gänzlich neu anlegen wollen, sollten Sie das Unkrautproblem bereits im Hinterkopf haben.

Ihre Beete können Sie langfristig von Unkraut befreien, indem Sie nach der Bepflanzung mit ausgewählten Gewächsen eine Schicht aus Mulch auf die freien Stellen verschütten. Mulch kann aus Baumrinde, Grasschnitt oder Laub bestehen und hemmt Unkraut am Gedeihen. Lassen Sie beim Mulchen nicht ein bisschen Blumenerde unbedeckt, sodass kein Sonnenlicht auf das Beet gelangt. Samen von Wildgewächsen können bei keinem oder geringem Lichteinfall schwieriger keimen. Auf diese Weise entsteht der Unkrautwuchs gar nicht erst.