Einfahrt pflastern – Anleitung zum Verlegen von Pflasterstein

Mit eigenem Grundstück schrumpft die Bereitschaft den PKW am Straßenrand zu parken aus gutem Grund: Die Wahrscheinlichkeit von Beschädigungen ist erheblich höher, wenn das Fahrzeug in der Öffentlichkeit abgestellt wird. Ein Abstellplatz, Carport oder eine Garage benötigt allerdings eine ordentliche Einfahrt, da der Untergrund ansonsten bei regelmäßigem Ein- und Ausparken Schaden nimmt – Spurrillen wären die Folge. In diesem Artikel soll ausführlich beschrieben werden, wie Sie eine Einfahrt pflastern mit zugehörigem Abstellplatz.

Einfahrt pflastern – Anleitung zum Verlegen von Pflasterstein 11. April 2018

Wahl der Pflastersteine

Mit welchen Pflastersteinen sollte ich meine Einfahrt pflastern? Die Antwort auf diese Frage ist nicht leicht zu finden. Pflastersteine gibt es in unterschiedlichen Größen, Farben, Materialien und Formen – die Auswahl ist groß. Im Wesentlichen wird zwischen Betonsteinpflaster, Natursteinpflaster und Spezialpflasterstein unterschieden. Neben Pflastersteinen aus Beton zieren meist Materialien wie Klinker, Granit, Basalt, Gneis oder Grauwacke gepflasterte Böden in Gärten.

Noch besser lässt sich das Baumaterial vor allem anhand der Form (Verzahnung) oder Musterung kategorisieren. Auf der Tabelle weiter unten sind die populärsten Pflastersteinarten und deren Eigenschaften aufgelistet:

Pflastersteinart Eigenschaften
Standardpflaster Quaderförmig, meist Beton oder Klinker, Farben: Grau, Rot
Wildpflaster Chaotische Anordnung, oft aus kleineren Natursteinen, gräuliche Farben
Verbundsteinpflaster Form ähnelt oft Amboss, Steine greifen ineinander, überwiegend aus Beton
Rasenkammerstein Sechsecke oder mehrere Sechsecke in Quaderform, meist Beton, Rasen auf der Einfahrt durch Rasenkammersteine
Kleinpflaster Anordnung oft in Bögen, viele Fugen, aus Granit oder Basalt, Farben: Grautöne, rötlich, bräunlich
Betonplatten Mindestens 4 mal so lang/breit wie stark, Grau
Naturstein Oft chaotische Anordnung mit großen Fugen, Farben: rötlich, gelblich, bräunlich

 

Die Wahl der Pflastersteine wird durch gestalterische und kostentechnische Faktoren bestimmt. Grundsätzlich sind Pflastersteine aus Beton die günstige Variante, da der Baustoff industriell aus preiswerten Rohstoffen gefertigt wird. Natursteine und andere exotische Gesteinsarten sind teurer, weil deren Vorkommen seltener ist und diese abgebaut, weiterverarbeitet sowie oftmals über lange Strecken transportiert werden müssen. Die Preise divergieren stark – bei fachgerechter Pflasterung sehen geschürfte Steine im Vergleich zu Hergestellten jedoch stilvoller aus.

Außerdem ist die Baustoffwahl maßgeblich davon abhängig, ob beim Einfahrt pflastern eine Musterung eingearbeitet werden soll. Runde Muster lassen sich mit Pflastersteinen aus Beton aufgrund der Form meistens nicht pflastern. Ist Ihr Garten bereits in einer bestimmten Stilrichtung gestaltet, bleiben Sie bei dieser: Stilbrüche sind zu gewagt für Bauten, die mehrere Jahre währen sollen. Eine sattgesehene Einfahrt lässt sich nicht von heute auf morgen ändern.

Einfahrt pflastern: Das sind die Kosten

Das Einfahrt pflastern steht bei einem Umzug oder beim Bau des Eigenheims nicht im Fokus – finanziell sind Mieter und Eigentümer meistens bereits ausgelastet. Daher sollen die Kosten für eine Einfahrt in vielen Haushalten gering gehalten werden. Dennoch sind auch luxuriöse Einfahrten möglich, die gewiss ihren Preis haben. Vorab: Über einzelne Kostenpunkte steuern Sie die Gesamtkosten einer Einfahrt. Diese unterschiedlichen Teilkosten sollen in diesem Absatz auseinander gepflückt werden, um im nächsten Schritt eine Abschätzung geben zu können.

einfahrt pflastern
Wenn Sie professonell Ihre Einfahrt pflastern, hält diese Jahrzehnte bei minimaler Pflege, sofern der Unterbau gründlich verdichtet wurde © Weyo_Fotolia.com

Zunächst sind die Kosten für Pflastersteine zu nennen. Je nach Material, Qualität und benötigter Anzahl bedingt durch die Größe der Einfahrt liegen die Ausgaben dafür zwischen 1500 Euro und 3000 Euro. Wird nicht nur die Einfahrt sondern auch zum Beispiel das Carport gepflastert, verdoppelt sich die Anzahl der Steine schnell, was hohe Kosten verursacht. Außerdem müssen die Steine auch irgendwie zu Ihnen gelangen. Wenn Sie also nicht vorteilhafterweise einen Lieferwagen zur Verfügung haben, wird Ihr Geldbeutel weiter belastet. Des Weiteren liegen Transport und Kosten für Schotter (oder Kies) und Brechsand bei 10 Euro und 15 Euro pro Tonne. Lassen Sie sich im Baumarkt beraten, da die Menge des Materials für den Unterbau unterschiedlich ausfällt. Auch hier spielt die Größe der Einfahrt eine wichtige Rolle.

Baufirmen klingen verlockend. Schließlich ersparen Ihnen die Dienstleister einen hohen Arbeitsaufwand und Stress beim Einfahrt pflastern. Allerdings lassen sich die Bauunternehmen handwerkliche Arbeit gerne mit bis zu 1800 Euro für plus-minus 20 Arbeitsstunden bezahlen. Somit nehmen nur die Kosten der Arbeitskraft über ein Drittel der Gesamtkosten ein. Es lohnt sich also, selbst Hand anzulegen und zu pflastern.

Zwischen 3500 Euro und 4500 Euro sollten Sie definitiv für eine Einfahrt einplanen, auch wenn sich die Kosten z.B. durch einen kostenfrei geliehenen Minibagger (von Bekannten, Arbeitskollegen etc.) weiter drücken lassen. Stecken Sie so viel Budget wie möglich in qualitativ hochwertiges Baumaterial. Fazit: Der Preis einer gepflasterten Einfahrt bemisst sich vor allem nach Art und Anzahl der verbauten Pflastersteine, sofern keine Firma für den Auftrag engagiert wird.

Bauanleitung für gepflasterte Einfahrt

Ein gepflasterter Weg zum Carport, zur Garage oder zu sonstigen Abstellplätzen für Fahrzeuge muss anderen Anforderungen gewachsen sein als herkömmliche Gartenwege. PKW, Motorräder, Sprinter oder Wohnmobile wiegen deutlich mehr als Personen – dementsprechend belastbar muss der Untergrund für Fahrzeuge sein. Generell werden schwere Lasten strukturell auf größere Flächen des Unterbaus verteilt, indem Sie kleinere Pflastersteine verwenden, vorausgesetzt die Steine weisen eine hohe Stärke auf.  Je größer die Einzelteile der Einfahrt sind, desto ungünstiger verteilt sich das Gewicht. Berücksichtigen Sie dies zusätzlich bei der Wahl der Pflastersteine.

Zum Einfahrt pflastern sind folgende Werkzeuge und Baustoffe unentbehrlich:

  • Gummihammer
  • Spaten
  • Minibagger
  • Rüttelplatte
  • Winkelschleifer mit Diamanttrennscheibe
  • Richtschnur und Holzpflöcke
  • Schotter (oder Kies)
  • Sand
  • Brechsand
  • Pflastersteine inkl. Randsteine
  • Zollstock
  • Fugenkelle
  • Wasserwaage
  • Schubkarre
  • Besen
  1. Vor dem Verlegen müssen Sie zunächst vorarbeiten, indem Sie einen Unterbau für die Einfahrt angelegen. Dazu markieren Sie die Fläche der zukünftigen Pflastersteine mit einer Richtschnur und Holzpflöcken und heben den Erdboden anschließend bis in eine Tiefe von ca. 40 cm aus. Hinsichtlich der Tiefe des Aushubs gibt es etwas Spielraum, denn die Pflastersteine aus dem Baumarkt sind unterschiedlich dick. Wahlweise mit Muskelkraft, Spaten und viel Zeit oder mit einem kleinen Bagger graben Sie die variable Fläche Quadratmeter für Quadratmeter aus.
  2. Die erste, sogenannte Tragschicht (oder Belastungsschicht) des Unterbau enthält ein Gemisch aus Schotter (oder Kies) und Sand mit einem Körnungsgrad von 0-32. Schütten Sie das Gemisch in die Kuhle, sodass eine 25 cm dicke Schicht entsteht. Obacht: Um hartnäckige Staunässe zu vermeiden, legen Sie die Sand-Schotter-Schicht mit einem Gefälle von 2,5% in die Richtung an, in der das Regenwasser in Zukunft abfließen soll.
  3. Die zweite Schicht hat eine andere Funktion als die erste: Das Gewicht des Fahrzeugs wird über die Ausgleichsschicht auf die erste verteilt. Befüllen Sie die Grube nun also weiter mit Brechsand bis die zweite Schicht etwa 5 cm dick ist. Mithilfe der Wasserwaage oder einer Latte muss die Ausgleichsschicht eben glattgezogen werden. Verwenden Sie nochmals Richtschnur und Holzpflöcke, um zu überprüfen, ob die Brechsandschicht wirklich waagerecht ist. Der Unterbau ist fertig.
  4. Für das Verlegen der Pflastersteine gibt es keine Anleitung, an die sich Heimwerker eins zu eins halten können, weil das Pflastern durch die gewählte Pflastersteinsorte oder das Verlegemuster beeinflusst wird. Allerdings gibt es grundlegende Arbeitsschritte beim Pflastern, an denen Sie sich orientieren können: Verlegen Sie immer zuerst die Randsteine einer Seite. Die normalen Steine pflastern Sie ausgehend von einer Ecke der Fläche der Einfahrt entlang der Randsteinreihe. Nacheinander wird Stein für Stein eingesetzt und mit dem Gummihammer festgeklopft. Beachten Sie die Fugenbreiten. Einige (Beton-)Pflastersteine sind glücklicherweise mit kleinen Noppen ausgestattet, die als Abstandshalter dienen, sodass keine groben Fehler beim Verlegen passieren können. Den optimalen Abstand zwischen den Pflastersteinen ermitteln Sie am besten mit einer Fugenkelle. Kontrollieren Sie regelmäßig mit der Wasserwaage, ob die verlegten Pflastersteine noch gerade ausgerichtet sind. Zudem prüfen Sie stets, ob das Verlegemuster einheitlich ist.
  5. Ist eine Fläche von mindestens 6 Quadratmeter verlegt, können Sie die Pflastersteine mit Sand verfugen. Dazu verschütten Sie reichlich Sand auf den Steinen, feuchten diesen mit Wasser an und fegen den Schlamm mit einem Besen ein. Kleiner Tipp am Rande: Es gibt speziellen Fugensand, der gegen Unkraut (auch bei Carports) hilft. Sand und Pflastersteine müssen verdichtet werden, damit die Einfahrt unter dem hohen Gewicht des Fahrzeugs nicht deformiert wird. Unter Verwendung einer Rüttelplatte fügen sich die Steine besser in das Bett ein. Vorsicht ist bei weniger robusten Pflastersteinen geboten, da abrütteln durchaus zu Kratzern führen kann. Zur Sicherheit benutzen Sie beim Abrütteln ein schützendes Gummi. Wiederholen Sie das Einschlämmen nach dem Verdichten.
  6. Im letzten Schritt kümmern Sie sich um den Feinschliff Ihrer Einfahrt. Die Vollendung umfasst den Übergang von Rasen o.ä. zur Einfahrt sowie Lücken in der Pflasterung. Chaotische Pflasteranordnungen und Muster schließen selten perfekt mit den Randsteinen ab. Deswegen entstehen gezwungenermaßen Spalten und Löcher. Mit einem Winkelschleifer formen Sie aus den Pflastersteinen passende Lückenfüller. Weiterhin begegnen Sie hohen Kanten an den Übergängen mit einer Schrägen aus Mörtel. Einfacher schaffen Sie einen Übergang, wenn Rasen an die Einfahrt grenzt. Gesunder Rasen lässt sich in Placken für kurze Zeit vom Erdboden trennen und später wieder einsetzen, ohne dass die Pflanzen absterben. Entfernen Sie den Rasen in unmittelbarer Nähe zur Einfahrt, schütten Sie auf die kahlen Stellen etwas Blumenerde oder Aushub aus Schritt 1 auf und verpflanzen Sie die Graspflanzen erneut. Auf diese Weise gleichen Sie den Höhenunterschied von Rasen und Pflastersteinen aus. Dieser Trick funktioniert ebenso gut bei einem gepflasterten Gartenweg – beispielsweise von Haus bis Pforte. Übrigens: Optisch fügen sich Rasenkammersteine harmonisch neben Rasenflächen ein.

Der Unterbau spielt bezüglich der Statik der Einfahrt eine besonders wichtige Rolle. Fehlerhaft angelegte Untergründe lassen die Pflastersteine nach kurzer Zeit absacken, was nicht nur unansehnlich, sondern auch gefährlich ist, da Stolperfallen entstehen. Daher sollten Heimwerker beim Unterbau genauso gründlich wie beim restlichen Bauvorhaben vorgehen, um möglichst lange Ruhe vor Ausbesserungen zu haben. Als weitere Hilfestellung dient das folgende DIY-Video, in dem alle Arbeitsschritte des Unterbaus nochmals anschaulich vorgestellt werden:

Mithilfe der Bauanleitung und des Videos sollte das Einfahrt pflastern auch für handwerklich unbegabte Heimwerker realisierbar sein. Viele Bauprojekte im Garten und Haus überfordern den Laien und sollten insofern lieber von einer professionellen Firma durchgeführt werden – das Verlegen von Pflastersteinen gehört allerdings nicht dazu. In Anbetracht der Tatsache, dass Bauunternehmen horrende Summen pro verlegtem Quadratmeter kosten, pflastern Sie die Einfahrt bestenfalls selbst. Bei speziellen Wünschen wie etwa aufwendigen Mustern im Pflasterstein sollten Sie abwägen: Kann das Ergebnis sowohl optisch als auch in puncto Wertigkeit überzeugen, wenn Sie in Eigenregie pflastern?

Gut zu wissen: Fugenmörtel ist zwar ein adäquates Mittel zur Unkrautbekämpfung in Fugen aber für eine Einfahrt ungeeignet, weil sich aufgrund des Fahrzeuggewichts sehr schnell Risse bilden. Sobald ein PKW über einen gepflasterten Weg ohne Fugenmörtelfährt, verteilt sich das Gewicht über die einzelnen Steine und in nächster Instanz auf größere Areale des Bodens. Im Gegensatz dazu wirkt bei einer zusammenhängenden Oberfläche mehr Gewicht auf einem einzelnen Punkt. An diesen Stellen bricht die Einfahrt dann auseinander. Ein zuvor verlegtes Unkrautvlies ist dagegen eine echte Alternative. Zwischen Unterbau und Pflasterstein wird ein unverrottbares Vlies eingesetzt. Dadurch kann unbeliebtes Unkraut nicht tief Wurzeln – oberflächliche Wildpflanzen sind dagegen sehr einfach aus Fugen zu entfernen. Hatten Sie in der Vergangenheit häufig mit Unkraut zu kämpfen, sind Rasenkammersteine zudem nicht zu empfehlen. Hier finden Sie weitere Tipps und Tricks zur Unkrautbekämpfung.