Wandheizung nachrüsten zur energieeffizienten Sanierung

Wandheizung nachrüsten zur energieeffizienten Sanierung 27. April 2018
Die Kunststoff-, Kupfer oder Metallverbundrohre einer Wandheizung verschwinden vollständig hinter dem Putz der Mauer © Bilanol_Fotolia.com

Laut Statistiken des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes e. V. sind in Deutschland etwa zwei Drittel der Wohngebäude bis 1978 gebaut worden. Seitdem in der Bundesrepublik ein kollektives Umweltbewusstsein herrscht, stiegen die Energiesparstandards exponentiell an. Aufgrund dieser beiden Entwicklungen sind aktuell besonders viele Häuser und Wohnungen energetisch sanierungsbedürftig – sollte Ihr Zuhause dazu gehören, verbessern Sie die Energieeffizienz vor allem, indem Sie bei den folgenden zwei Bauvorhaben nachrüsten: Dachdämmung und Installation einer Wandheizung. Bei letzterem werden Heizelemente (Metallverbundrohre oder Matten) ins Mauerwerk integriert, sodass eine konstante Wärmestrahlung erfolgt und herkömmliche Heizkörper sparsamer verwendet werden können. Dieser Artikel soll die Wandheizung als innovative Energiesparmaßnahme vorstellen und über Arten sowie Kosten und Nutzen aufklären.

Die Kunststoff-, Kupfer oder Metallverbundrohre einer Wandheizung verschwinden vollständig hinter dem Putz der Mauer © Bilanol_Fotolia.com
Die Kunststoff-, Kupfer oder Metallverbundrohre einer Wandheizung verschwinden vollständig hinter dem Putz der Mauer © Bilanol_Fotolia.com

Verschiedene Arten der Wandheizung

Bei Wandheizungen wird zwischen Systemen auf Warmwasserbasis und elektrischen Wandheizungen unterschieden. Sollte die energetische Sanierung im Vordergrund stehen, sind allerdings nur die Warmwasser-Wandheizungen zu empfehlen, da elektrische Wandheizungen mit einem verhältnismäßig hohen Stromverbrauch und daraus resultierenden Mehrkosten verbunden sind. Innerhalb der wasserführenden Wandheizungen wird weiter durch die Einbauart differenziert: Entweder kann eine Wandheizung unter den Putz als Nass-System eingebaut oder mit speziellen Trockenbausystemen integriert werden. Der Wärmeerzeuger kann bei beiden Warmwassersystemen beliebig gewählt werden.

Wasserführende Wandheizungen

Elektrische Wandheizungen

Nasssystem

Trockenbausystem Mattenheizung

Infrarot-Wandheizung

Der nasse Einbau ähnelt dem einer Fußbodenheizung sehr. Zunächst werden Schienen an der Wand befestigt. Anschließend können die Heizrohre aus Kupfer, Metallverbund oder Kunststoff eingehängt und verputzt werden. Beim Trockenbausystem hingegen werden Wärmeleitpaneele an Gipsfaserplatten angebracht oder Wandheizregister und Rohre direkt in diese Platten eingesetzt. Dies ist einfacher umzusetzen und hat den Vorteil, das Trocknungszeiten entfallen.

Kosten und Nutzen einer Wandheizung

Da eine Wandheizung im Niedrig-Temperaturbereich zwischen 30 und 40 Grad Celsius heizt, verringert der Einbau dieser Flächenheizungen als Ergänzung zur freistehenden Heizung die Energiekosten bei entsprechender Dämmung sehr stark.

Gut zu wissen: Für die Installation werden wahlweise Innenwände oder gut gedämmte Außenwände mit einem U-Wert gewählt, der größer als 0,35 W/m²K ist, da hier ansonsten zu viel Wärme nach draußen abgegeben wird (Transmissions-Wärmeverlust). Den U-Wert Ihrer Wände können Sie mit diesem kostenlosen U-Wert-Rechner selber online berechnen.

Weiterhin sind die Anschaffungskosten einer Wandheizung jedoch im Vergleich zu anderen Sanierungsmaßnahmen eher teuer. Pro Quadratmeter beheizter Fläche sollten Sie zwischen 300 und 400 Euro einplanen – wenn Sie die Wandheizung selbst verlegen. Insofern steigen die Kosten durch Beauftragung einer Firma für Laien weiter. Dennoch kann sich eine Wandheizung auf lange Sicht lohnen.

Da das Dämmen günstiger und essentiell für die energiesparenden Eigenschaften der Wandheizung ist, sollten Sie diese Sanierungsarbeiten einer Wandheizung trotzdem vorziehen. Abwägen ist das Stichwort: Abseits der Kostenfrage haben die Energiesparprofis von effizienzhaus-online.de weitere Vor- und Nachteile einer Wandheizung übersichtlich zusammengefasst, mit denen Sie sich selbst eine Meinung bilden können. Letztlich sollten Sie Ihre Kaufentscheidung vom Budget abhängig machen und davon, inwieweit Ihr Altbau bereits wärmegedämmt ist.